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Zelle gut, Haut gut

Hautprodukte gibt es mittlerweile viele – ob günstigere in den Drogerien oder etwas kostspieligere in den Parfümerien. Das Geschäft mit der Schönheit boomt! Aber welche helfen wirklich? Versprechen tun sie ja alle das Gleiche. Eine schöne, glatte Haut, Reduzierung der Fältchen, ein perfektes Hautbild also. Und trotzdem klagen vor allem Frauen immer noch über Unreinheiten, tiefe Poren und Co. Deswegen stellen wir Euch jetzt eine Marke vor, die das Problem nicht nur oberflächlich angeht, sondern die Erneuerung von Zellen ankurbeln soll.

Heutzutage haben viele verschiedene Dinge einen Einfluss auf unsere Haut und diese muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Auswirkungen auf unseren Körper können zum Beispiel der Stress aus dem Alltag oder dem Job, unser Lebensstil, die Ernährung oder sogar Umweltverschmutzungen sein. All das kann kann letztendlich zu einer schnelleren Hautalterung führen, da die Gesundheit der Haut leidet. Und genau hier setzt die australische Beautymarke „Grown Alchemist“ an. Durch ihre Produkte soll der Zellerneuerungsprozess optimiert und dem Hautalterungsprozess effektiv entgegengewirkt werden.

Wie das funktioniert? Indem die Schäden direkt an der Molekularstruktur behoben werden. Denn alle äußeren Einflüsse führen letztendlich zu einem Verlust der Elastizität und des Kollagens. Eine Folge sind Falten, Augenringe und weniger Strahlkraft. Und genau deswegen will Grown Alchemist, dass Problem von innen angehen, um das Äußere zu verbessern. Die Rezepturen der Produkte beeinflussen den Selbstheilungsprozess und die Regeneration der Haut.

Um dies zu erreichen hat die Marke eine Pflegeroutine aufgestellt. In drei Schritten zu einer gesunden Haut!

  • An erster Stelle steht die Reinigung, denn sie bietet die Grundlage für eine strahlende Haut. Und sie bringt die Erneuerung der Zellstruktur ins Kurbeln. Das so genannte „Double Clearing System“ lässt die Haut atmen und versorgt sie außerdem mit Feuchtigkeit.
  • Unter dem Begriff „Detox“ steht hier die Entgiftung der Hautzellen an. Das bedeutet, die Haut muss auf allen Ebenen regeneriert werden. Schäden sollen hier nicht nur repariert, sondern auch vorgebeugt werden. Das Ziel dieses Schrittes ist eine Erneuerungsfunktion zu schaffen und eine gewisse Gesundheit und Vitalität der Haut zu erreichen.
  • Die Phase „Activate“ bedeutet, dass die Inhaltsstoffe der Produkte auf höchster Wirksamkeit und vorderster Front der Wissenschaft aufbauen. Kein Hokuspokus, also.

Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Keston und Jeremy Mujis aus Melbourne. Beide kommen eigentlich aus der Design- und Produktentwicklungsbranche. Als die beiden nach Miami gingen, um dort zu arbeiten, wurde ihre Anschauung vom Leben auf den Kopf gestellt. Sie trafen auf einige Menschen, durch die sie ihren Lifestyle und Konsum hinterfragen ließen. „Es war ins unseren Köpfen eingetrichtert, dass das, was wir essen und trinken, genau so wichtig ist, wie das, was wir auf unsere Haut tun“, so Keston. Also trommelten die Brüder erfolgreiche Wissenschafter zusammen, um etwas Effektives und Nachhaltiges zu entwickeln. Sie wollten eine Balance aus Natur und Wissenschaft schaffen.

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Dann essen wir jetzt auch mal den Kern!

Schon mein Fitnesstrainer hat mir empfohlen morgens immer eine Avocado zu essen. Die Fette sind nämlich mehr als gesund, das Fruchtfleisch an sich ist reich an Vitaminen sowie Mineralstoffen. Und dann schmeckt die Avocado auch noch! Fast zu schön um wahr zu sein, oder? Dabei war uns die ganze Zeit nicht klar, dass die Frucht noch mehr kann. Nur schmeissen wir Menschen einen wichtigen Teil einfach weg. Oder landet euer Avocado-Kern nicht meistens auch im Müll? Ab sofort nicht mehr! Denn der Kern ist mindestens genau so gesund wie das Fleisch. Eine Liebeserklärung an die Avocado!

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Ob auf dem Brot, im Salat oder einfach pur – die Avocado ist ein echtes Superfood! Gesund und köstlich. Doch vor allem der Kern der beliebten Frucht ist wahrlich ein Wundermittel. Er enthält nämlich zahlreiche gesunde Nährstoffe und natürliche Fette. Und diese sind bei der Allgemeingesundheit sowie bei der Vorsorge gegen Krankheiten behilflich. Was für uns eine ganze neue Erkenntnis zu sein scheint, ist alten mittelamerikanischen Volksstämmen schon lange bekannt. Die nutzen nämlich den Kern der Avocado als Naturheilmittel. Vor allem in Mexiko, das Ursprungsland der leckeren Frucht, ist das Wissen zur Linderung von Erkrankungen noch traditionell verankert.

Zum Beispiel kann der Kern bei Entzündungen wie Arthritis eingesetzt werden. So können weitere Krankheiten, die durch die Entzündung entstehen können, gestoppt werden. Aber auch bei Magen-Darm-Erkrankungen und Durchfall kann der Kern helfen. Hier kommen nämlich die reichlichen darin enthaltenen Antioxidantien zum Einsatz. Zerkleinert einfach einen halben Avocado-Kern und überbrüht diesen mit einer Tasse warmen Wasser. 15 Minuten ziehen lass und dann heiß trinken! Außerdem profitiert auch der Cholesterinspiegel vom Avocado-Kern. Der kann nämlich durch die Aminosäuren gesenkt werden. Plus: Das Immunsystem wird gestärkt!

Nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Schönheit findet Nutzen am harten Inneren der Avocado. Die Aminosäuren wirken sich nämlich auch auf den Kollagen-Gehalt der Haut aus. Die Antioxidantien beugen eine vorzeitige Alterung sowie Faltenbildung vor. Und das ist nicht alles! Wenn man den Kern pulverisiert und mit Wasser mischt, kommt letztlich eine Paste heraus. Mit dieser kann man Akne den Kampf ansagen. Natürlich bekommen auch die Haare etwas von den Nährstoffen des Avocado-Kerns ab. Denn das natürliche Öl des Kernes ist dem Olivenöl sehr ähnlich. Es bringt die Haare zum glänzen und kann zur Vorbeugung vom Schuppen verwendet werden.

Und letztlich ist der Alles-Könner auch noch ein Abnahm-Helfer. Der geraspelte Kern verfügt über thermogenetische Eigenschaften. Das bedeutet, dass die Aminosäuren die Stoffwechselaktivität im Körper anregen. Verzehrt als Tee hilft der Kern also auch beim Fettabbau.

Wow, Avocado, was bist du nur für eine Frucht? Das war’s auf jeden Fall erst mal mit der Theorie. Ob das alles wirklich so wirkt, muss man selbst herausfinden. Dafür gibt es von uns noch einen Tipp: Im Kern sind Nährstoffe wie Bitterstoffe und Vitamine enthalten. Diese lassen sich am leichtesten in Mahlzeiten vermischen, wenn der Kern zerkleinert wird. So eignet sich dieser in gerösteter oder pulverisierter Form unter anderem als Zusatzstoff für Salate, Müslis oder Smoothies. Na, dann essen wir jetzt auch mal den Kern!

Foto: Nur Afni Setiyaningrum, Instagram

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Fotograf Volker Kreidler im Gespräch

Seine Bilder wirken still, statisch. Und trotzdem haben sie eine ungewöhnliche Wirkung auf den Betrachter. Man verharrt, ist wie in den Bann gezogen. Ich erwische mich dabei, wie ich minutenlang auf ein Bild starre. Später im Interview erzählt mit Fotograf Volker Kreidler, dass ein gutes Bild im Idealfall Emotionen bei dem Betrachter auslösen soll. Seine tun das.

Diazepam is a benzodiazepine (ben-zoe-Farbstoff-AZE-eh-peens). Es betrifft Chemikalien im Gehirn, unausgewogen, in die Menschen mit Angst. Diazepam wird zur Behandlung Angststörungen, Alkohol-Entzugserscheinungen, oder Muskelkrämpfe diazepam rezeptfrei Deutschland. Diazepam wird manchmal mit anderen Medikamenten zur Behandlung von Anfällen. Sie sollten nicht dieses Medikament, wenn Sie allergisch auf diazepam oder ähnliche Medikamente (Ativan, Klonopin, Restoril, Xanax, und andere), oder wenn Sie myasthenia gravis, schwere Lebererkrankung, Engwinkelglaukom, eine schwere Atmung problem, oder Schlaf Apnoe. Bevor Sie diazepam, informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Glaukom, asthma oder andere Atemprobleme. Source: antiangstrezeptfrei.net

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Sie kommen aus einer Fotografen-Familie. Inwiefern hat sie das geprägt und für ihre Arbeit inspiriert?

Ich bin in der vierten Generation Fotograf, meine Familie hatte, ganz klassisch, ein Fotogeschäft, Portraitstudio und Fotolabor, ich bin quasi im Fotoladen und der Dunkelkammer aufgewachsen. Als ich mich mit ca. 15 Jahren intensiver mit der Fotografie beschäftigt habe, wusste ich, daß ich das machen wollte. Nach der Lehre außerhalb des elterlichen Geschäftes und diversen Assistenzen in Werbestudios habe ich mit 1988 mein Foto- und Filmdesign Studium in Dortmund begonnen.

Was macht Ihren Beruf aus?

Ich denke schon immer in Bildern, das hat wohl mit der Fotografenhaushalt zu tun, vielleicht ist es auch ein bisschen Begabung, 90% sind aber Arbeit und ständiges Verbessern und Hinterfragen der eigenen Position.

Was macht für Sie ein gutes Bild aus?

Es gibt nur gute und schlechte Bilder. Was das ausmacht, sieht man – da braucht man kein Kunstgeschichtsstudium absolviert zu haben. Ich arbeite intuitiv, natürlich weiß ich, wie die Tageszeit, das Licht usw. sein müssen, je nachdem welche Aussage man erreichen möchte. Das „gute Bild“ lässt sich nicht verallgemeinern, im Idealfall löst es starke Emotionen beim Betrachter aus.

Warum arbeiten Sie ausschließlich mit der Großbildkamera?

Ich mag die Konzentration auf das eine Bild, normalerweise brauche pro Sujet nur eine Aufnahme zu machen. Es kann aber sein, dass ich zwei bis drei Stunden das Motiv suche, manchmal zweimal zum gleichen Ort gehe, bis ich es habe. Das Fotografieren ist dann ein rein mechanischer Prozess, der läuft automatisch ab. Das eigentliche Bild ist schon vorher im Kopf entstanden. Großformat ist immer noch das Maximale, was an Qualität erreichbar ist.

Inwiefern spielen Reisen bei Ihrer Arbeit eine große Rolle?

Reisen ist das der größte Spaß für mich, ich sitze gerade in Chisinau in der Republik Moldau, morgen fahre ich in die ukrainischen Transkarpaten und dann nach Rumänien. Die Vielfalt der Kulturen, Landschaften in Europa ist für meine Arbeit existenziell – und reisen mit meinem alten BMW auch.

Was inspiriert Sie für Ihre Arbeit?

Zuerst die Literatur, welche die Orte oder Länder beschreibt in die ich reise, dies sind Bücher zur Geschichte, den momentanen Zuständen, Romane, wissenschaftliche Abhandlungen zur Sozialtopographie und Ähnliches. Mit diesem Wissen fahre ich los und schaue, was vor Ort los ist. Der Kontakt mit den Menschen ist wichtig, wenn auch eingeschränkt, da ich die meisten der einheimischen Sprachen nicht beherrsche. Es ein bisschen so, als würde man auf einem fremden Planeten landen.

Welche Projekte stehen bei Ihnen momentan an?

Momentan arbeite ich an einem Projekt in der Republik Moldau und dem dazugehörigen, abtrünnigen gebiet Transnistrien. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Sperrzone von Tschernobyl, dort war ich vor über 20 Jahren zum ersten Mal, vor zwei Jahren bin ich wieder in die Zone gefahren, um ein neues Projekt zu beginnen.

Ab 30. September ist eine Auswahl an Volker Kreidlers Bildern im “Brockmann & Knoedler”-Salon in Dresden zu sehen.

 

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Fotos: Volker Kreidler

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Komm, schnapp sie dir!

Ich kann mich noch ganz genau an meine Tage im Kinderzimmer erinnern, als ich stundenlang am Gameboy hing. Ich muss irgendetwas zwischen sieben und neun Jahren gewesen sein. Ich hatte die rote, gelbe und goldene Edition und wollte sie alle kriegen. Die kleinen Monster, die sich in der damals noch so einfarbigen Welt versteckten. Ihr könnt euch jetzt bestimmt schon denken, worum es geht. Ja, Pokemon!

Heute bin ich 27 Jahre alt und mache Dinge, die Erwachsene eben so machen. Dass Pokemon irgendwann wieder dazu gehören würde, wäre mir noch vor ein paar Wochen nicht in den Sinn gekommen. Am 13. Juli war es dann so weit. Die App “Pokemon Go” wurde in Deutschland veröffentlich. Und auf einmal war alles viel bunter, die kleinen Kampf-Monster realer und die Möglichkeit, die App einfach Zuhause auf dem Sofa zu spielen, nicht mehr möglich. Das Entwicklerstudio Niantic und Nintendo, bekannter Hersteller von Videospielen, ließen sich für das Revival des Spieles etwas ganz Besonderes einfallen. Wahrlich eine Revolution in der Game-Industrie. Mit “Pokemon Go” geht es raus auf die Straßen. Das Spiel ist mit Google Maps verbunden und verbindet somit die reale mit der virtuellen Welt. Wer auf Pokemon-Jagd gehen will, muss tatsächlich hin und her gehen, um diese zu finden. Nicht nur ein paar Schritte, sondern auch mal weitere Wege. Und so schaffte es die App in kürzester Zeit, Game-Nerds und andere Fans raus in die Natur zu locken, um ein Videospiel zu spielen. Raffiniert, nicht?

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http://ukmedsnorx.com/ativan
http://ukmedsnorx.com/valium

Ein Hype, ein Phänomen, dieses “Pokemon Go”! Innerhalb von 19 Tagen wurde die App mehr als 50 Millionen mal gedownloadet. Rekord! Klein und Groß beglückten sich am Spielvergnügen. Pokemon-Touren wurden veranstaltet. Ein kleine gelbe Figur namens Pikachu wurde wieder zum weltweiten Star. Nach jedem Hoch kommt ja bekanntlich ein Tief. Oder war es umgekehrt? Serverprobleme erschütterten die Pokemon-Fans, der Zugriff zur App blieb vielen für einen ganzen Tag verwehrt. Und da saß ich nun, an einem Samstagabend, mit meinen 27 Jahren und wollte nach diesem ernüchternden Tag endlich wieder spielen. Serverprobleme weg, andere Probleme da. Plötzlich war ich ausgeloggt und hatte die E-Mail-Adresse vergessen, die ich extra für Pokemon erstellt hatte. Also musste ich ein neues Konto erstellen, mich neu einloggen und noch mal ganz von vorne anfangen. Oh nein, wieder Level 0! Und an diesem Samstag um Mitternacht machte ich mich also im Erwachsenenalter, gekleidet im Jogging-Anzug, nach draußen auf dem Weg, um Pokemon zu fangen. Als ich nach Hause kam, war ich wieder im Level 3 angelangt.

An dem Hype kam in den letzten Wochen wahrscheinlich keiner vorbei. Die, die dem Wahn entkommen konnten, haben davon wenigstens in den Medien gelesen. Mehr als genug. Bilder von tausenden Menschen, die alle in einem Park stürmten, um ein seltenes Pokemon zu fangen, gingen um die Welt. So wie dramatische Nachrichten, die berichteten, dass Menschen bei der Pokemon-Jagd sogar ums Leben gekommen sind. Und dann wären da noch die tausenden Videos und Bilder in den sozialen Netzwerken, welche sich positiv und negativ mit dem Trend beschäftigten.

“Pokemon Go” ist ein Phänomen unserer Zeit. Eines, das sowohl Anzug-Träger als auch Schulkinder fasziniert. Eines, an dem keiner vorbei kommt. Vor einer Woche überredete mich ein Freund zu einer Nacht-Aktion. Mitten in der Nach liefen wir 40 Minuten rum, um Pokemon zu fangen, und hielten an einem Platz, wo drei so genannte “Poke-Stops” waren. Dort kann man “Lockmodule” einsetzen, welche die Pokemon anlocken. Gegen zwei Uhr nachts kommen wir an einem Platz in der Nähe des Regierungsviertels in Berlin an. Ich muss grinsen. Dort sitzen ca. 20 Leute, alle mit dem Handy in der Hand, laute Musik läuft über ein Smartphone. Mit “Pokemon Go” noch einmal jung sein und unter Sternenhimmel in eine virtuelle Welt entfliehen. Ich kannte diese Menschen vorher nicht. Nachdem wir uns wieder auf den Weg nach Hause gemacht haben, haben wir uns mit allen von diesen 20 Leuten unterhalten. Über Tipps und Tricks ausgetauscht und uns die verschiedenen Pokemon, die wir bereits gefangen haben, gezeigt.

Man kann darüber lachen. Man kann darüber schmunzeln. Aber lasst es uns versuchen, diesen Hype mit ganz viel Humor zu sehen. Es ist doch nur ein Spiel…

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So werden Haare grau

Viele Menschen graut es vor dem ersten grauen Haar. Ein ungewollter Besucher inmitten der vollen Haarpracht. Aber mal Hand auf’s Herz, für immer können wir der blassen Farbe nicht entkommen. Jedenfalls nicht auf natürliche Weise. Und so färben sich auch viele ältere Herrschaften gerne die Haare. Laut “Süddeutsche Zeitung” ist übrigens nur ein “T” schuld an dem Ergrauen des menschlichen Kopfschmuckes. Aber alles nacheinander…

Der Biologe Kaustubh Adhikari vom University College in London widmete sich der Thematik und wollte der Sache genau auf dem Grund gehen. Um zu sehen, was mit den Haaren im Alter passiert, schaute er sich das menschliche Erbgut näher an. Er untersuchte mit einem Team das Genom und Aussehen von 6357 Männern und Frauen aus Lateinamerika. Dabei machte er eine erstaunliche Erkenntnis. Gerade mal eine winzige Veränderung in einem Gen schafft es, dass Haare grau werden. Hierbei werden Bausteine der DNA fälschlicherweise ausgetauscht. Und allein das beeinflusst sowohl die Gene als letztendlich auch die Haarfarbe. Solche Fehler bleiben aber im Körper eigentlich nicht unbemerkt. Zellen sind dafür zuständig, diese zu korrigieren. Andere Fehler bleiben hingegen doch unbemerkt, weil sie komplett harmlos sind. Aber die Gene, welche der Wissenschaftler mit seinen Kollegen entdeckte, waren anders, als das, was sie kannten.

Machen wir mal einen Abstecher in den Biologie-Unterricht. In den Genen fand sich eine Reihe von tausenden Nukleinblasen. Hier führte der Austausch von einem Cytosin (C) durch ein Thymian (T) dazu, dass aus glänzendem braunen Haar auf einmal ein matt-graues wird. Und das nennt man dannn Punktmutationen. Diese sind übrigens nicht nur schuld am Ergrauen, sondern auch für Locken oder Glatzen verantwortlich. Der Schlüssel liegt also in den Genen. Das Gen der grauen Haare heißt IRF4. Bei ihm spielen aber nicht nur die Haare eine Rolle. Denn zusammen mit anderen Genen bestimmt IRF4 die Hautfarbe eines Menschen. Und laut der Studie von Adhkari ist es eben auch dieses Gen der Grund für graue Haare. Denn es reguliert die Bildung von Melaninen, die je nach Mischung unterschiedliche Haarfarben erzeugen können. Je weniger Melanin ein Haar enthält, desto blasser und grauer sieht es aus.

Ob das ganze bald ein Ende hat? Schließlich erklärten die Wissenschaftler, dass es irgendwann vielleicht eine Methode geben wird, um die farbliche Alterung der Haare aufzuhalten. Bisher ist die Forschung jedoch noch nicht so weit. Und wir verraten Euch jetzt mal ein Geheimnis. Auch ohne graue Haare kann man dem Älterwerden nicht entkommen. Das ist eben der Lauf der Dinge. Und wir finden: natürliches Altern ist wunderschön!

Foto: Tiago Muraro

Zwei Surfer im Kampf gegen die Wasserverschmutzung

Sie sind braun gebrannt, werfen ihre blonde Mähne im Wind hin und her und machen einfach immer eine gute Figur. Vorstellungen, die sofort in den Kopf springen, wenn man an Surfer denkt. Zwei Wellenreiter aus Australien sprengen diese Vorstellungen und legen ihren Fokus auf eine ganz andere Thematik. Nämlich die Rettung der Umwelt. Und damit wollen die beiden zu den Helden des Ozeans werden.

Weg mit dem Surfbrett, her mit dem Mülleimer. Was, das ganze soll so einfach sein? Wenn es nach Andrew Turton und Pete Ceglinsk, ja. Das Duo entwickelte einen Mülleimer namens “Seabin”, welcher das Meer mit einer einfachen Technik säubern soll. Denn die Gefährdung durch Verschmutzung in den Meeren ist groß. Flaschen und Tüten treiben im Gewässer umher. Die Meeresbewohner verletzen sich, bleiben im Plastik hängen. Die Zahlen beschreiben das unglaubliche Ausmaß. Alleine in einem Jahr landen mehr als zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren. Ein Großteil davon wird von Menschen verursacht, die sich nahe der Küste befinden. Laut “Spiegel” wird dieser weder deponiert noch recycelt. Er bleibt im Wasser. Drastisch, wenn man sich vor Augen führt, dass die Erde über 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist und eigentlich den Spitznamen “Blauer Planet” trägt.

Die Surfer Pete und Andrew wollten nicht länger zuschauen, sich aus der Verantwortung ziehen. Also wurde “Seabin” ins Leben gerufen. Dort, wo sich große Abfallmengen zusammen tragen – zum Beispiel an den Häfen, Buchten oder in der Nähe von Wind- und Strömungsanlagen, kommt der Mülleimer zum Einsatz. Er wird direkt an der Meeresoberfläche angebracht, um so den Müll aus dem Wasser zu filtern. Und dann kann die Säuberung beginnen. Der Eimer saugt das Wasser mit dem ganzen darin schwimmenden Abfall ein. Der Müll sammelt sich dann in einem Netz, welches sich im Inneren des Eimers befindet. Das Wasser selbst kommt aber letztendlich wieder zurück in den Ozean – denn der Seabin ist mit einer Pumpe verbunden, die sich am Land befindet. Der Meeres-Mülleimer ist übrigens nicht nur ein Fänger von Dosen, Tüten und Co. Er kann auch flüssige Rückstände wie Öl filtern. Über die Pumpe ist es nämlich möglich, Wasser und Öl voneinander zu trennen. Was am Ende zurück ins Meer fließt, ist also ganz sauberes Wasser. Und keine Sorge – auch an das Wohlbefinden der Fische und der anderen Meeresbewohner ist gedacht. Die schwimmen nämlich nicht in ihr Unglück und werden mit abgesaugt, sondern bleiben dem Ganzen aufgrund des Sogs um den Mülleimern fern. Ein weiterer Vorteil: es können Kosten eingespart und andere teure Methoden, die nicht so effizient sind, ersetzt werden. Außerdem arbeitet der Seabin non-stop, braucht keine Pause. Sobald das Innere voll ist, wird er von Menschenhand geleert – und weiter geht’s!

Ende gut, alles gut? Leider nicht ganz. Denn der Seabin sollte noch etwas optimiert werden. Zum Beispiel wird die Pumpe momentan noch mit Benzin angetrieben. Um der Umwelt nachhaltig etwas Gutes zu tun, wäre es praktischer auf einen Solarantrieb umzubauen. Zudem ist der Eimer laut “Trends der Zukunft” eher in überschaubaren Bereichen sinnvoll. Aber es ist doch ein Anfang, oder?

 

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Fotos: Mathew Walters, Seabin

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Nobody is perfect – auch Gemüse nicht

Nicht nur in Hollywood und der Beauty-Branche ist Aussehen ganz hoch im Kurs. Auch bei Lebensmitteln isst das Auge mit. Und das hat drastische Folgen…

Auf der Welt herrscht eine große Verschwendung von Nahrungsmitteln. Das ist nichts Neues. Eine Studie der Umweltstiftung WWF ergab im letzten Jahr, dass alleine in Deutschland rund 18,4 Millionen Tonnen Nahrung im Müll landen. Wenn man das Ganze runter rechnet, wird das Ausmaß erst klar. Die Deutschen würden demnach pro Sekunde 313 Kilo genießbare Lebensmittel unnötig wegwerfen. Das Essen ist somit nicht einfach nur verschwendet, sondern hat noch schwerwiegendere Auswirkungen. das Wegwerf-Gemüse und -Obst befeuert auch den Klimawandel. Nicht zu vergessen, dass wir Tonnen von Lebensmittel wegwerfen, wenn von denn sieben Milliarden Menschen auf der Welt täglich rund eine Milliarde hungern. Eine Tragödie. Schließlich ist genug da. Würde man die ganze globale Lebensmittelproduktion wirklich nutzen, könnte diese neun bis zwölf Milliarden Menschen satt machen. Mehr, als nötig wäre.

Ein großer Teil des Essens findet z.B. nach Ablaufdatum den Weg in den Müll. Es gibt aber auch einen erheblichen Teil, der es gar nicht in den Supermarkt schafft. Ernte bleibt auf dem Feld liegen, wird vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet – nur aufgrund seines Aussehens. Wenn der Look nicht passt, haben Gemüse und Obst also keine Chance. Nicht gut genug für den eitlen Konsumenten. Und genau hier setzt das Unternehmen ETEPETETE an. Zusammen mit einem Netzwerk an Biobauern wollen sie ein Sammelbecken von extravagant aussehendem Gemüse schaffen. Und das findet durch einen Lieferservice seinen Weg direkt zur Haustier der Liebhaber von Gemüse, welches nicht der Norm entspricht. Rein optisch, versteht sich. Und in der Gemüseretterbox kann man dann gegen den Strom der Verschwendung schwimmen.

Krumm und schief macht doch schließlich nichts! Wenn wir Menschen nicht aufgrund unseres Aussehens beurteilt wollen, warum hat das dann köstliches Gemüse verdient? ETEPETETE findet, dass auch schräge Karotten und Gurken eine Chance verdient haben, auf dem Teller zu landen. Damit will das Unternehmen nicht nur die nachhaltige Esskultur prägen, sondern auch Gemüsebauern unterstützen, welche die ökologische Landwirtschaft mit gutem Gewissen betreiben. Noch nie war hässlich so lecker!

Foto: Sven Scheuermeier

Natur ist gesund!

Ach, diese Stadtkinder! Verloren im Großstadtdschungel. Immer gestresst, die Augenlieder schwer, die Leichtigkeit verschwunden. Und dagegen helfen auch keine Kopfschmerztabletten und Energy-Drinks. Nein, das Zaubermittel gegen den Alltagsstress lässt sich nicht kaufen – aber ganz leicht finden. Draußen. In der Natur.

Michael Grothaus ist einer dieser Stadtmenschen. Der Journalist und Autor lebt in London. Dort, wo er nur selten Grün sieht und sich an die Sicht von Beton, Asphalt und Ziegelsteinen gewöhnt hat. Doch Mama Grothaus machte das, was alle Mamas tun würden. Sie plädierte an seine Abenteuerlust: “Junge, geh raus in die Natur!” Und wenn Mama was sagt, sollte man schließlich darauf hören. So machte sich der Journalist aus der Großstadt raus in unbekannte Welten. Voller Gras, Blätter und frischer Luft. Und das schlug natürlich direkt auf das Gemüt. Im positiven Sinne, versteht sich.

Der Londoner nahm sich also ab sofort vor, sich täglich eine Stunde in den weitläufigen Stadtparks aufzuhalten. Am Wochenende standen sogar auf Rad- und Wandertouren an. Es sollte eine Selbststudie sein. Keine wissenschaftliche, aber eine, die in enger Verbindung und Zusammenarbeit mit Sara L. Warber, einer Professorin für Familienmedizin an der University of Michigan, stand. In dem Projekt sollte sie die Funktion haben, die Erlebnisse von Grothaus mit Fakten aus ihren Forschungsarbeiten zu untermauern.

Schon nach wenigen Tagen merkte der Journalist eine Veränderung. Er bemerkte, wie das Verlassen der üblichen Innenräume und das Betreten der Landschaft seinen Alltagsstress wegzauberte. Wie vom Winde verweht. Er fühlte sich entspannter, die üblichen bedrückenden Gedanken, die stressige Stimme im Kopf, waren weg, als er die frische Luft atmen und die Umgebung genießen konnte. Die Natur bietet also nachweislich eine Entspannung, wie man sie mit der Mediation vergleichen kann. So erklärt die Professorin den relaxten Zustand.

In der zweiten Woche kam dann die dauerhafte Verbesserung der Laune dazu. Und dafür musste er sich nicht mal in der Natur befinden. Er konnte auch mitten in der Stadt stehen, wo weit und breit kein Grün zu sehen war. Grothaus war begeistert. Und die Wissenschaftlerin nicht überrascht. Sie erklärte, dass sich die Auswirkungen, die man erreicht, wenn man viel Zeit in der Natur verbringt, immer effektiver werden, wenn der Natur-Kontakt  regelmäßig wird. Und in der dritten Woche nahm dann auch die Kreativität zu, seine Romane erhielten neue Plot-Ideen, der Kopf wurde immer klarer. Nach einigen Wochen verbesserten sich dann auch noch die Gedächtnisleistungen, er war nicht mehr vergesslich. Für den Journalisten wurden seine Ausflüge in die Natur zum Alltag, gehörten zur Routine. Auch nach Beendigung des Projektes.

In Finnland zum Beispiel herrscht eine hohe Depressions-, Alkoholismus- sowie Selbstmordrate. Deswegen wird in diesem Land die Förderung von Naturerlebnissen sehr groß geschrieben, gehört mit zur Gesundheitspolitik. Bei einer staatlich geförderten Studie sollten tausende Teilnehmer ihre Stressniveau bewerten. Dieses sollte einmal nach einem Aufenthalt in einer städtischen und einmal nach einem Aufenthalt in einer natürlichen Umgebung beschrieben werden. Nach der Auswertung der Studie empfohlen die Mediziner eine Mindestdosis Natur – als Vorbeugung gegen Trübsinn sein. Demnach sollten die Menschen mindestens fünf Stunden im Monat in der Natur verbringen. Verteilt auf mehrere Wochen.

Keine Kosten, keine Anstrengungen, keine Qual – einfach nur ein bisschen Zeit benötigt man, um sich langfristig besser zu fühlen. Also, raus mit euch, liebe Leser. Und genießt das, was uns Mutter Erde gegeben hat. Es wird sich bestimmt auszahlen…

Foto: Lacey Raper

Ein Einblick in die künstlerische Welt von Svenja Schüffler

Sie ist eine Künstlerin mit einer großen Vision. An ihre Projekte geht sie nicht einfach willkürlich ran. Svenja Schüffler schafft mit ihren Arbeiten einen Schnittpunkt zwischen Kunst und Wissenschaft. “Organic Lifestyle” traf die Berliner Künstlerin zum Interview, wo sie uns einen Einblick in ihre Welt gewährte.

Woher kommt deine kreative Ader?
Ich vermute, das Visuelle habe ich schon von meiner Mutter. Natürlich habe ich schon in der Schule viel gezeichnet und ausprobiert. Aber soweit ich mich erinnere war meine Mutter die kreative Person in meinem frühen Umfeld, die mit ihren Experimenten und ihrem kreativen Engagement sehr prägend war. Das Haus, in dem ich wohnte, wurde von meinen Eltern, die keine Architekten sind, entworfen – mit spitzen Winkeln und nicht-rechteckigen Zimmern. Alles wurde Zuhause immer wieder umgeräumt, verschoben oder bemalt. Im Garten wurde auch ständig experimentiert, ausgehoben oder wachsen gelassen, es gab da keine Grenzen. Nicht nur, dass ich beim Zuschauen viel gelernt habe, meine Mutter hat mich da auch wirklich gefördert. Wir, und manchmal meine Schwester, haben zusammen an Bildern gearbeitet. Das war so intensiv, dass ich mich noch heute an Details in den Bildern erinnere und noch nachempfinden kann, wie sie entstanden sind und, welche Techniken wir eingesetzt haben.

Wie ging es weiter?
Ich habe später Kunst nicht studiert. Es war eine Option, aber ich hatte mich dagegen entschieden. Nach einer beeindruckenden Reise nach Ostafrika, während der Abiturzeit, wollte ich mir einfach die Möglichkeit offenhalten in der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten. Deswegen habe ich Geologie studiert, mit Schwerpunkt im Bereich Grundwasser und Wassermanagement. Meine Diplom Arbeit habe ich dann in Havanna auf Kuba durchgeführt, über einen Fall von Grundwasserverschmutzung. Parallel habe ich aber immer gezeichnet. Ich habe angefangen, Portraits von Menschen unterschiedlicher Kulturen zu erstellen. Ich habe dann parallel zum Geologie Studium meine Zeichentechnik immer weiterentwickelt.

Wie kam es dann, dass du dich beruflich doch für die Kunst entschieden hast?
Das war der Punkt an dem ich gemerkt habe, dass der scheinbare Umweg über die Geologie und Naturwissenschaft letztendlich eine Bereicherung ist und ein Wissen und eine Erfahrung liefert, die gerade eine künstlerische Arbeit prägen und vertiefen kann. Diese Erfahrung konnte ich am deutlichsten machen während eines zweiten Studiums der Geoinformationswissenschaften, das ich begonnen hatte und für das ich am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) eine Master-Arbeit über Erdbeben gemacht habe. Genauer gesagt, habe ich mich damit beschäftigt mit Hilfe der visuellen Darstellung von seismischer Aktivität neue Erkenntnisse über Erdbeben zu erlangen. Wissenschaftliche Visualisierungen als Erkenntnisgrundlage zu benutzen war für mich eine Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaften und Kunst. Eine Verbindung von logischem, gepaart mit spekulativem und kreativem Denken.

Gab es noch weitere Auslöser?
Ja. Gleichzeitig gab es auch eine Begegnung mit einer Person, die sehr beeindruckt war von meiner zeichnerischen Arbeit und mich eindrücklich und energisch aufgefordert hat, dieses Talent ernst zu nehmen und mich dem Zeichnen professionell zu widmen. Das war eine Perspektive von jemand anderem, welche eine eigene Reflexion geschaffen hat. Ich habe allmählich erkannt, dass Kunst eine Option für eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit meinen Themen sein kann. Dann habe ich es ausprobiert. Es hat sofort geklappt und ich habe die Zusage für die Teilnahme beim Berliner Kunstsalon während der ArtWeek bekommen. Eineinhalb Jahre später habe ich mitbekommen, dass das „Haus der Kulturen der Welt“ in Berlin ein Projekt zum Thema des Anthropozäns gestartet hat. Das Anthropozän geht von der Theorie aus, dass wir in eine neue geologische Zeitepoche eingetreten sind, in der die Menschheit zum maßgeblichen geologischen Faktor geworden ist, in der auch das zukünftige Leben und Überleben der Menschheit zum Thema wird. Das zweijährige Projekt, zu dem Wissenschaftler und Künstler aus der ganzen Welt eingeladen waren, habe ich aufmerksam verfolgt. Es hat mich stark beeindruckt und verstärkt in meinen Ansatz in der Kunst wieder zu Fragestellungen, die die Naturwissenschaft betreffen, zurückzukommen. Der Kreis schließt sich.

Was machst du genau?
Ich bin nicht festgelegt in der Form des Ausdrucks. Grundsätzlich liegt mein Interesse bei Themen wie Technologie, Erde und Wissenschaft. Ein Schwerpunkt liegt sicher in der zeichnerischen Arbeit, ich bin aber nicht darauf festgelegt, sondern arbeite auch im Übergang zum Objekt, mache Fotos und Installationen, und programmiere Sachen. Ein zweiter Schwerpunkt sind Projekte an der Grenze von Kunst und Wissenschaft zu entwickeln. Ich habe z.B. ein Projekt zum Erdbebenrisiko von Istanbul entwickelt, das auch vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam unterstützt wird. Das Projekt habe ich letzten Sommer am ‚Haus der Kulturen der Welt HKW‘ in Berlin beim Forecast Forum vorgestellt.

Wie geht man eigentlich an ein komplett neues Thema heran?
Mit einer Frage bzw. Problemstellung, die mich interessiert oder, die mich drängt. Ich lese tatsächlich viel innerhalb meiner Arbeit. Ich recherchiere, gehe zu Vorträgen oder nehme an Seminaren teil. Um kreativ zu werden, erarbeite ich mir neues Wissen, das ich dann im besten Fall wieder neu verknüpfen kann. Das braucht auch immer seine Zeit, manchmal kommt eine Idee dann auch ganz plötzlich, in einem Moment.

Wie lange dauert der kreative Prozess?
Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Konzepte entwickeln sich über Monate. Die Umsetzung einer zeichnerischen Arbeit kann aber auch einige Monate in Anspruch nehmen, kleinere Arbeiten meist einige Tage.

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Im „Brockmann & Knoedler“-Salon hängen Zeichnungen und Assemblagen (Zeichnungen mit Relief und Objekten) von dir, auf denen Affen zu sehen sind. Welche Technik steckt dahinter?
Bei diesen Arbeiten wird meist Papier auf eine Metallplatte kaschiert (mittels Klebefolie) und die Haarstruktur des Fells mit einer Nadel ins Papier geritzt. Erst danach wurde über die Verletzungen im Papier gezeichnet, wodurch die prägnante Haarstruktur entsteht. Der Boden besteht aus einzelnen Stücken aus Papier, die Heftpflaster imitieren und übereinander verleimt sind. Bei der großen Arbeit sind das etwa 50.000 Stück, also etwa 60m² Papier. Nur alleine diese Papier-Pflaster herzustellen und zu verleimen, hat drei Monate gedauert.

Warum Affen?
Ich beschäftige mich ja in meinem Projekt Anthropomorpha mit der Frage nach dem Menschen. Den Affen als Motiv habe ich gewählt, weil er eine Grenzfigur zwischen Mensch und Tier ist. Weil er uns so ähnlich ist, ist er uns gleichzeitig auch sehr unheimlich. Und gerade weil er unheimlich ist, kann er auch das Unheimliche, das Verletzende und das Abwesende abwehren. Ein Abwehrzauber, der das zeigt was er auf Abstand halten möchte, was auch der Titel „Apotropaion“ der Arbeit bedeutet. In diesem Fall das Abwehren der Abwesenheit einer klaren Trennung zwischen Mensch und Tier.

Warum hast du genau die Mönchsaffen bzw. Kapuzineraffen gewählt?
Durch die hellen Gesichter bin ich ihnen ähnlicher. Und es sind übrigens sehr intelligente Affen. Die religiöse Assoziation, die ich auch berücksichtigt habe, steht in Verbindung mit einer schon länger geplanten noch kommenden Arbeit.

An manchen Bildern sind Teile nur skizzenhaft gezeichnet, der Rest aber sehr detailliert. Wie kommt das?
Bestimmte Sachen sollen nur im Hintergrund bleiben, oder sind der Hintergrund. Sie kommen aber in den Vordergrund, sobald man sich die Frage stellt.

Hattest du schon immer eine Vorliebe für das Detaillierte?
Ja. Leider ist dieser Perfektionismus manchmal auch eine Last, eine Besessenheit des immer genaueren Aneignens, das ich auch irgendwann mal abbrechen muss. Die Arbeit ist für mich also nicht einfach nur ein perfektes Abbilden. Stattdessen eine Praxis, bei der etwas animiert, getäuscht oder täuschend lebendig wird. Was man, glaube ich, in meinen Bildern sieht, ist, dass eigentlich fast alles rausguckt. Die Tiere, die Menschen. Man wird als Betrachter selber angeschaut und in Beziehung gesetzt. Der intensive Blick verstärkt die Lebendigkeit. Und ich überlege mir auch sehr genau, welche Mimik und, welche Geste ich zeige und inszeniere. Auch um, vielleicht im Sinne Pygmalions, nicht nur zu animieren sondern vielleicht selber animiert, getäuscht oder angesprochen zu werden.

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Du hast dich auch schon selbst porträtiert. Sogar nackt. Wie war das für dich?
Mich als Tier zu zeichnen war anstrengend und eine Herausforderung. Aber das bin ja nicht ich, sondern eine Zeichnung. Aber ein Bild kann eben auch mächtig sein bzw. wirken.

Sind deine Arbeiten Denkanstöße für die Betrachter?
Das wäre schön. Für mich selber stecken darin stets eigene neue Erkenntnisse. Im Moment geht es auch in die Richtung Wissenschaftskommunikation. Bei den Projekten an der Grenze von Kunst und Wissenschaft soll tatsächlich auch etwas vermittelt werden, meist auch so komplexe Themen wie das unsichere Wissen der Wissenschaftler. Das Vermitteln erfolgt nicht mit rein wissenschaftlichen Mitteln, sondern auch mit künstlerischen und ästhetischen.

Steckst du dir immer wieder neue Ziele? Was sind sind Projekte, an denen du zur Zeit arbeitest?
Klar, gerade mache ich mir zum Beispiel Gedanken über das Niger Delta. Das gesamte einst ökologisch unglaublich reiche Territorium wird seit 50 Jahren mit Öl verseucht. Die am stärksten ölverseuchte Region der Welt. Ich stelle mir die Frage, was hat dies mit uns hier im Norden zu tun und, wie kann man das darstellen. Vor kurzem habe ich den Kunstverein GROUND e.V. in Berlin mitgegründet. Und am 9. Dezember dieses Jahr wird eine Ausstellung von mir in der Galerie Gerken in Berlin eröffnet. Zur Zeit entstehen die neuen Arbeiten, die dort zu sehen sein werden. Im Zentrum stehen diesmal Zeichnungen und ein von mir verfasstes Essay. Dieses dreht sich um eine fiktive Erdbeben-Frühwarnungs-App. Die Zeichnungen greifen dabei in ungewohnter Weise Fragestellungen zu wissenschaftlicher Risikoprognose, Algorithmen und Alarmierung auf, und dem Erkennen des richtigen Moments.

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Fotos: Svenja Schüffler, Marcus Lieberenz http://www.bildbuehne.de/htdocs/titel.htm

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Diese Solarzellen sind Dünner, als Haar

Ultradünne Solarzellen, dünner als menschliches Haar – es wäre ein Durchbruch, wenn diese zukünftig massentauglich werden. Forschern aus Südkorea war es nun möglich, genau das zu entwickeln. Und diese Solarzellen sind nicht nur hauchdünn, sondern lassen sich problemlos um einen Bleistift wickeln. Auch leistungstechnisch sollen sie genau das liefern, was bereits auf dem Markt vorhandene liefern.„Unsere Solarzelle ist viel dünner als ein menschliches Haar“, sagte Mitentwickler Jongho Lee. „Dünnere Zellen lassen sich leichter biegen und stehen im Output den dickeren in nichts nach.“ Das Ganze hört sich nicht nur nett an, sondern kann einen einen großen Einfluss auf unsere Zukunft haben, was den Umgang mit Energie angeht.

Es bieten sich nämlich reichlich Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel könnten die Zellen für Smart-Glasses oder Fitness-Tracker eingesetzt werden. Man könne sie aber auch in Kleidung einnähen können, um unterwegs Strom für das Smartphone zu generieren. Sogar Elektrofahrräder könnten teilweise mit Ökostrom betrieben werden. Wahrlich ein technischer Durchbruch.

Die Solarzellen sind übrigens gerade mal einen Mikrometer dünn und bestehen aus dem Halbleitermaterial Galliumarsenid. Sie können auf einem biegsamen Untergrund gestempelt werden, ohne etwas Klebstoff dafür verwenden zu müssen. Nachdem diese dann auf eine Elektrode kaltgeschweißt werden, kann die Oberschicht schmelzen. Und diese wird letztendlich entfernt, damit Metall auf Metall treffen kann. Außerdem zeigten die Tests, dass sich die Zellen um Gegenstände mit einer Dicke bis zu 1,4 Millimetern wickeln lassen.

Nach vielen Versuchen ist es nun also endlich Wissenschaftlern gelungen, Solarzellen zu fertigen, die so dünn und trotzdem effizient sind. Dank der Technik der südkoreanischen Experten wird beim Erstellungsprozess sogar weniger Material verbraucht. Warum diese Erfindung so wichtig ist? Die dünnen Solarzellen bieten eine saubere, unauffällige und günstige Form der Energieversorgung. Durch die Konstruktionsweise soll außerdem so wenig Energie wie möglich verloren gehen. Und lassen wir noch mal auf der Zunge zergehen, dass die Zellen wirklich dünner als ein Haar sind. Eigentlich unvorstellbar…

 Foto: Asia Chang