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Lasst uns Wasser essen!

Aus Wasserflaschen trinken? Ach, das war so gestern! Lasst uns lieber Wasser essen. Ja, das könnte Zukunftsmusik sein, liebe Leser. Essbare Wasserkugeln statt Flaschenmüll!
Jeder kennt sie, die Bilder von Müllansammlungen am Meer. Möwen verhaken sich in den Plastikresten. Trotz 25 Cent Pfand landen Plastikflaschen immer noch im Müll. Oder Endstation Ozean. Und dort benötigt Plastik rund 700 Jahre, um völlig zu verrotten. Besonders Vögel und Meeresbewohner haben unter der Verschmutzung zu leiden, fürchten um ihren Lebensraum, um ihr Überleben. Auch die Herstellung von Plastikflaschen ist aus ökologischer Sicht nicht umproblematisch. Für die Produktion nur einer Flasche werden sieben Liter Wasser und 1,5 Liter Öl benötigt. Und letztendlich landet fast 80 Prozent der Behälter irgendwo, wo sie nicht landen sollten. Nur ca. 20 Prozent der Plastikflaschen werden tatsächlich recycelt. Der Kreislauf nimmt seinen Lauf…

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Diese Sorgen könnten jedoch bald der Vergangenheit angehören. Jetzt kommt das Trinken 2.0 – mit essbaren Wasserkugeln. Und wer hat’s erfunden? Die Londoner Studenten Rodrigo Garcia González, Pierre Paslier und Guillaume Couche, welche das Prinzip einer essbaren Blase entwickelten. Genauer erklärt handelt es sich bei der Innovation, namens Ooho, um einen XL-Wassertropfen, der von einer Doppelmembran aus Meeresalgen umschlossen ist – vergleichbar mit Eigelb. Der Vorteil: Der Durstlöscher kann inklusive Membran verzehrt werden. Flaschen ade! Die Plastik-Alternative soll übrigens nicht nur einfach zu machen sein, sondern auch günstig zu produzieren, hygienisch und biologisch abbaubar.
Und wie funktioniert der Wasserspaß? Mit der sogenannten Sphärifikation, bekannt aus der Molekularküche. Für den flüssigen Umweltretter benötigt man lediglich große Eiswürfel, die erst in ein Calciumchloridbad, dann in ein Braunalgendbad gelegt werden. So bildet sich um die Eiswürfel eine Membran, das Eis darin schmilzt, fertig ist das Wasserwunder.
Doch bevor der essbare Wasserblob endgültig zum Vorreiter wird und auf dem Markt kommt, bleiben einige Fragen offen. Wie sollen die Kügelchen zum Durststillen transportiert werden, ohne ein Malheur in der Tasche zu erwarten? Werden die Blasen schmutzig, wenn man sie durch die Gegend trägt? Wie alltagstauglich ist die Sensation im Bläschen wirklich? Und können wir uns wirklich das klassische Trinken abgewöhnen? Bevor wir uns also ganz von Plastikflaschen verabschieden dürfen, muss wohl noch etwas getüftelt werden. Bis dahin: immer schön recyceln!

 

Foto: Skipping Rocks Lab, Mark Doda, Matthew Koloski

Mit Meditation zum Seelenfrieden

Viele starten das neue Jahr mit Vorsätzen, und meistens mit genau so vielen Sorgen. Sobald der Alltag nach dem Jahreswechsel wieder eingekehrt ist, kommen sie wieder – die Probleme, die To-Dos, der Stress. Was, wenn ich Euch sage, dass all die negativen Gefühle sofort der Vergangenheit angehören können? Und das ganz ohne Hilfsmittel. Denn was Ihr dafür braucht, habt Ihr alle bereits in Euch. Es ist eure Energie, es sind Eure Gedanken. Der Weg zum Glücklichsein – leicht gemacht mit Meditation.

Wer sich nicht bereits mit Meditation und Spiritualität beschäftigt, könnte an dieser Stelle erst mal irritiert sein. Sind das nur die Hirngespinste der Redakteurin? Meditation ist in vielen Kreisen mittlerweile ein großes Thema und seit einigen Jahren auch in der westlichen Welt angekommen. Trotzdem ist der Begriff in der kommerziellen Welt immer noch ein großes Fragezeichen. Spricht man über Spirituelles, könnte man missverstanden werden. Alles nur Humbug oder die Erlösung, auf die wir alle gewartet haben? Ich bin für Letzteres, aber findet es für Euch selbst heraus…

Rachelle Jeanty arbeitet seit über 20 Jahren als proffessionelle Sängerin, stand schon mit Céline Dion auf der Bühne. Dass in der Musikbranche nicht alles Gold ist, was glänzt, musste sie am eigenen Leib erfahren. Trotz ihrer Leidenschaft zur Musik fand sie sich in einem Alptraum wieder. “Zu dieser Zeit hatte ich mit einer starken Schlafstörung zu kämpfen. Ich hatte drei Monate nicht mehr richtig schlafen können”, erzählt sie im Interview mit “Organic Lifestyle”. Ein Konzert vor neun Jahren sollte ihr Leben ändern. Dort wurde eine spezielle Meditationstechnik namens Sahaja angewendet. “Mir wurde bewusst, dass in meinem Kopf eine Ruhe herrschte, die ich noch nie vorher erfahren hatte”, so Rachelle. “Nach diesem Konzert konnte ich das erste Mal seit drei Monaten schlafen. So bin ich zur Meditation gekommen.”

Eigentlich spricht die Sängerin nicht gerne über das Thema in der Öffentlichkeit. Eben, weil es so missverstanden ist. “Natürlich könnte ich für eine Verrückte gehalten werden. Die Leute könnten sagen, ich wäre ein Hippie oder sonst was. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, das Meditation ein immer größeres Thema wird. Mehr und mehr Menschen fühlen sich dazu hingezogen.” Und warum sollte etwas falsch sein, das man ganz mit sich selbst ausmacht. Nur ich und mein Geist.

“Meditation ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. In östlichen Kulturen gilt sie als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung”, erklärt es Wikipedia. Rachelle meditiert ein- bis zweimal täglich, hält sich dabei an die Sahaja-Meditation. “Seitdem ich diese Methode gefunden habe, kann ich nicht mehr ohne. Ich versuche, sofort zu meditieren, wenn ich aufwache. Sogar wenn ich mit negativen Gedanken aufwache – sobald ich mich der Mediation und dieser Kraft hingebe, transformiert mich das. Alle negativen Gedanken verschwinden. Man fühlt den Frieden in sich, den Körper in Balance, die Gedanken langsamer werden. Man ist nicht mehr so gestresst, man kann Menschen leichter vergeben und beginnt, den Humor in verschiedenen Situationen zu sehen.”

Jeder hat sie, diese kleine Stimme im Kopf – wenn man nachdenkt, wenn man von der Zukunft träumt, wenn man sich ärgert. Und hier kommt das eigene Ego ins Spiel. Oft stehen wir uns damit nämlich selbst im Weg. Wir stellen uns über andere, wir halten an negativen Gefühlen fest, weil wir uns nach Wochen immer noch über die selbe Person ärgern. Das Ego hindert uns daran, zu verzeihen, und sorgt dafür, dass wir uns in Konkurrenz mit anderen Menschen stellen. Das Leben ist für uns oft ein ewiger Kampf, sich selbst an die Spitze zu treiben. “Ich hatte ein sehr beschäftigtes Ego”, gesteht Rachelle. “Ich wusste, dass ich das verändern wollte, aber ich wusste nicht wie. Als ich in meinem Geist dann durch die Meditation einen gewissen Status erreicht hatte, fühlte ich mich nicht mehr danach, immer zu reden und alles zu kommentieren. Man redet über so viele unnötige Dinge. Und das kostet dich selbst so viel Energie, und wahrscheinlich auch Energie von anderen Menschen. Stattdessen gelangt man an einen friedlichen Punkt in sich selbst.”

Aus einer Erkenntnis wurde eine Leidenschaft, die sie mit ihrer anderen großen Leidenschaft, der Musik, verbinden konnte. “Ein Teil meiner Karriere sind Konzerte. Ich wähle Songs aus, die eine tiefere Bedeutung haben. Zwischen den Liedern spreche ich über Erfahrungen und stelle den Leute mein Wissen über Spiritualität vor, das ich durch Meditation erlangt habe. Es nennt sich ‘Music and Meditation’. Die Leute, die kommen, wissen also womit sich der Abend befasst. Ich singe – und manche Songs nutze ich auch als Meditationsmoment. Und danach gibt es einen Moment der Ruhe.”

Durch die Meditation hat die Sängerin nun ihren ganz individuellen Platz in der Musikindustrie gefunden und versucht, in diese Welt mit einer tieferen Bestimmung zu gehen. Rachelle: “Meine ganze Sicht auf die Welt hat sich geändert. Ich habe mich gefragt, warum ich immer alles so ernst und verbissen genommen habe. Wir leben in einer materiellen Welt. Wir sollten das genießen und nicht verleugnen. Aber man sollte realisieren, dass man mehr ist als das. Und ab diesem Punkt ist man frei.”

 

Hier habt Ihr die Chance Rachelle Jeanty live zu erleben:

”Spirit of Joy” Singing and Meditation Workshop
Jan 23 2016, ART CONSULT, Anhalter str 7 Berlin (14:00 – 18:00 Uhr)
* for all levels

Abendkonzert Rachelle Jeanty & Falk Bonitz
Jan 23 2016 (20:00 Uhr)

Anmeldung: info@art-consult.me

Nähere Infos findet ihr HIER!

ODER

Sahaja Yoga Zentrum Charlottenburg
*mondays sessions guided by Rachelle

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Fotos: Rachelle Jeanty Privat

Das Wort zu Weihnachten

Es ist das Fest der Liebe. Eigentlich. An Weihnachten kommt jährlich die Familie für ein gemeinsames Essen und das gegenseitige Geschenkeverteilen zusammen. Es ist die Zeit im Jahr, an der man eigentlich zur Ruhe kommen sollte, die Zeit mit der Familie genießen. Kurz vor Jahreswechsel will man noch einmal seine Gedanken sammeln, Energie tanken. Das hört sich in der Theorie erst mal ziemlich plausibel und einfach an. In der Praxis aber ist das Ganze mit ziemlich viel Stress verbunden. Kennt ihr sie – die drei Viren der Weihnachtszeit?

Zolpidem wird zur Behandlung von Schlafstörungen (Insomnie) bei Erwachsenen. Wenn Sie Probleme beim einschlafen, es hilft Ihnen, schneller einschlafen, so können Sie sich eine bessere Nachtruhe. Zolpidem gehört zu einer Klasse von Medikamenten Diese schlafmittel genannt Beruhigungsmittel-Hypnotika. Es wirkt auf das Gehirn zu produzieren eine beruhigende Wirkung. Dieses Medikament ist in der Regel beschränkt auf die kurze Behandlungszeit von 1 bis 2 Wochen oder weniger. Nehmen Sie nicht eine Dosis dieser Droge, es sei denn, Sie haben Zeit für eine vollständige Nachtruhe von mindestens 7 bis 8 Stunden. Wenn Sie aufwachen, bevor, dass, müssen Sie möglicherweise einige Verlust des Gedächtnisses und Probleme haben kann, sicher tut jede Aktivität, die Wachsamkeit und Aufmerksamkeit verlangen, wie Autofahren oder bedienen von Maschinen. Die Dosierung basiert auf Ihrem Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand, anderen Medikamente, die Sie einnehmen können, und Reaktion auf die Behandlung. Erhöhen Sie nicht Ihre Dosis, nehmen Sie es öfter, oder verwenden Sie es für länger als vorgeschrieben.


Nummer Eins: Geschenke! Für die Empfänger ein Segen, für die Verschenker eine Achterbahn voller Gefühle. Jedes Jahr aufs Neue möchte man das perfekte Geschenk für den perfekten Menschen finden. Eigentlich hätte Mama ja den ganzen Sternenhimmel verdient. Den kann man schlecht kaufen. Was soll also wieder auf das Neue her, um ihr ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern? Ein Blick in das Portemonnaie. Ups, schon wieder pleite. Und da fängt der Stress schon an. Dann denke ich an Menschen, deren Geldhahn nicht aufhört zu fließen. Wie machen das eigentlich Angelina Jolie, Brad Pitt und Co., die sich alles auf der Welt selbst leisten können? Wenn Geschenke einen ganz anderen Stellenwert haben… In den letzten drei Tagen vor dem geliebten und gefürchteten 24. Dezember geht’s dann auf Shoppingtour. Na ja, auf die Idee sind anscheinend auch Tausend andere Menschen gekommen. Was für ein Gewusel und Geschupse – als ob es die letzten Jahre nicht anderes gewesen wäre. Mitten im Einkaufszentrum mache ich mir Gedanken über unser konsumorientiertes Weihnachtsfest. Die Industrie sagt “danke”. Aber wenn man dann die glücklichen Gesichter der Liebsten unter dem Tannenbaum sieht, sind diese Gedanken längst vergessen. Und dieses eine besondere Lächeln bekommt man oft auch nur mit einer kleinen Geste, etwas, das vom Herzen kommt. Und wenn man auf das eigene hört, ist das richtige Geschenk bestimmt ohne Stress schnell gefunden. Oder?

Mmhhh, in der ganzen Wohnung riecht es nach Keksen, die Lichter erhellen die Wohnung, der Bruder schnappt sich den Laptop und macht “Last Christmas” von Wham an. Da ist sie doch, die Weihnachtsstimmung. Während Mama in der Küche die Gans und Klöße brutzelt, mache ich es mir auf der Couch gemütlich und suche mir im TV einen der vielen Weihnachtsfilme aus. Ich komme zur Ruhe. Aber irgend etwas stört. Und da wären wir bei dem Weihnachtsvirus Nummer Zwei. Die Arbeit, die nicht aus dem Kopf geht. Bevor es in den verdienten Urlaub ging, hat man noch das eine oder andere auf dem Schreibtisch liegen lassen. Dies und das müsste eigentlich noch erledigt werden. Soll man sich jetzt doch noch ein Home Office auf dem Festtagstisch bauen? Und dann wäre noch die ungewisse Arbeit, die nach den Feiertagen auf uns wartet. Wie kann man die Ruhe vor dem Sturm genießen, wenn der in ein paar Tagen doch wieder an der Tür klopft? Ganz einfach! Zurücklehnen und Gedanken abschalten, loslassen. Ist schwerer, als man denkt. Aber wenn man sich einmal getraut hat, laden die Akkus wie von selbst.

Und dann wären da noch Träume, die man sich nicht verwirklicht, die Männer, die man nicht geküsst, die Kilos, die man wieder nicht abgenommen und die Reisen, für die man nicht gespart hat. Gedanken über Gedanken. Denn nach Weihnachten bedeutet auch kurz vor dem Jahreswechsel. Und mal ehrlich, wer ist schon bereit für ein weiteres neues Jahr? Mal wieder älter werden, neue Vorsätze, neue Aufgaben. Alles ist ungewiss, die Karten werden neu gelegt. Stress abbauen, das wäre doch mal ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Damit fangen wir am besten jetzt schon an. Wie? Wir lassen diese zwingenden Gedanken los, akzeptieren die aktuelle Situation und starten ohne große Vorsätze, ohne großen Stress. Klar, sollte man sich Ziele setzen. Aber mit positiven Gedanken funktioniert fast alles wie von selbst. Einfach ausprobieren!

Das OLS-Team wünscht frohe und stressfreie Weihnachten!

Foto: Nikola Jelenkovic

 

Das Social-Media-Problem meiner Generation

Ich bin seit fünf Wochen clean. Nein, nicht so, wie ihr denkt. Seit über 40 Tagen habe ich kein Bild mehr bei Instagram gepostet und bin kurzzeitig den Fängen der Social-Media Welt entkommen. Das hört sich für manche vielleicht unverständlich an. Aber das sind eben die Probleme, mit denen meine Generation zu kämpfen hat.
Ihr habt bestimmt diesen einen Freund oder kennt es sogar von euch selbst, wenn man ca. 20 Selfies von sich schießt. Eins davon ist okay genug, um es zu posten. Aber erst muss natürlich noch ein passender Filter gefunden werden, Profis benutzen zusätzlich sogar Weichzeichner und erhellen die Zähne. Wenn das Foto genug bearbeitet ist, die Lippen volumig und die Nase stupsig aussieht, darf auf „posten“ gedrückt werden. Ach so, und bitte nicht die Hashtags vergessen: #ootd # friends # happy #fashion #likeforlike #nofilfer. Irgendwie seltsam unsere Generation. Und dann wären da noch die Bilder vom Mittagstisch, vom Kaffee oder den neuen Schuhen. Die Vielfalt bei Instagram und Co. kennt keine Grenzen. Für eine Zeit lang war das ganze aufmerksamkeitsgestörte Verhalten in der Online-Welt irgendwie normal für mich. Aber mit der Zeit kam ich ins Grübeln…
Ich war mit meinen Freunden zum Brunchen verabredet. In einem Szene-Lokal in Kreuzberg. Dort, wo es nur außergewöhnliche Kreationen zum Frühstück gibt. Das Essen, eine perfekte Requisite. „Bitte bestellt aber nicht alle das Gleiche. Das sieht sonst nicht gut für das Instagram-Foto aus“, sagte mein guter Freund. Als das Essen kam, durften wir nicht loslegen, obwohl die Bäuchlein schon knurrten. Nein, die Sonnenbrillen und iPhones mussten auf dem Tisch erst zurecht gelegt werden, die Teller hin und her geschoben. Klick, klick, klick. Erst nachdem aus allen Perspektiven ein Bild gemacht wurde, durften wir essen.
Was ist nur los mit meiner Generation, dass wir das Gefühl haben, alles mit anderen Leuten teilen zu müssen? Bei Facebook sind es wenigstens noch Freunde und Bekannte, bei Instagram aber sind es fremde Leute, von denen wir uns ein Portiönchen Selbstbewusstsein holen. Mit jedem Like geht das Selbstwertgefühl eine Treppe nach oben. Bleiben die Likes aus, wird das Foto kurzerhand wieder gelöscht. War wohl nicht gut genug. Perfekte Fotos, schöne Gesichter, teure Klamotten, coole Szene-Partys. Wir erschaffen uns eine Scheinwelt. Mit dem echten Leben hat diese aber meist wenig zu tun.
Ich habe meine Instagram-Fotos quasi in einer Nacht- und Nebelaktion gelöscht. Still und heimlich. Ich kam morgens von einem Club nach Hause und es ging mir nicht aus dem Kopf. Ich hatte keine Lust mehr, mich zu inszenieren – für Fremde. Ich wollte nicht mehr 20 Selfies machen, um das 17. zu bearbeiten und mich optisch so zu verändern, dass ich anderen gefallen könnte. Ich wollte nicht darauf warten, wie viele Likes ich für ein Foto bekomme. Ich wollte nicht mehr jeden Augenblick mit der Öffentlichkeit teilen, sondern Momente einfach nur für mich genießen. Ich wollte mich nicht mehr beweisen. Also weg mit den Selfies, den Bildern mit Freunden, den Fotos von Konzerten oder Store-Openings. Mit ein paar Klicks waren sie verschwunden. Die Bilder, die Likes und einige Follower. Ein Foto ist geblieben. Es zeigt den „Like“-Button bei Instagram. „Lass diese Dinge nicht für dein Selbstwertgefühl verantwortlich sein”, steht darauf. Es hat 31 Likes.
Willkommen im 21. Jahrhundert. Internet gehört zur Tagesordnung. Kein Tag vergeht, an dem wir nicht mit unserem Smartphone online surfen. Während Social Media jahrelang als Vernetzung von Kontakten galt, ist es heutzutage so viel mehr als das. Eine Geldmaschine, ein Wirtschaftsfaktor. Für viele Marken und Unternehmen sind soziale Netzwerke wichtiger als Werbungen. Hier kann mit dem Endverbraucher direkt kommuniziert werden. Kein Wunder, dass daraus auch so genannte Instagram-Blogger entstanden sind. Die einen trinken bestimmte Energy-Drinks, die anderen tragen bestimmte Labels. Und damit wird gut Geld gemacht. Und die Portion Aufmerksamkeit gibt’s gratis dazu.
Vielleicht sind auch deswegen so viele Menschen so viel beschäftigt mit Instagram, Facebook, Snapchat. Vielleicht möchten sie auf den Geldzug mit aufspringen. Was ja auch okay ist. Vielleicht ist es ihnen aber gar nicht bewusst, wie sehr sie ihren Drang nach Aufmerksamkeit ausleben und Bestätigung suchen. Letztendlich gehört im Leben mehr dazu, als eine perfekte Internetwelt und mehrere Tausend Follower. Und keiner sollte sich einem Schönheitsideal fügen müssen, was online kommuniziert wird. Nein Mädels, ihr müsst nicht alle schattierte Gesichter und aufgespritzte Lippen haben. Und wenn ich das nicht habe, muss ich auch nicht mein Foto-Bearbeitungsprogramm überstrapazieren, um so auszusehen. Was sich für manche vielleicht banal anhört, ist für viele ein ernsthaftes Problem. Denn wenn man dem Ganzen auf den Grund geht, geht es oft um eine mit sich selbst unzufriedene Person. Die sich nicht gut genug fühlt, die mit anderen mithalten muss. Die einen mögen damit gut umgehen können, andere haben damit zu kämpfen. Wer gewinnt schon den Kampf gegen das Internet?
Ich möchte keine Moral-Apostel sein. Ich war es nur für eine Zeit lang satt, dass sich so viel um eine virtuelle Welt gedreht hat. Und deswegen sollte ja auch nicht komplett auf Social Media verzichtet werden! Aber weniger ist manchmal mehr. Was sind Momente schon wert, wenn wir sie für andere festhalten, sie aber selbst verpassen? Und was macht es uns als Mensch aus, wenn wir im Internet perfekt erscheinen, uns im Spiegel aber eine andere Person anschaut?
Jetzt höre ich mich fast an, wie eine Social-Media-Revolutionärin, die gegen den virtuellen Strom schwimmen will. Aber auch ich werde mich irgendwann wieder fügen, dem Wahn verfallen. Vielleicht in ein paar Tagen, vielleicht in ein paar Wochen, vielleicht werden auch Monate vergehen. Aber meine nächsten Fotos kommen bestimmt. Ich weiß nicht, ob das traurig, oder einfach nur normal ist…

Foto: Gabriel Santiago

Das ist der neue OLS-Look

Rockige Töne, Tattoos, tanzende Models – Organic Lifestyle zeigt sich im neuen Look. Weg mit den Vorurteilen, dass organisch gleich typisch Öko ist. Keine Jutebeutel, keine Filz-Latschen, stattdessen eine moderne Hülle und ein organischer Kern. Die neue OLS-Kampagne setzt den Fokus auf den Lifestyle der bewusst lebenden Menschen. Sie sind Individualisten, haben Ecken und Kanten – und eine Gemeinsamkeit: glänzendes, gesundes Haar, frei von jeglichen Silikonen, Sulfaten und Parabenen. Aber genug geschrieben, denn jetzt könnt ihr das Haar in 360°-Perspektive sehen. Schließlich sagen Bilder mehr als tausend Worte…

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Diese Gärtner tauchen ab

Jeder kennt sie, die Nesseltiere, die in selbst gebildeten Kolonien die Meereswelt in ein Farbenspiel verwandeln. Blau, Gelb, Orange, Lila – die Farbrange von Korallen kennt keine Grenzen. Man sieht sie auf eindrucksvollen Fotos, viele Hobby-Taucher gehen unter Wasser, um selbst einen Blick der beeindruckenden bunten Gebilde zu erhaschen. Und doch sind Korallen mehr als nur schön anzusehen. Die Riffe bieten Fischen sowie Schildkröten nicht nur eine Heimat, sondern auch Nahrung und Brutstätten. Doch äußere Einflüsse, wie die Meeresverschmutzung und der Klimawandel führten mit der Zeit dazu, dass Riffe zerstört wurden und immer noch werden. Einige Korallenarten sind vom Aussterben bedroht. Und damit wird dem Meer nicht nur die Optik genommen, sondern auch den Lebewesen ein Teil ihres Lebensraums, in dem etwa ein Viertel aller bekannten Meeresfische existieren.

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Was der Mensch durch sein nicht nachhaltiges Handeln im Laufe der Jahrzehnte also zerstört hat, muss der Mensch nun auch wieder gerade biegen. Denn ohne das Eingreifen von Menschen haben viele der Korallenriffe keine Überlebenschance mehr – geschweige denn eine Möglichkeit zur Fortpflanzung.

Schon 1990 fanden sich eine Gruppe von Freiwilligen zusammen, um das Überleben der Korallen zu ermöglichen. Sie gründeten die „Global Coral Reed Alliance“. Bis heute sind andere Organisationen ihrem Beispiel gefolgt, verschiedene Techniken wurden entwickelt und immer mehr Standorte kamen dazu. Mittlerweile kämpfen sie u.a. auf Bali, in Florida und Indonesien sowie Thailand um das Überleben der Unterwasserwelt. Man nennt sie die Korallen-Gärtner.
Diesen ist der Wert der Korallen für das maritime Leben durchaus bewusst. Also nutzen sie Strom, um das Vorhaben voran zu bringen. Aber kann Strom im Zusammenhang mit Wasser wirklich funktionieren? Bei dieser Kombination würde man eigentlich das Gegenteil von Leben erwarten, welches geschaffen werden soll. Doch das von dem Architekten Wolf Hilbertz und dem Wissenschaftler Tom Goreau entwickelte Biorock-Verfahren ist sicher für Fisch und Mensch. Aus Stahl oder Draht werden hierbei künstliche Rifffundamente geschaffen, zusammengeschweißt wird das Konstrukt dann am Meeresboden verankert. Die Konstrukte finden sich übrigens in verschiedenen Formen wieder – genau wie es eben die Natur vormacht. Im nächsten Schritt werden die Gebilde mit einem isolierten Kupferdraht verbunden, durch den Gleichstrom weiter geleitet wird. Die elektrische Spannung ist so niedrig, dass weder Mensch noch Fisch einen Schaden davon tragen könnten.
Durch den Strom wird ein mineralischer Niederschlag erzeugt, der die Voraussetzung für die Bildung einer Festigkeit ist, die in ihrer Zusammensetzung der natürlichen Korallenriffe ähnelt. Die Salze, die durch die elektrolytische Reaktion entstehen, führen zur Ablagerung von Kalkstein. Und dieser regt die Korallen wiederum zum Wachstum an. Abgebrochene Korallenstücke finden durch Transplantation ihren Platz auf dem Draht. Je mehr Stücke, desto schneller das Wachstum.

Ende gut, alles gut? Fast! Denn wieder könnte der Mensch dafür verantwortlich sein, dass die Entwicklung der Korallen ins Wanken gerät. Die künstlichen Riffe erfordern nämlich eine regelmäßige Pflege und Überwachung. Schließlich könnten Taucher oder Bootsanker die Bildungen zerstören. Der fragile Lebensraum kann durch nur einen unachtsamen Flossenschlag stark beschädigt werden. Und dann wird zerstört, was seit Jahren gewachsen ist…

Irgendwie ironisch, dass genau Taucher wiederum von großer Bedeutung für die Menschen rund um das Unterwasserprojekt sind. Denn in den künstlich erzeugten Korallenriffen siedeln sich nach und nach immer mehr Fische an, was ja das maritime Leben schützt. Und genau die Fische locken neugierige Taucher an. Diese fördern den Tourismus, schaffen letztendlich Arbeitsplätze. Wieder ein schönes Beispiel dafür, dass bei einem nachhaltigen Umgang zwischen Mensch und Natur für alle Seiten nur Positives entstehen kann.

Foto: “Bursting with color” by the tahoe guy, Some rights reserved, www.piqs.de

 

ITVA: Jedes Model ist eine eigene Inszenierung

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500 000 Zuschauer online, 5000 Bewerber, davon 69 Teilnehmer und eine Bühne. Auf dieser dreht sich am 22. November in Berlin alles um Kreativität, Inszenierung und Haare. Beim International TrendVision Award, präsentiert von Wella, treten junge talentierte Friseure an, um ihr Können vor einer Jury und dem Publikum zu beweisen.

Auch Petra Brockmann und Thomas Brockmann-Knoedler werden ein Teil des großen Events sein. Sie sammelten jahrelang Wettbewerbserfahrungen, doch antreten werden sie nicht mehr. Die beiden fungieren als Vorreiter, denn als neue Wella Global Creative Artists wird das Friseur-Ehepaar Teil einer spektakulären Show. In 15 Minuten werden sie 15 Models über die Bühne schicken und ihre Haar-Farbwelt 2016/17 präsentieren. Keine Haarteile, keine Perücken, keine Tonnen von Haarspray. Nur der Fokus auf die individuelle Haarqualität des jeweiligen Models. Hier wird zwar ein globales Bild geschaffen, aber der Blick fällt nicht auf das Ganze, sondern auf die Einzigartigkeit. „Bei uns ist es so, dass wir viel Wert auf die Mischung legen – auf das Modell, die Haarqualität des Models im ursprünglichen Sinne und die Zielfarbe. Das soll alles auf realem Boden stattfinden. Wir bereiten unsere Modelle wochenlang vor. Wir arbeiten mit den Haaren, wie ein Sportler, der für einen Wettkampf trainiert. Die Haare müssen farblich, von der Kondition, von der Qualität und von der Pigmentierung her so auf dem Punkt sein und natürlich aussehen, als wären sie nie anders gewesen. Und trotzdem sollen sie eine neue Farbe haben und hundert Prozent zur Trägerin passen. Das ist unser Ziel“, erklärt Petra.

 

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Eine Viertelstunde bedeutet also monatelange Vorbereitung und Energie, die für diesen einen Moment auf der Bühne investiert wird. „Zuerst haben wir die Moodboards und Konzepte festgelegt. Dann wird das Make-up auf die Farbwelt der Haare abgestimmt und die Kleidung passend dazu entworfen. Jedes Modell hat ein eigenes Moodboard und bekommt einen für sie perfektionierten Look“, erzählt Thomas. Jedes Model ist hier eine eigene Inszenierung, Lichtwelten und Bühnentechnik machen den Rest. Durch diese sollen live auf der Bühne neue Farbwelten am Haar entstehen – eine Verschmelzung des organischen Gedankens und der virtuellen Welt.

So viel Show und Aufwand nur für einen kurzen Augenblick. Muss das sein? „ Ein Friseur soll emotional berührt werden, deswegen diese Show. Man kann ihm dadurch kreative Einflüsse geben“, findet Thomas. Den Ansporn für die eigene Kreativität finden die Friseure auch im Wettbewerb. Denn trotz der subjektiven Einschätzung einer Jury ist das Instrument Wettbewerb wichtig für die Branche. „Mit den Wettbewerben sollte jungen Menschen mitgegeben werden, etwas erreichen zu wollen. Das ist sehr wichtig. Viele junge Menschen wachsen heute total ziellos und unorientiert auf. Ein junger Mensch muss heute so ausgebildet werden, dass er sich Ziele setzt. Ich halte es für ganz wichtig, dass wir in unserer Branche dem Nachwuchs die Möglichkeiten geben, etwas erreichen zu können.“

Hier könnt ihr das Event live mitverfolgen: https://www.periscope.tv/wellapro

Wie aus einem Kindheitstrauma ein veganes Label wurde

Diese beiden verbindet mehr als nur der gemeinsame Stammbaum. Sandra und Anja Umann sind Zwillinge, 2010 gründeten sie das vegane Label Umasan. Es sollte eine Innovation in einer Branche sein, die vor lauter Geld die Werte nicht mehr sieht. Wirtschaftlichkeit vor Bewusstsein. „Die Modebranche war damals noch sehr verschlossen und beinahe ignorant dem Thema gegenüber“, gesteht Sandra dem „Organic Lifestyle Magazin“. „Es gab eine allgemeine Oberflächlichkeit in der Branche, die gar nicht auf die Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit einging. Sie sträubte sich noch dagegen. Wir wollten einfach zeigen, dass es tolle neue und innovative Materialien gibt, die zukunftsweisend sind und es für uns spannend gemacht haben, uns in die Modebranche zu begeben.“ Der Startschuss für ein Leben, das so anders war, als ihre eigenen Ursprünge. „Wir sind mit relativ viel Fleisch groß geworden und hatten ein kleines Kindheitstrauma davon mitgenommen“, erzählt Anja. „Das machte uns den Weg einfach, erst mal auf Fleisch zu verzichten. Parallel zu dem hohen Fleischkonsum sind wir mit Tieren groß geworden. Das hat wiederum unsere ethischen und moralischen Vorstellungen geprägt. Als wir aus dem Elternhaus ausgezogen sind, haben wir schnell den Weg in das Vegetarische gefunden.“ Sandra: „Unser Anliegen ist zu zeigen, dass dieser Lebensstil kein Verzicht ist, sondern einen Mehrwert hat. Für den Träger der Kleidung. Damit gibt man dem behafteten Wort vegan eine ganz neue Perspektive.“

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Mittlerweile leben die Zwillinge seit acht Jahren vegan und finden sich fünf Jahre nach der Labelgründung mitten im Modezirkus wieder – der doch sonst so bunt und voller Glitzer ist. Nicht bei Umasan. Viel Schwarz, Minimalismus, Anlehnungen an die japanische Schnittkunst. Letzteres lernte Sandra bei dem berühmten Designer Yōji Yamamoto.
Hinter dem besonderen Weg, denn die Schwestern noch gehen wollen, liegt nämlich eine besondere Vergangenheit. Nach dem Modedesignstudium zog es die gebürtige Dresdnerin Anja nach Japan, wo sie sich von Yamamoto lehren ließ. „In der Zusammenarbeit mit ihm war für mich die Schnittführung sehr wertvoll. Die Japaner haben ganz andere Schnittansätze“, erklärt sie. „Das ist ein verborgenes Wissen, an das die Europäer gar nicht rankommen. Es kommt aus einer jahrtausendalten Tradition der Kampfkunst, die immer den Ansatz hatte, Funktionalität und Mobilität in den Vordergrund zu bringen.“ Andere Einflüsse zog sich die Marke aus der Schwarz-Weiß-Fotografie. „Es verschönert oder verdeckt Dinge nicht, sondern setzt den Fokus auf die Form“, sagt Sandra, die früher als Fotografin arbeitete. „Wir reduzieren unsere Kollektionsteile auf Schwarz-Weiß und geben dem Träger damit Raum. Wir lassen ihn selbst wirken.“
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Fotos: Umasan

Seine Träne bleibt

„Als Tränentattoo (umgangssprachlich auch Knastträne) bezeichnet man eine Tätowierung in Form einer Träne, zumeist unter dem Auge gestochen. Es steht unter anderem in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten. Seine genaue Bedeutung ist jedoch umstritten“, steht es in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Auch Kai Uwe hat sie, die so genannte „Knastträne“. Und das, obwohl er mit Knast so wirklich gar nichts am Hut hat. Er ist von oben bis unten tätowiert, auch andere Tattoos zeichnen sein Gesicht. Willkommen im 21. Jahrhundert. Ungewöhnlich ist das schon längst nicht mehr. Die permanente Körperbemalung als neue Ästhetik. Und trotzdem hat der Tätowierer regelmäßig mit Vorurteilen zu kämpfen. „Ich wurde deswegen schon oft auf der Straße angesprochen“, erzählt der 27-Jährige dem „Organic Lifestyle Magazin“. „Dann kommt die klassischen Frage: ‚Warst du im Gefängnis?‘ Das passiert relativ oft.“ Wie man auf so viel Ignoranz reagiert? Mit Humor: „Ich antworte meistens: ‚Ja.‘ Ich sage das aber so, dass die schon merken, dass es nur Spaß ist.“ Eine Lebenseinstellung? Eine Rebellion? Vielleicht sollte man aufhören, so viel in Knasttränen und Co. hinein zu interpretieren. Schließlich sind wir die Generation Y, Hedonisten, machen, was wir wollen. „Ich habe Bock drauf und finde es schön“, sagt Kai Uwe. „Ich fand das schon immer interessant, einfach ein No-Go zu machen. Dadurch, dass ich es mir als Tätowierer erlauben kann, ist es letztendlich egal, wie ich rumlaufe. Natürlich werde ich trotzdem noch von der Seite schief angeschaut. Es wird nicht so akzeptiert, wie viele glauben.“

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Alles fing an mit einem Logo der MTV-Sendung „Jackass“, als Kai Uwe 18 Jahre alt war. „Damals war ich ein Fan und wollte ein Tattoo davon haben.“ Neun Jahre später hat der Dresdner den Überblick über seine Tattoos verloren. Wie viele es sind? „Keine Ahnung.“ Schmetterling, Kreuz, Frauenköpfe und Schriftzüge. Nur ein kleiner Ausschnitt seiner Körperkunst.
Jede Schale hat einen Kern. Hinter dem Körperkult, der Fassade, steckt Kais Leidenschaft zur Kunst. „Ich würde es nicht als Kunst, sondern als Handwerk bezeichnen“, sagt er bescheiden. Schon von klein auf zeichnete und malte er Bilder. Anfangs den Klassiker: Haus, Mama, Papa. Heute sind es traditionelle Zeichnungen: Anker, Schwalbe, Steuerrad. Kai nennt es „Seefahrer-Klischees“. Für die ist er bekannt, das wissen auch seine Kunden. Und trotzdem verpasste er schon die unterschiedlichsten Tattoos. Mal außergewöhnlich, mal schlicht. „Ich habe mal einen Toaster über einen Hintern tätowiert, aus dem keine Toasts, sondern Delphine kamen.“ Aber es gibt auch No-Gos: „Alles, was in eine komische politische Richtung geht, verneine ich komplett. Und Sachen, die nicht schön aussehen. Ich berate die Leute so weit, dass man einen Kompromiss eingeht, der für beide Seiten vertretbar ist.“ Schließlich ist das Tattoo für immer. Permanent. Irgendwie beängstigend, oder? „Die Verantwortung ist so groß“, sagt er. „Man muss im Kopf so weit sein, dass man erkennt, dass man den Körper eines anderen Menschen verändert. Das bleibt für immer da. Mit diesem Gedanken klar zu werden, war das Schwerste für mich.“ Irgendwie sympathisch.

Fotos: Kai Uwe

So wird das Haar wieder auf den Ursprung reduziert

Sonntag, 10 Uhr morgens in Dresden. In der Brockmann & Knoedler Business Academy beginnt der Anwendertag zu den Organic Lifestyle-Produkten. Dabei sind 14 weibliche und ein männlicher Friseur, die heute mehr über das Produkt erfahren wollen, was dahinter steckt, wie es angewendet wird, wie es sich am eigenen Haar anfühlt. Mittendrin: ich. Mehrmals blondiert, mit geschädigtem Haar. Habe ich meinen Haarausfall schon erwähnt? Ich bin für diesen Tag aus Berlin angereist, um das Event als Reporterin zu begleiten, so viel Input daraus zu ziehen, wie möglich. Was mir vorher nicht bewusst war, heute lerne ich auch etwas für mich.

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Der Anwendertag beginnt mit einer kleinen Theoriestunde. Daniel Thomas übernimmt die Leitung und geht schon zu Beginn in die Tiefe. Die OLS-Produkte werden bist auf das letzte Detail runter gebrochen. Was steckt drin, was lösen die Inhaltsstoffe aus. Durch OLS wird das Haar wieder auf den Ursprung reduziert, das lerne ich. Das klappt mit organischen Inhaltsstoffen, die alle in Deutschland wachsen. Insgesamt gibt es mittlerweile 14 Produkte. Was auch mit auf dem Weg gegeben wird: entweder ganz oder gar nicht. Wer neben einer OLS-Haarwäsche andere Stylingprodukte benutzt, reißt die Arbeit wieder ein. Auch negative Erfahrungen rund um das Produkt werden erfragt und geklärt. Zwischendurch werden Anekdoten aus dem Friseuralltag erzählt, es wird sich ausgetauscht, gescherzt, gelacht. Notiz an mich: Mit Humor macht sogar Theorie Spaß. Heute lerne ich außerdem über die Haarstruktur und, wie diese auf bestimmte Stoffe reagiert. Aber auch, welche Produkte genau das Gegenteil erzielen, was sie versprechen und, was der falsche Umgang mit dem Haar für Konsequenzen haben kann. Ich fasse mein Haar an, die Konsequenzen spüre ich.

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Jetzt geht es zum Praktischem. Die Teilnehmer sollen sich gegenseitig die Haare mit den OLS-Produkten waschen. Hier stehen ihnen die Trainer helfend zur Seite. Es wird genau darauf geachtet, wer welche Haarstruktur hat und, welches Produkt zu dieser passt. Manche der Teilnehmer sitzen 20 Minuten oder länger am Waschbecken und bekommen bei geschädigtem Haar vielleicht sogar die Haare zwei bis dreimal gewaschen. Das soll nämlich erst mal alles aus dem Haar spülen, was da nicht rein gehört. Eine Prozedur, die man nicht unbedingt vom 0815-Friseur kennt. Hier geht es nicht um Schnellig-, sondern um Gründlichkeit und das individuelle Haar. Ich frage mich, wie viele Wäschen mein Haar benötigen würde.

Ich schaue mir die Prozedur ganz gründlich an, gehe von Teilnehmer zu Teilnehmer. Hier ist alles dabei. Blondiertes, gefärbtes, mit Dauerwelle behandeltes, aber auch gesundes Haar. Und trotzdem haben alle nach dem ersten Föhnen den gleichen Wow-Effekt. Das Haar schimmert und glänzt. Ganz natürlich, ganz ohne Styling-Produkte. Bevor das Haar jetzt wieder nass gemacht und mit einem Conditioner behandelt wird, heißt es Mittagspause. Zeit, die Teilnehmer kennenzulernen. Ich höre mich um. „Wir sind aus Waldkirch und haben gerade einen Salon aufgemacht. Wir sind hier, weil wir nächste Woche die OLS-Produkte in den Salon bekommen. Ich möchte mehr darüber erfahren“, erzählt mir eine Teilnehmerin. Empfohlen wurden ihr die Produkte von einer befreundeten Friseurin. Eine Teilnehmerin, die einen Salon in Österreich hat und extra für den Anwendertag angereist ist, erzählt, dass sie OLS schon ein Jahr selbst anwendet und Veränderungen an ihrem Haar bemerkt hat. „Sie sind sehr schnell gewachsen. Meine Haare waren wieder, wie als Kind – super stark.“ Das organische Bewusstsein liegt ihr sehr am Herzen, wie sie erzählt. Nach dem Anwendertag will die Friseurin entscheiden, ob sie das Produkt nächstes Jahr ordern will oder nicht. Eine andere Teilnehmerin ist seit 20 Jahren Friseurin. Mit ihr wird es interessant – denn sie ist zu Beginn des Anwendertages eine Skeptikerin, was die Produkte angeht. „Wenn man schon so lange Friseurin ist und schon mit so vielen Produkten gearbeitet hat, fehlt mir manchmal das Verständnis, sich auf etwas Neues umzustellen“, erklärt sie mir. „Der Tag ist mir wichtig, um mein Bewusstsein zu erweitern und mich auf das Produkt einzulassen. Ich muss es besser verstehen können. Bei den Kunden hat es bisher sehr gut funktioniert. Aber bei mir persönlich ist es noch nicht so.“

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Nach der Pause geht es weiter mit der Prozedur. Die Conditioner werden angewendet, um die Haare wieder zu schließen. Manche bekommen vorher noch eine Haarmaske aufgetragen. Als Stylingprodukt wird das Proteinspray angewendet, andere brauchen es gar nicht. Beim Haarföhnen wird es immer lauter – liegt aber an den Unterhaltungen der Teilnehmer. „Das ist der Hammer. Die Haare fühlen sich so toll an. Die glänzen total.“ Das höre ich übrigens mehrmals. Am Ende des Seminars sehe ich ein Lächeln an allen Teilnehmerinnen sowie glänzendes und bewegliches Haar. Eine Teilnehmerin kommt auf mich zu: „Du hast die Haare jetzt aber nicht mit OLS gewaschen, oder?“ Ich antworte grinsend: „Nein, sieht man das?“ Sie: „Na ja, du bist jetzt die einzige, die solche Haare hat.“ Ich fasse meine Haare an. Was sie mit „solche“ meint, weiß ich ganz genau. Mir fällt auf, dass ich heute den ganzen Tag als Negativ-Bespielt verwendet wurde – wie das Haar eben nicht aussehen und sich anfühlen sollte. Selbst Schuld. Ich werde dann auch mal auf OLS umsteigen – und die Entwicklung meiner Haare könnt ihr dann bald hier auf dem Blog verfolgen.

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Fotos: Privat