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Gucci, Prada, Valentino: Veronique Kern (SMC) im Talk über das echte Modelbusiness

Schöner, schlanker, fitter: Die Anforderungen an Fashion-Models sind hoch. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wir haben mit Veronique Kern, Founder von SMC Model Management, über das Modelbusiness gesprochen. Sie verrät uns, worauf es beim Model-sein ankommt, was das Geheimnis für den Erfolg ihrer Agentur ist und wie sie es geschafft hat, ihre Models auf die Laufstege der Welt zu bringen.

OLS: Ihre Modelagentur wurde 2009 gegründet. Woher kam der Wunsch nach einer eigenen Agentur?
Veronique Kern: Die Agentur gibt es schon viel länger, war damals jedoch nur national vertreten. Ab 2009 wurde aus Supermodels Connect SMC und es ging in die internationalen Märkte: London, Mailand, Paris. Wir wollten unbedingt mit großen Häusern wie Prada und Gucci arbeiten und mehr in den High Fashion-Bereich.

OLS: Ihr Sohn Alexander David Kern ist Mitbegründer und Modelagent von SMC. Er wird häufig als „Das Auge“ bezeichnet, da viele Models, die er entdeckt hat, auf den Laufstegen der Welt laufen. Woher kommt sein Gespür fu?r „rohe Diamanten“?
Veronique Kern: Alexander hat einfach ein gewisses Bauchgefühl. Seine Ästhetik fu?r Schönheit und außergewöhnliche Schönheiten entsprachen genau dem, was die Designer gesucht haben.
 

“Die Kunst ist nicht nach oben zu kommen, sondern oben zu bleiben.”

 
OLS: Sie waren lange selbst Model. Aus dieser Zeit konnten Sie sicher viele wertvolle Erfahrungen in Ihre Agentur einfließen lassen.
Veronique Kern: Tatsächlich kann ich meinen Models dadurch wirklich viel mitgeben und bringe ihnen vor allem bei, dass es nicht nur um Schönheit geht, sondern viel mehr um Ausdauer, gesunden Ehrgeiz, Geduld und Professionalität. Die Kunst ist nicht nach oben zu kommen, sondern oben zu bleiben.

OLS: Was unterscheidet SMC von anderen Model-Agenturen?
Veronique Kern: Wir nehmen ausschließlich Girls unter Vertrag – und das im kleinen Rahmen, so called “Boutique Management”. Dadurch können wir viel intensiver and den Karrieren unserer Models arbeiten, was wiederum den schnelleren Erfolg im Vergleich zu anderen erklärt.

OLS: SMC ist eine der erfolgreichsten Model-Agenturen international. Was ist das Geheimnis fu?r den Erfolg?
Veronique Kern: Es ist die persönliche und freundschaftliche Beziehung zu unseren großen Kunden, die wir über die Jahre hinweg aufgebaut haben. Davon profitieren unsere new faces stark.
 

“Für die Fashion Week muss man fit wie ein Sportler sein!”

 
OLS: Ihre Models laufen für große Marken wie Prada, Gucci, Louis Vuitton oder Valentino. Wie schaffen sie diesen großen Sprung in das Model-Business?
Veronique Kern: Die Casting-Direktoren fragen zu jeder neuen Saison direkt nach unseren new faces und sind gespannt, welche Models  wir ihnen vorstellen. Nachdem unsere Models von uns den richtigen Feinschliff bekommen haben und ready sind, geht meist alles ganz schnell.

OLS: Was muss ein Model haben, um in Ihre Agentur aufgenommen zu werden?
Veronique Kern: Ein gewissen Look, die richtigen Maße und Personality. Schönheit alleine reicht nicht. Unsere Models heben sich vor allem durch ihre besondere Personality und ihren Streetstyle von anderen Models ab.

OLS: Viele Modelagenturen setzen ihre Models unter Druck: Sie müssen dünner sein, fitter. Wie sieht das beim SMC aus? Gibt es strenge Regeln, an die sich die Models halten müssen?
Veronique Kern: Wir haben keine Regeln! Dennoch müssen unsere Models gesund, sexy, schlank und fit sein. Wer nicht auf seinen Body und seine Ernährung achtet und regelmäßig Sport macht, fu?r den gibt’s keine Fashion Week – dafür muss man fit wie ein Sportler sein und Power haben. Nur dünn sein führt bei uns und unseren Kunden zu keinem Erfolg!

Veronique Kern & Alexander David Kern


 

“Als Model hat man nur einmal die Chance. Man muss sich einen Namen machen.”

 

OLS: Nach außen wirkt das Modelbusiness glamourös. Die Models bewegen sich zwischen Prominenten und teuren Fashion Labels. Wie sieht die Realität aus?
Veronique Kern: Die lange und harte Arbeit im Vorfeld vor großen Shows, Red Carpets oder Awards sehen nur die wenigsten Leute. Im Modelbusiness ist es genau wie in Hollywood: Einen Film zu drehen dauert mehrere Monate. Man ist ständig am Set und muss immer topfit sein. Das ist nichts im Vergleich zum Glamour, den man dann zur Filmpremiere auf dem Red Carpet sieht.

OLS: Trotz des Glamour-Status, der Models oft zugeschrieben wird, hört man auf der Gegenseite auch, dass Models bei ihren Jobs kaum Geld verdienen, in winzigen WGs zusammengepfercht leben und bei Castings nur als eine Nummer von vielen behandelt werden. Was ist dran an der Kritik?
Veronique Kern: Jeder fängt klein an. Natürlich hat ein Topmodel ein anderes Honorar als ein new face. Am Anfang verdient man natürlich nicht so viel – man muss sich ja auch erstmal einen Namen machen. Aber sobald die ersten großen Editorials und Shows gelaufen sind, gibt’s beim Honorar keine Grenzen nach oben. Und was das Wohnen angeht: Unsere Mädels haben Glück. Wir haben immer SMC Apartments vor Ort.

OLS: Viele Models werden nach ein bis zwei Saisons aussortiert. Was ist der Grund fu?r diese kurzlebigen Karrieren?
Veronique Kern: Man hat als Model nur einmal die große Chance, einen Hype oder den gewissen Moment. Durch harte Arbeit im Voraus können wir den Models genau das ermöglichen. Wenn es dann aber soweit ist und das Model zum Beispiel endlich bei Prada ist, muss es mit Sympathie, Charme, Fun und Style vor Ort überzeugen und rausstechen. Models gibt es viele, deshalb ist es immer wichtig, cool zu sein, so dass die Kunden wieder mit einem arbeiten wollen. Personality ist gefragt. Die Kunden arbeiten mit Spirit und Ritualen, und legen daher keinen Wert auf Models ohne Energie.

 

Erfahrt hier mehr über SMC und die Models.

 

Bildcredits: Marcel Schwickerath für BrockmannundKnoedler, SMC Model Management

Echte Mamas

Echte Mamas: Wenn man Mama wird, steht das Leben plötzlich Kopf. Schon in der Schwangerschaft spielen die Hormone verrückt, die Emotionen fahren Achterbahn, der Köper macht was er will und alles ist neu, unbekannt und aufregend. Als Mama stellen sich einem so viele Fragen, auf die man keine Antworten hat, man ist unsicher, steht vor großen Entscheidungen und beschäftigt sich mit Themen, die einem vorher ganz fremd waren. Mit wem könnte man sich da besser austauschen als mit anderen Mamas, die Ähnliches erleben oder erlebt haben und einem zur Seite stehen, einem neue Perspektiven aufzeigen oder einfach nur mal sagen: „Es ist völlig in Ordnung, wie Du das machst!“ Genau das wollten Miriam Wiederer, Marion Scheithauer und Sara Urbainczyk mit ihrem Online-Magazin Echte Mamas erreichen. Die Idee dazu kam den drei Hamburgerinnen bei Spieltreffen während der gemeinsamen Elternzeit. Es war mehr eine Herzensangelegenheit als die Vision einer neuen Berufung, als sie mit einer Facebook-Seite in ein neues Unternehmen starteten. Dass sie damit einen Nerv treffen würden und die Facebook-Seite Echte Mamas heute nach einem Jahr schon 400.000 Follower stark ist, hätten sie damals nicht gedacht.

Bereits nach einem Jahr schon 400.000 Follower auf Facebook

„Wir waren überrascht wie schnell sich die Social Community gerade in unserer geschlossenen Facebook-Gruppe gebildet hat“ erzählt uns Marion. Dort können sich Mütter und werdende Mütter zu Themen wie Schwangerschaft, Erziehung oder Beziehungsfragen austauschen. Die Mamas fühlen sich so wohl und vertraut. Sie sprechen über alles miteinander. Ein paar wenige haben sogar angefangen die Gruppe eigenständig zu verwalten. „Sie haben gefragt, ob wir Hilfe brauchen und geben heute Beiträge frei und kümmern sich um Mitgliedsanfragen. Dafür sind wir ihnen unglaublich dankbar. Bald haben wir unser erstes Administratoren-Treffen. Es ist spannend zu erleben wie sich unsere Vision ganz organisch weiterentwickelt.“ Bereits 10 Mio. Beitragsinteraktionen im Monat verzeichnet das Trio von www.echtemamas.de und auch ihre Website kann sich über 600.000 Unique User freuen.

Erfolgsrezept und handwerkliches Können

Begeisterung, Freude an der Arbeit und auch das eigene Muttersein, waren wohl die ersten wichtigen Zutaten für dieses Erfolgsrezept, aber auch echtes Können, denn alle Drei sind vom Fach. Sie kommen aus der Verlagsbranche: Marion Scheithauer war Beauty-Chefin der Bauer-Zeitschrift “Maxi”, Miriam Wiederer leitete dieses Ressort beim Gruner+Jahr-Titel “Brigitte” und Sara Urbainczyk ist Business-Director der Bauer-Portale “Wunderweib.de” und “Lecker.de“. Sie ist noch in Elternzeit. Sie kennen sich aus in der Branche und jede bringt ihre Erfahrungen, Talente und Ideen mit ein. Sara ist Profi im digitalen Business und Facebook-Marketing und weiß genau, was es braucht, um organisch mehr Reichweite zu erzielen. Miriam ist das Organisationstalent, Redaktionsleiterin und für das Personal verantwortlich und Marion ist die Kreative, die Designkonzepte entwickelt und mit viel Herz eine Welt kreiert, die Mitgefühl, Vertrauen und Nähe schafft.

 

„Wir bilden das echte Leben ab. Kein Filter. Kein Drama.”

Aber auch der Content ist vielversprechend. „Wir bilden das echte Leben ab. Kein Filter. Kein Drama.”, sagt Marion. Auf Echte Mamas gibt es „keine durchgestylten Über-Mütter, die nie einen Fleck auf ihrer Designer-Bluse haben, und bei denen das Baby von Anfang an durchschläft, nie schreit und alles als erstes kann.“(www.echtemamas.de) Nein, hier erzählt das wahre Leben! Viele Mamas fühlen sich gerade in der Zeit der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt sozial ausgeschlossen und einfach allein. Darauf einzugehen und diese Gradwanderung zwischen Wunderschön und Wahnsinn zu begleiten gelingt Echte Mamas einfach gut und macht sie so beliebt.

 

Raum für Austausch, Diskussionen und Aufklärung.

Dabei haben die drei echten Mamas auch keine Ambitionen zu belehren oder ihre eigene subjektive Meinung an die Frau zu bringen. Was nicht bedeutet, dass sie keine haben. Aber Mamas sind verschieden und ihre Kinder sind es auch. Ob eine Mama ihr Kind täglich nach dem Mittagessen aus der Kita abholt, oder erst 16:30 Uhr, weil sie 40 Stunden arbeitet, wird hier nicht bewertet. Die eine legt ihr Kind von Anfang an ins eigene Bett und genießt den erholsamen ruhigen Schlaf, andere entscheiden sich für Kuschelzeit und intensive Nähe im Familienbett. Und so könnte man Seiten füllen. Da gibt es kein Richtig oder Falsch, dafür aber Austausch, Diskussionen, Mitgefühl, geteilte Freude und natürlich auch Aufklärung.

 

Die Geschichten der Anderen

Marion erklärt im Interview mit dem Organic Lifestyle Magazin: „Zum Beispiel beim Thema Impfen versuchen wir schon Impfgegnern die Ängste zu nehmen, die oft aus Vorurteilen entstanden und wissenschaftlich überhaupt nicht fundiert sind.“ Auch dem Thema Kinder und Karriere würden Miriam, Marion und Sara gern noch mehr Beachtung schenken. Denn auch heute ist es noch nicht selbstverständlich, dass auch bei einer erfolgreichen Frau, Kinder zum Leben dazu gehören! Doch erst einmal möchten sie den Geschichten der Mamas mehr Raum geben. Persönliche Schicksale, Fragen, Anregungen und berührende Geschichten bereichern das Online-Magazin und die sozialen Netzwerke von Echte Mamas.

Die Risiken der Online-Kommunikation

Natürlich gibt es darunter auch Themen, die das Potential haben sich negativ hochzuschaukeln. Oft sind es aber Missverständnisse aufgrund von unzureichenden Erklärungen, Interpretationsspielräumen und letztlich dem Fehlen von Mimik und Gestik, die dazu führen, dass eine Diskussion auch schnell mal abdriften kann. Wenn man im wahren Leben dem Gesprächspartner gegenüber sitzt, kann man mit etwas Sensibilität schnell erkennen, ob man den Bogen überspannt hat oder ob es noch Erklärungsbedarf gibt.

„Online fehlt das einfach“, so Marion Scheithauer: „In den meisten Fällen ist es aber keine Absicht. Das sind alle tolle Mamas.“ Aber bei einer Reichweite von 15 Mio pro Woche und 2,5 Mio Engagements lässt sich das selbst mit der Hilfe der Administratoren nicht immer verhindern oder überschauen. „Als ich es zum ersten Mal erlebt habe, bin ich mega erschrocken! Aber mit der Zeit sieht man, dass es sich auch wieder reguliert. Und User, die immer wieder negativ auffallen werden gesperrt, aber die meisten sind ganz normale Mamas wie wir und gehen sehr respektvoll miteinander um!“

Offline-Events bereichern das Online-Leben

Doch nicht nur online wollen die drei Hamburgerinnen aktiv sein. Es gibt noch viele frische Ideen. Im Frühjahr fand ihre erste „Baby-Shower-Party“ statt. „Es sollte noch viel mehr Offline-Events geben. Wir hatten so eine gute Zeit mit den Mamas. Es war traumhaft, sie so glücklich zu sehen.“, berichtet Marion. Mit Hilfe von Sponsoren wie Pampers oder Sigikid gab es für die zehn Mütter auch einen reich gedeckten Geschenktisch! Das schönste an diesem Tag, waren aber die ehrliche Freude, die Gespräche und das herzliche Miteinander! Das würden Miriam, Marion und Sara gern wiederholen, aber dafür braucht es zukünftig einen Eventmanager, der sich allein nur darum kümmert.

Und das Online-Magazin ist ja auch noch jung. Wer weiß welche Wege sich noch eröffnen!
„Wir sind ja noch in der Findungsphase. Wir lieben unsere User. Und wenn sie sich noch mehr wünschen, wir sie noch mehr unterstützen und sie noch glücklicher machen können, dann tun wir das und sind da ganz vorn mit dabei!“

(Bilder: Echte Mamas, pixabay)

Zelle gut, Haut gut

Hautprodukte gibt es mittlerweile viele – ob günstigere in den Drogerien oder etwas kostspieligere in den Parfümerien. Das Geschäft mit der Schönheit boomt! Aber welche helfen wirklich? Versprechen tun sie ja alle das Gleiche. Eine schöne, glatte Haut, Reduzierung der Fältchen, ein perfektes Hautbild also. Und trotzdem klagen vor allem Frauen immer noch über Unreinheiten, tiefe Poren und Co. Deswegen stellen wir Euch jetzt eine Marke vor, die das Problem nicht nur oberflächlich angeht, sondern die Erneuerung von Zellen ankurbeln soll.

Heutzutage haben viele verschiedene Dinge einen Einfluss auf unsere Haut und diese muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Auswirkungen auf unseren Körper können zum Beispiel der Stress aus dem Alltag oder dem Job, unser Lebensstil, die Ernährung oder sogar Umweltverschmutzungen sein. All das kann kann letztendlich zu einer schnelleren Hautalterung führen, da die Gesundheit der Haut leidet. Und genau hier setzt die australische Beautymarke „Grown Alchemist“ an. Durch ihre Produkte soll der Zellerneuerungsprozess optimiert und dem Hautalterungsprozess effektiv entgegengewirkt werden.

Wie das funktioniert? Indem die Schäden direkt an der Molekularstruktur behoben werden. Denn alle äußeren Einflüsse führen letztendlich zu einem Verlust der Elastizität und des Kollagens. Eine Folge sind Falten, Augenringe und weniger Strahlkraft. Und genau deswegen will Grown Alchemist, dass Problem von innen angehen, um das Äußere zu verbessern. Die Rezepturen der Produkte beeinflussen den Selbstheilungsprozess und die Regeneration der Haut.

Um dies zu erreichen hat die Marke eine Pflegeroutine aufgestellt. In drei Schritten zu einer gesunden Haut!

  • An erster Stelle steht die Reinigung, denn sie bietet die Grundlage für eine strahlende Haut. Und sie bringt die Erneuerung der Zellstruktur ins Kurbeln. Das so genannte „Double Clearing System“ lässt die Haut atmen und versorgt sie außerdem mit Feuchtigkeit.
  • Unter dem Begriff „Detox“ steht hier die Entgiftung der Hautzellen an. Das bedeutet, die Haut muss auf allen Ebenen regeneriert werden. Schäden sollen hier nicht nur repariert, sondern auch vorgebeugt werden. Das Ziel dieses Schrittes ist eine Erneuerungsfunktion zu schaffen und eine gewisse Gesundheit und Vitalität der Haut zu erreichen.
  • Die Phase „Activate“ bedeutet, dass die Inhaltsstoffe der Produkte auf höchster Wirksamkeit und vorderster Front der Wissenschaft aufbauen. Kein Hokuspokus, also.

Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Keston und Jeremy Mujis aus Melbourne. Beide kommen eigentlich aus der Design- und Produktentwicklungsbranche. Als die beiden nach Miami gingen, um dort zu arbeiten, wurde ihre Anschauung vom Leben auf den Kopf gestellt. Sie trafen auf einige Menschen, durch die sie ihren Lifestyle und Konsum hinterfragen ließen. „Es war ins unseren Köpfen eingetrichtert, dass das, was wir essen und trinken, genau so wichtig ist, wie das, was wir auf unsere Haut tun“, so Keston. Also trommelten die Brüder erfolgreiche Wissenschafter zusammen, um etwas Effektives und Nachhaltiges zu entwickeln. Sie wollten eine Balance aus Natur und Wissenschaft schaffen.

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Ein Einblick in die künstlerische Welt von Svenja Schüffler

Sie ist eine Künstlerin mit einer großen Vision. An ihre Projekte geht sie nicht einfach willkürlich ran. Svenja Schüffler schafft mit ihren Arbeiten einen Schnittpunkt zwischen Kunst und Wissenschaft. “Organic Lifestyle” traf die Berliner Künstlerin zum Interview, wo sie uns einen Einblick in ihre Welt gewährte.

Woher kommt deine kreative Ader?
Ich vermute, das Visuelle habe ich schon von meiner Mutter. Natürlich habe ich schon in der Schule viel gezeichnet und ausprobiert. Aber soweit ich mich erinnere war meine Mutter die kreative Person in meinem frühen Umfeld, die mit ihren Experimenten und ihrem kreativen Engagement sehr prägend war. Das Haus, in dem ich wohnte, wurde von meinen Eltern, die keine Architekten sind, entworfen – mit spitzen Winkeln und nicht-rechteckigen Zimmern. Alles wurde Zuhause immer wieder umgeräumt, verschoben oder bemalt. Im Garten wurde auch ständig experimentiert, ausgehoben oder wachsen gelassen, es gab da keine Grenzen. Nicht nur, dass ich beim Zuschauen viel gelernt habe, meine Mutter hat mich da auch wirklich gefördert. Wir, und manchmal meine Schwester, haben zusammen an Bildern gearbeitet. Das war so intensiv, dass ich mich noch heute an Details in den Bildern erinnere und noch nachempfinden kann, wie sie entstanden sind und, welche Techniken wir eingesetzt haben.

Wie ging es weiter?
Ich habe später Kunst nicht studiert. Es war eine Option, aber ich hatte mich dagegen entschieden. Nach einer beeindruckenden Reise nach Ostafrika, während der Abiturzeit, wollte ich mir einfach die Möglichkeit offenhalten in der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten. Deswegen habe ich Geologie studiert, mit Schwerpunkt im Bereich Grundwasser und Wassermanagement. Meine Diplom Arbeit habe ich dann in Havanna auf Kuba durchgeführt, über einen Fall von Grundwasserverschmutzung. Parallel habe ich aber immer gezeichnet. Ich habe angefangen, Portraits von Menschen unterschiedlicher Kulturen zu erstellen. Ich habe dann parallel zum Geologie Studium meine Zeichentechnik immer weiterentwickelt.

Wie kam es dann, dass du dich beruflich doch für die Kunst entschieden hast?
Das war der Punkt an dem ich gemerkt habe, dass der scheinbare Umweg über die Geologie und Naturwissenschaft letztendlich eine Bereicherung ist und ein Wissen und eine Erfahrung liefert, die gerade eine künstlerische Arbeit prägen und vertiefen kann. Diese Erfahrung konnte ich am deutlichsten machen während eines zweiten Studiums der Geoinformationswissenschaften, das ich begonnen hatte und für das ich am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) eine Master-Arbeit über Erdbeben gemacht habe. Genauer gesagt, habe ich mich damit beschäftigt mit Hilfe der visuellen Darstellung von seismischer Aktivität neue Erkenntnisse über Erdbeben zu erlangen. Wissenschaftliche Visualisierungen als Erkenntnisgrundlage zu benutzen war für mich eine Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaften und Kunst. Eine Verbindung von logischem, gepaart mit spekulativem und kreativem Denken.

Gab es noch weitere Auslöser?
Ja. Gleichzeitig gab es auch eine Begegnung mit einer Person, die sehr beeindruckt war von meiner zeichnerischen Arbeit und mich eindrücklich und energisch aufgefordert hat, dieses Talent ernst zu nehmen und mich dem Zeichnen professionell zu widmen. Das war eine Perspektive von jemand anderem, welche eine eigene Reflexion geschaffen hat. Ich habe allmählich erkannt, dass Kunst eine Option für eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit meinen Themen sein kann. Dann habe ich es ausprobiert. Es hat sofort geklappt und ich habe die Zusage für die Teilnahme beim Berliner Kunstsalon während der ArtWeek bekommen. Eineinhalb Jahre später habe ich mitbekommen, dass das „Haus der Kulturen der Welt“ in Berlin ein Projekt zum Thema des Anthropozäns gestartet hat. Das Anthropozän geht von der Theorie aus, dass wir in eine neue geologische Zeitepoche eingetreten sind, in der die Menschheit zum maßgeblichen geologischen Faktor geworden ist, in der auch das zukünftige Leben und Überleben der Menschheit zum Thema wird. Das zweijährige Projekt, zu dem Wissenschaftler und Künstler aus der ganzen Welt eingeladen waren, habe ich aufmerksam verfolgt. Es hat mich stark beeindruckt und verstärkt in meinen Ansatz in der Kunst wieder zu Fragestellungen, die die Naturwissenschaft betreffen, zurückzukommen. Der Kreis schließt sich.

Was machst du genau?
Ich bin nicht festgelegt in der Form des Ausdrucks. Grundsätzlich liegt mein Interesse bei Themen wie Technologie, Erde und Wissenschaft. Ein Schwerpunkt liegt sicher in der zeichnerischen Arbeit, ich bin aber nicht darauf festgelegt, sondern arbeite auch im Übergang zum Objekt, mache Fotos und Installationen, und programmiere Sachen. Ein zweiter Schwerpunkt sind Projekte an der Grenze von Kunst und Wissenschaft zu entwickeln. Ich habe z.B. ein Projekt zum Erdbebenrisiko von Istanbul entwickelt, das auch vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam unterstützt wird. Das Projekt habe ich letzten Sommer am ‚Haus der Kulturen der Welt HKW‘ in Berlin beim Forecast Forum vorgestellt.

Wie geht man eigentlich an ein komplett neues Thema heran?
Mit einer Frage bzw. Problemstellung, die mich interessiert oder, die mich drängt. Ich lese tatsächlich viel innerhalb meiner Arbeit. Ich recherchiere, gehe zu Vorträgen oder nehme an Seminaren teil. Um kreativ zu werden, erarbeite ich mir neues Wissen, das ich dann im besten Fall wieder neu verknüpfen kann. Das braucht auch immer seine Zeit, manchmal kommt eine Idee dann auch ganz plötzlich, in einem Moment.

Wie lange dauert der kreative Prozess?
Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Konzepte entwickeln sich über Monate. Die Umsetzung einer zeichnerischen Arbeit kann aber auch einige Monate in Anspruch nehmen, kleinere Arbeiten meist einige Tage.

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Im „Brockmann & Knoedler“-Salon hängen Zeichnungen und Assemblagen (Zeichnungen mit Relief und Objekten) von dir, auf denen Affen zu sehen sind. Welche Technik steckt dahinter?
Bei diesen Arbeiten wird meist Papier auf eine Metallplatte kaschiert (mittels Klebefolie) und die Haarstruktur des Fells mit einer Nadel ins Papier geritzt. Erst danach wurde über die Verletzungen im Papier gezeichnet, wodurch die prägnante Haarstruktur entsteht. Der Boden besteht aus einzelnen Stücken aus Papier, die Heftpflaster imitieren und übereinander verleimt sind. Bei der großen Arbeit sind das etwa 50.000 Stück, also etwa 60m² Papier. Nur alleine diese Papier-Pflaster herzustellen und zu verleimen, hat drei Monate gedauert.

Warum Affen?
Ich beschäftige mich ja in meinem Projekt Anthropomorpha mit der Frage nach dem Menschen. Den Affen als Motiv habe ich gewählt, weil er eine Grenzfigur zwischen Mensch und Tier ist. Weil er uns so ähnlich ist, ist er uns gleichzeitig auch sehr unheimlich. Und gerade weil er unheimlich ist, kann er auch das Unheimliche, das Verletzende und das Abwesende abwehren. Ein Abwehrzauber, der das zeigt was er auf Abstand halten möchte, was auch der Titel „Apotropaion“ der Arbeit bedeutet. In diesem Fall das Abwehren der Abwesenheit einer klaren Trennung zwischen Mensch und Tier.

Warum hast du genau die Mönchsaffen bzw. Kapuzineraffen gewählt?
Durch die hellen Gesichter bin ich ihnen ähnlicher. Und es sind übrigens sehr intelligente Affen. Die religiöse Assoziation, die ich auch berücksichtigt habe, steht in Verbindung mit einer schon länger geplanten noch kommenden Arbeit.

An manchen Bildern sind Teile nur skizzenhaft gezeichnet, der Rest aber sehr detailliert. Wie kommt das?
Bestimmte Sachen sollen nur im Hintergrund bleiben, oder sind der Hintergrund. Sie kommen aber in den Vordergrund, sobald man sich die Frage stellt.

Hattest du schon immer eine Vorliebe für das Detaillierte?
Ja. Leider ist dieser Perfektionismus manchmal auch eine Last, eine Besessenheit des immer genaueren Aneignens, das ich auch irgendwann mal abbrechen muss. Die Arbeit ist für mich also nicht einfach nur ein perfektes Abbilden. Stattdessen eine Praxis, bei der etwas animiert, getäuscht oder täuschend lebendig wird. Was man, glaube ich, in meinen Bildern sieht, ist, dass eigentlich fast alles rausguckt. Die Tiere, die Menschen. Man wird als Betrachter selber angeschaut und in Beziehung gesetzt. Der intensive Blick verstärkt die Lebendigkeit. Und ich überlege mir auch sehr genau, welche Mimik und, welche Geste ich zeige und inszeniere. Auch um, vielleicht im Sinne Pygmalions, nicht nur zu animieren sondern vielleicht selber animiert, getäuscht oder angesprochen zu werden.

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Du hast dich auch schon selbst porträtiert. Sogar nackt. Wie war das für dich?
Mich als Tier zu zeichnen war anstrengend und eine Herausforderung. Aber das bin ja nicht ich, sondern eine Zeichnung. Aber ein Bild kann eben auch mächtig sein bzw. wirken.

Sind deine Arbeiten Denkanstöße für die Betrachter?
Das wäre schön. Für mich selber stecken darin stets eigene neue Erkenntnisse. Im Moment geht es auch in die Richtung Wissenschaftskommunikation. Bei den Projekten an der Grenze von Kunst und Wissenschaft soll tatsächlich auch etwas vermittelt werden, meist auch so komplexe Themen wie das unsichere Wissen der Wissenschaftler. Das Vermitteln erfolgt nicht mit rein wissenschaftlichen Mitteln, sondern auch mit künstlerischen und ästhetischen.

Steckst du dir immer wieder neue Ziele? Was sind sind Projekte, an denen du zur Zeit arbeitest?
Klar, gerade mache ich mir zum Beispiel Gedanken über das Niger Delta. Das gesamte einst ökologisch unglaublich reiche Territorium wird seit 50 Jahren mit Öl verseucht. Die am stärksten ölverseuchte Region der Welt. Ich stelle mir die Frage, was hat dies mit uns hier im Norden zu tun und, wie kann man das darstellen. Vor kurzem habe ich den Kunstverein GROUND e.V. in Berlin mitgegründet. Und am 9. Dezember dieses Jahr wird eine Ausstellung von mir in der Galerie Gerken in Berlin eröffnet. Zur Zeit entstehen die neuen Arbeiten, die dort zu sehen sein werden. Im Zentrum stehen diesmal Zeichnungen und ein von mir verfasstes Essay. Dieses dreht sich um eine fiktive Erdbeben-Frühwarnungs-App. Die Zeichnungen greifen dabei in ungewohnter Weise Fragestellungen zu wissenschaftlicher Risikoprognose, Algorithmen und Alarmierung auf, und dem Erkennen des richtigen Moments.

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Fotos: Svenja Schüffler, Marcus Lieberenz http://www.bildbuehne.de/htdocs/titel.htm

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“Der Kunde steht absolut im Mittelpunkt”

Während einer Friseur-Laufbahn erlebt man über die Jahre sicherlich einige spannende Dinge. Aber dass er aufgrund seines haarigen Berufes mal Autogramme geben muss, hätte sich auch Robert Rettich nicht gedacht. Als er vor ca. sieben Jahren eine Bühnenshow vor mehreren tausend Leuten in Lissabon machte, wurde er von dem Temperament der portugiesischen Friseure überrascht. Als der deutsche Friseur nach der Show mit seinem Team das Exhibition-Center verließ, traf er auf die Fach-Meute, die nach der Messe auf Transfer, Bus und Bahn wartete. “Sie haben uns beglückwünscht und nach Autogrammen gefragt. Das war grotesk”, erinnert sich Rettich im “Organic Lifestyle”-Magazin zurück. “Wenn man das nicht gewohnt ist, ist man eher etwas peinlich berührt. Aber das war schon abgefahren und etwas Besonderes.” Abgesehen davon sind es für den Friseur aber besonders die kleinen Momente, die seinen Beruf ausmachen: “Zum Beispiel, wenn man Kunden für einen neuen Weg begeistern kann. Oder, wenn man die Kunden dabei unterstützt und sieht, wie sie sich verändern. Da waren über die Jahre viele schöne Momente dabei.”

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Robert Rettich stieg mit einer klassischen Ausbildung in die Friseurbranche ein. Seit 1987 ist er Friseur, feiert also im nächsten Jahr sein großes Berufsjubiläum. Nach der Ausbildung kam er zum Preisfrisieren, nahm an Meisterschaften teil, arbeitete auch in der Modewelt. Nach seiner Meisterprüfung 1994 kam er allmählich mit der Industrie in Verbindung, erweiterte seinen Fachbereich und war dann auch als Fachtrainer und Studioleiter in München tätig. 1996 wollte er, wie er selbst sagt, das nächste Level erreichen, sein “eigenes Ding machen”. Rettich eröffnete seinen eigenen Salon in Regensburg. Und mit diesem ist er seit vier Jahren Partner von Organic Lifestyle. “Nachdem ich vor ca. vier Jahren auf der Messe in Düsseldorf das Testpaket mitbekommen habe, war eigentlich schon klar, dass wir damit gehen wollen”, erzählt Rettich.

Doch Neues ist auch mit Skepsis verbunden. Der Umstieg von Chemisch auf Organisch kein leichter. “Die Reaktion der Mitarbeiter war sehr skeptisch, weil wir speziell im Pflege-Verkaufsbereich einen riesigen Preissprung gemacht haben. Die Pflegeserie durch OLS zu ergänzen war eine Steigerung um 100 Prozent – und das müssen ja die Mitarbeiter beim Kunden auch kommunizieren”, erklärt Rettich. “Sie haben sich aber darauf eingelassen. Petra Brockmann hat das Produkt bei uns selbst eingeführt, war zweimal in Regensburg. Alle Leute, die da waren, waren absolut angetan. Dann haben wir dem Ding einfach Zeit gegeben.” Und so kamen die Produkte vom Verkaufsregal auch irgendwann in die Kabine, der organische Kreislauf nahm seinen Lauf. Die ganze Firma machte die Ausbildung in “OrganicHairCutting”. Die Zusammenhänge zwischen dem Produkt und dem Haar des Kunden wurden immer klarer. Rettich: “Damit hat sich auch bei uns die Philosophie der Firma verändert. Der Kunde ist absolut in den Mittelpunkt gerückt.”

Die individuellen Bedürfnisse des Kunden – das oberste Gebot in Rettichs Unternehmen. Und das bedeutet auch, dass der Kunde die Wahl hat. Rettich: “Wir haben die anderen Dinge nicht abgestellt oder vergessen. Wir haben zwei Pflegeserien im Regal und die Kunden dürfen sich entscheiden. Wir haben verschiedene Haarschneidesysteme, mit denen wir arbeiten. Wir versuchen mit dem Kunden das Richtige und Optimale zu finden. Das ist der Kernpunkt unseres Tuns.”

 

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Foto: Robert Rettich Promo

Mit Überzeugung kommt man zum Erfolg

Sie ist die Fach-Ikone. Er ist der Mann der operativen Geschäfte. Zusammen sind sie ein erfolgreiches Team – in allen Lebenslagen seit der Schulzeit. Jana Eichler und Rex Wegner sind mit “Jana Eichler Friseure” Partner von Organic Lifestyle. Wir zeigen Euch, wo der gemeinsame Weg anfing und, wo er noch hinführt.

“Ich habe in der Vergangenheit schon gemerkt, dass ich eine kleine visionäre Ader habe”, sagt Rex im Interview mit “Organic Lifestyle”. Er selbst ist gelernter Friseur, kümmert sich aber überwiegend um den wirtschaftlichen Teil des Unternehmens. Organisation, Planung, Steuern, Geschäftsführung stehen unter anderem auf seiner Agenda. Auch der Blick auf den aktuellen Markt gehört dazu. Was sind Trends, wo liegen Tendenzen? “Wenn wir neue Dinge aufgenommen haben, sind wir damit immer recht gut gefahren.” Doch bei Organic Lifestyle® (nachfolgend OLS) stellte dies auch ein Risiko dar. Aber eins nach dem anderen…

 

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“Wir möchten Haare organisch betrachten und unseren Kunden mehr als nur Trendinterpretationen bieten. Wir wollen, dass sich unsere Kunden rundum wohlfühlen, wenn Sie unser Geschäft verlassen. Deshalb setzen wir auf einen perfekten Haarschnitt, eine individuelle Haarfarbe und innovative Styling- und Pflegeprodukte”. Jana und Rex haben sich ihrem Beruf schon immer voller Leidenschaft gewidmet. Eine hohe Qualität in der Dienstleistung ist der Anspruch. Also ließen sie einen ihrer Mitarbeiter im organischen Haarefärben weiterbilden. Rex: “Er war total begeistert. Wir haben gemerkt, welche Energie und fachliche Qualität er durch die Ausbildung im Salon umsetzt.” Und so kam das Friseur-Duo letztendlich auch auf die OLS-Produkte. “Für uns war das alles total faszinierend. Man geht ja mit OLS zurück zum Ursprung des Haares, man beachtet den Aufbau des Haares, schafft keine Illusionen, sondern echte Haarpflege. Es geht nicht um Marktzahlen, Gewinne oder Verkauf. Es geht darum, die natürliche Schönheit zu erhalten oder wiederherzustellen und die optimale Basis zu schaffen, um als Friseur mit dem Haar perfekt arbeiten zu können.”

Doch das neue Produkt war trotzdem auch mit einem hohen Risiko verbunden – eben weil hier nicht der Fokus auf dem Gewinn liegt. “Natürlich war es eine große Überlegung, ob wir das Produkt aufnehmen. Gerade für mich. Ich betrachte als Unternehmer auch immer die langfristige Liquidität unseres Salon und muss dabei oft Visionen und wirtschaftlichen Nutzen abwägen. Der Verkaufspreis ist ja anders als bei herkömmlichen Produkten”, erklärt Rex. “Ich persönlich muss sagen, dass die Begeisterung für das Produkt gesiegt hat. Als Unternehmer muss man auch risikobereit sein und Leidenschaft mitbringen. Wenn man als Unternehmer von einer Sache total überzeugt ist, dann macht man das einfach. Mit der Überzeugung kommt der Erfolg.”

Mit Überzeugung geht es bei dem Duo auch in Zukunft weiter. In den nächsten fünf Jahren soll viel in fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter investiert und aus Jana Eichler Friseure ein OLS und Organic Lizenz-Salon werden. Aber es sind eben nur wenige Menschen, die gegen den Strom schwimmen so wie diese beiden. Rex: “Diese Denkweise, die wir und OLS leben, wird nicht der Standard werden. Es gibt so viele Menschen, die sich nicht weiterentwickeln wollen, weil es einer gewissen Anstrengung bedarf. Es ist ja auch nicht leicht, wenn man bessere Qualität abliefern will. Dazu muss man lernen, sich zu überwinden und man muss aktiv werden, an sich arbeiten. Wie viele Menschen sind wirklich so? Da sehe ich aber andererseits auch eine Chance. Wir können ein Netzwerk schaffen von tollen Friseuren, die mit höchster Qualität arbeiten. Sicher kann man damit nicht alle erreichen. Aber es wird immer auch die geben, die mehr wollen und auf die freuen wir uns, denn nur gemeinsam können wir wirklich etwas bewegen.”

 

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Diese Schokolade hat eine weite Reise hinter sich

Ihre große Leidenschaft: Schokolade. Dafür überquerten sie sogar die weiten Meere. In dem fernen Belize (Mittelamerika) fanden Peggy und Patrick Walter ihr süßes Glück. Zusammen mit den Maya-Farmen hatten sie einen Traum: gemeinsam eine langfristige und nachhaltige Zukunft aufbauen. Mit Kakao. Den bringt das Ehepaar nun seit Jahren nach Deutschland. Mitten auf einen Berg – im Grünen. Im tiefen Sachsen. Dort steht, umgeben von der Zwickauer Mulde, das Schloss Rochsburg. Es ist die Manufaktur von Peggy und Patrick, in der sie seit 2012 handgemachte Bio-Schokolade herstellen. Mit dem Kakao aus der Ferne…

Sildenafil wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Impotenz; Unfähigkeit zu bekommen oder eine Erektion zu halten) bei den Männern. Sildenafil (Revatio) sildenafil rezeptfrei generika wird verwendet, um die Fähigkeit zu verbessern, um übung bei Erwachsenen mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH; hohen Blutdruck in den Gefäßen, die Blut zu den Lungen, was zu Kurzatmigkeit, Schwindel und Müdigkeit). Kinder sollten in der Regel nicht nehmen, sildenafil, aber in einigen Fällen ein Arzt kann entscheiden, dass sildenafil (Revatio) ist das beste Medikament zur Behandlung einer kindlichen Zustand. Sildenafil ist in einer Klasse von Medikamenten namens phosphodiesterase (PDE) – Hemmer. Sildenafil behandelt erektile Dysfunktion durch Verbesserung der Blutzufuhr in den penis während der sexuellen stimulation.

Ein grauer Industriehof, hunderte Mitarbeiter bedienen große Maschinen, eine klebrige Angelegenheit – so würde man sich wahrscheinlich einen 0815-Schokoladen-Betrieb vorstellen. Bei „Choco del Sol“ findet man das komplette Gegenteil. Ein Traditions-Unternehmen, in dem Schwiegermutter und Schwägerin noch mit anpacken. Eine Kulisse, wie entsprungen aus einer Postkarte. Doch das Schloss Rochsburg als Manufaktur kann mehr sein, als nur Schein. „Für uns ist das eine ganz andere Dimension“, sagt Patrick dem „Organic Lifestyle“-Magazin. „Das Flair der Burg ist ein ganz besonderes. In der vorherigen Manufaktur haben wir im Sommer noch Klimaanlagen gebraucht. Hier ist das schon natürlich vorhanden. Wir brauchen nicht mal eine Zirkulation. Das kommt unserer Schokoladen-Herstellung sehr zugute. Als ich hier die erste Schokolade gemacht hatte, war die schon um Klassen besser – allein durch das besondere Klima.“ Und trotzdem war der Umzug in die alten Gemäuer mit einem Risiko verbunden und das Umfeld klagte mit Skepsis. Patrick: „Die Leute haben anfangs gedacht, wir wären wahnsinnig, dass wir so abgelegen arbeiten wollen. Mitten auf dem Berg im Naturschutzgebiet, wo man so schlecht hinkommt. Aber genau das ist es, was die Leute am Wochenende als Ausflugsziel möchten.“ So führen an dem Schloss Rochsburg Rad- sowie Pilger- und Wanderwege vorbei.

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Dort hat „Choco del Sol“ sein Zuhause gefunden – und bietet auch Möglichkeiten für besondere Veranstaltungen. „Unser Geschäft hat drei Standbeine“, erklärt Patrick. „Eines ist, dass wir den Kakao unserer Bauern aus Mittelamerika zu uns nach Deutschland bringen. Den Kakao verkaufe ich zum Teil weiter an kleine Schokoladenhersteller. Das zweite Standbein ist, dass wir die Schokolade, die wir herstellen, an Händler verteilen. Zum großen Teil regional in Sachsen. Und die dritte Säule sind Veranstaltungen, die wir anbieten.“ Firmen- sowie Schülergruppen und Privatpersonen haben hierbei die Möglichkeit, alles rund um Schokolade und Kakao zu erfahren – und sogar beim Herstellen dabei zu sein. „Ich nehme die Leute wirklich mit auf eine Reise. Und die geht bei den Bauern los, die den Rohstoff anbauen. Die machen alles, von der Bereitstellung der Samen, Pflanzung, Verschneidung der Bäume bis hin zur Ernte. Das versuche ich den Gästen näher zu bringen, damit sie in Zukunft bewusster mit dem Nahrungsmittel umgehen.“

Für alle die jetzt immer noch nicht genug von Schokolade bekommen, haben wir jetzt noch einen kleinen Redaktions-Tipp: Im Sommer findet das erste „Euro Bean Chocolate Festival“ im Schloss Rochsburg statt. Das kann ja nur eine süße Angelegenheit werden…

 

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Über uns  (1)

 

Fotos: Choco del Sol Promo (Thomas Schlegel)

Lakrids ist nicht einfach nur Lakritz

Man sagt, dass es aus dem Vorderen Orient gekommen sein muss. Im 12. Jahrhundert fand es seine erste schriftliche Erwähnung auf einer Tontafel im assyrischen Mesopotamien (heutiger Irak). Dort stand das Wort Š?šu, was übersetzt Süßholz bedeutet. Schon im Mittelalter war die Pflanzenart sehr beliebt. Aber nicht etwa als Süßigkeit, wie wir sie heute kennen, sondern als Heilmittel gegen Husten und andere Krankheiten. Im 18. Jahrhundert wurde die Lakritzproduktion durch einen Apotheker vorangetrieben, der den Süßholzsaft erstmals mit Zucker und Mehl vermengte. Letztendlich konnte Lakritz mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in großen Mengen produziert werden, was dazu führte, dass sich das Produkt in Europa immer mehr verbreiten konnte.

Strattera kann Leberschäden bei einigen Patienten verursachen. Rufen Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie oder Ihr Kind Juckreiz hat, im oberen rechten Bauchschmerzen, dunkler Urin, Gelbfärbung der Haut oder Augen, oder unerklärliche grippeähnliche Symptome.
Herz-Probleme wurden mit Strattera Atomoxetine Online DE berichtet. Plötzlicher Tod wurde bei Patienten, die Herzprobleme oder Herzfehler haben. Es gab auch Berichte von Schlaganfall und Herzinfarkt bei Erwachsenen gewesen, und erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz . Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihr Kind irgendwelche Herzprobleme hat, Herzfehler , Bluthochdruck oder eine Familiengeschichte dieser Probleme. Ihr Arzt sollte Sie oder Ihr Kind sorgfältig zu prüfen, für Herzprobleme vor Strattera beginnen. Rufen Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie oder Ihr Kind Anzeichen von Herzproblemen wie Schmerzen in der Brust hat, Atemnot oder Ohnmacht während Strattera nehmen.
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Heutzutage gibt es Lakritz in verschiedenen Variationen. Als Gewürz, als Zutat für Getränke. Überwiegend ist es aber als Süßigkeit bekannt. Stark verbreitet ist Lakritz unter anderem in Frankreich, England und vor allem Skandinavien. Den weltweit höchsten Lakritzverbrauch sollen die Niederländer mit zwei Kilogramm pro Person im Jahr haben.

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Dort ist auch die Geburtsstätte von Lakrids by Johan Bülow – keine gewöhnliche Lakritz-Marke. Keine gewöhnlichen Produkte, die sich irgendwie versteckt in den Supermarkt-Süßigkeitenregalen finden. Man kann sagen, Lakrids ist mit seinem besonderen Design und den genau ausgewählten Zutaten der Porsche unter den Lakritz-Brands. “Wir haben ein absolutes Premium-Produkt. Wir produzieren nach Qualität – und nicht nach dem niedrigsten Preis”, erklärt Stefan Zappe, Head of Sales und Prokurist von Lakrids, dem “Organic Lifestyle”-Magazin. “Es ist extrem wichtig, woher die Zutaten kommen. Von Anfang an war es die Idee, das beste Lakritz-Produkt mit den besten Inhaltsstoffen der ganzen Welt zu machen. Ein großer Baustein im Produkt ist Melasse, ein Zuckerrübensirup, welchen wir aus Australien beziehen. Das ist natürlich ein langer Weg, aber für Johan eben die beste Variante. Bei Lakritz gibt es außerdem das Bindemittel Mehl. Dafür nehmen wir Reismehl – andere nehmen Weizen- oder Kartoffelmehl. Unseres ist um ein Vielfaches teurer, aber auch glutenfrei und schmeckt besser.”

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2007 wollte der Däne Johan Bülow, damals 23 Jahre alt, das Potenzial der würzigen Wurzel ausschöpfen. Sein Unternehmen Lakrids war geboren. Bis heute werden alle Lakritzwurzeln sorgfältig ausgesucht – bei Bauern in Afghanistan, im Irak oder Italien. “Das Wichtigste an der Marke ist die Person Johann Bülow”, sagt Stefan Zappe. “Er hatte die Idee und die Vision – und unheimlich viel Leidenschaft in die Entwicklung seines Unternehmens gesteckt. Der wichtigste Inhaltsstoff ist die Liebe.”

Mit viel Liebe ist das Unternehmen vor 18 Monaten auch in Deutschland an den Start gegangen. Seitdem wird es in über 340 Feinkost-Geschäften, Design- und Concept-Stores sowie in drei eigenen Läden vertrieben. Die Lust der deutschen auf den außergewöhnlichen Lakritz-Geschmack steigt nach und nach – auch, wenn es noch lange nicht mit Skandinavien vergleichbar ist. Zappe: “Skandinavien kann man eher mit den Holländern vergleichen. Die sind extrem lakritzverrückt. Das findet man in Deutschland nur in der oberen Hälfte – ab Frankfurt liegt der sogenannte Lakritzäquator. Wir haben ja andere Lakritz-Produkte, als der Deutsche eigentlich kennt oder kannte. Wir haben schon einige Kunden in Süddeutschland und treffen auf viele Menschen, die der Überzeugung sind, dass sie Lakritz nicht mögen. Wenn sie aber unseren Gourmet-Lakritz probieren, stellen sie fest, dass es ein ganz anderes Qualitätsniveau ist.” Da kommt man doch direkt auf den Geschmack, oder?

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Fotos: Lakrids Promo

 

 

 

Die Arbeit mit dem Tod ist kein Trauerspiel

Das Leben ist vergänglich, das wissen wir. Tage gehen vorüber, Menschen gehen von uns. Doch wenn diese eine geliebte Person aus deinem Leben tritt, fühlt es sich an, als würde die Welt für einen Moment still stehen. Schmerz, Trauer, Kontrolllosigkeit. Was am Ende bleibt, ist nicht greifbar. Es sind die Erinnerungen.

“Du bist erst tot, wenn sich niemand an dich erinnert” – so steht es auf der Seite von “Vergiss mein nie” geschrieben. Madita van Hülsen und Anemone Zeim gründeten das Unternehmen, welches u.a. für Trauerbegleitung steht. Aber viel mehr ist es eine Erinnerungswerkstatt. In kreativen und emotionalen Prozessen entstehen hier Erinnerungsstücke für die Ewigkeit. Denn an dem Tod kann man nichts rütteln, eine geliebte Person nicht mehr zurück ins Leben holen. Akzeptanz ist das Stichwort. Nach vorne zu schauen der Weg. Und auf diesem kann auch der Verstorbene ein Teil des eigenen Lebens bleiben – mit Erinnerungen.

“Wir haben uns grundsätzlich mit dem Thema Tod auseinander gesetzt und gemerkt, dass viele Menschen sehr ungern darüber sprechen. Und wenn es dann soweit ist, weiß man nicht, was man machen soll, weil man sich nicht auskennt. Es gibt viele Dienstleistungen um das Thema Sterben und Bestattungen, aber es gibt keinen Service, der sich damit befasst, was bleiben soll. Was bleibt, ist die Erinnerung”, erklärt uns Anemone im Interview mit “Organic Lifestyle”.

Und diese sind in jedem Fall ganz unterschiedlich und individuell. Deswegen ist ein gemeinsames Gespräch mit den “Vergiss mein nie”-Gründerinnen essenziell. In Hamburg haben es sich die beiden mit ihrer Erinnerungswerkstatt gemütlich gemacht. Wenn die “Kunden”, die Trauernden, zu ihnen kommen, soll der Raum eine positive Atmosphäre versprühen. Hier geht es nicht darum, Abschied zu nehmen. Viel mehr soll der Verstorbene geehrt werden, nicht in Vergessenheit geraten. “Jeder hat ja verschiedene Erinnerungsstücke, die mehr oder weniger mit Gefühlen behaftet sind. Wir fassen das quasi zusammen, sodass es alltagstauglich wird”, sagt Anemone. Was am Ende dabei heraus kommt, ist bei jedem Mal etwas anderes. Eben ganz individuell. “Es gab den Fall, als die Mutter von einer jungen Frau verstorben ist. Nach dem Tod hatte sie noch den Lieblingspullover ihrer Mutter, welchen sie selbst gestrickt hatte. Der war aber total aus der Mode. Sie konnte den Pullover also nicht nicht benutzen, aber sich natürlich auch nicht von ihm trennen. Wir haben dann überlegt, welche Möglichkeiten es gibt und letztendlich einen Schal daraus gestrickt. Die Form ist zwar weg, aber die Erinnerungen kann sie jetzt immer bei sich tragen. Außerdem ist der Schal noch mit dem Geruch ihrer Mutter behaftet.”

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Dass sich Madita und Anemone nach und nach immer mehr mit dem Tod beschäftigten, war ein Prozess. “Madita und ich haben beide jemanden verloren, haben unsere Erfahrungen gemacht. Wir haben in der Zeit festgestellt, dass wir junge Frauen sind, die einen gewissen Anspruch an die Welt haben, dass wir stark individuell unser Leben gestalten. Wenn man dann aber beim Bestatter sitzt, ist das alles weg – weil man keine Ahnung hat, was abgeht. Das war der erste Impuls”, erzählt sie. “Ich habe Madita getroffen und die hatte ähnliche Erfahrungen gemacht. Man muss stark in sich hineinfühlen und das können die Leute meist nicht, weil sie mit der Situation überfordert sind. Deswegen haben wir uns an einem Punkt getroffen. Wir können uns über das Thema unterhalten, ohne dass die Stimmung total kippt. Es war sehr angenehm und befreiend, mal darüber sprechen zu können.”

Und trotzdem gilt der Tod immer noch als Tabuthema. Zu angsteinflössend ist der Gedanke daran, zu schmerzhaft die Erinnerungen. “Der Tod wird weggeschaltet. Wir leben in einer makellosen Welt, man darf keine Fehler machen. Das Nicht-Funktionieren ist nicht gern gesehen heute. Der Tod passt gar nicht in dieses Lebenskonzept. Klar, ist das Thema in den Zeitungen allgegenwärtig. Aber kulturell haben wir es verlernt. Es gibt da Berührungsängste. Es ist wichtig, dass man seine Möglichkeiten kennt”, findet Anemone. “Aber nach und nach tut sich was in der Leben-Tod-Thematik. Doch da ist noch ganz viel Luft nach oben – bis es ein normal integriertes Thema ist, wozu die Kinder ihre Eltern befragen können. Wir denken, dass es dann auch nicht mehr so angsteinflössend ist.”

Neben der Erinnerungsarbeit und Workshops hat das Duo auch ein Buch rund um das Thema Tod geschrieben. Keine Trauer-Lektüre, sondern ein positiver Impuls.  “Es geht darum, wie sich die Erinnerungsarbeit positiv auf die Trauer auswirken kann. Man zieht nicht Kraft aus dem Verlust, sondern aus dem gemeinsam gegangenen Weg”, erklärt sie. “Das geht durch kreative Arbeit oder durch Erinnerungsstücke. Es ist ein Info-Buch, gibt aber auch Anleitungen.”

Wir haben gelernt: Die Arbeit mit dem Tod ist kein Trauerspiel. Anemone: “Ich habe mitgenommen, dass das Leben ein Wunder ist. Bis es entsteht, wie lange es da sein darf. Es ist so ein großes Glück, dass man jeden Tag rausgehen und sich über kleine Dinge freuen sollte.” Und das sollten wir alle…

Fotos: Vergiss mein nie Promo

“Öko ist nicht uncool”

Ihre Stimme hat etwas Besonderes. Rau, bestimmend. Wenn sie erst mal in Fahrt kommt, kann man nichts anderes, als gespannt zuhören. Die Wahl-Hamburgerin ist gebürtige Portugiesin. Wahrscheinlich sind es ihre Wurzeln, die ihr auffallendes Temperament ausmachen. Aber es sind vor allem ihre positive Art, ihr Tatendrang und ihr Einsatz für Gutes, was sie mir, einer ihr Fremden, so besonders macht… Die Rede ist von Carine Patricio, Restaurantleiterin des Gourmet-Restaurants  “Jellyfish” und begeisterte Sommelière.
Ja, diese Frau kennt sich offensichtlich mit Weinen aus. Was aber nicht heißt, dass sie diesen willkürlich auftischt. Nein, Carine ist eine von den Revolutionären unter den Sommeliers. Eine, die für ein bewusstes Leben kämpft. Und das fängt bei ihr vielleicht bei Wein an, hört dort aber noch lange nicht auf. “Das Thema Wein ist sehr vielfältig. In der Schule lernt man alles zu der Thematik, aber irgendwann trifft t man auf seine eigenen Vorlieben . Man findet seinen Weg. Für mich ist Bio das Minimum – und Bio-Dynamisch ist definitiv der Weg”, erklärt sie im Interview mit “Organic Lifestyle”. “Über Naturwein kann man sich natürlich streiten. Aber alle Weine, die ich serviere, sollten aus einem ökologischem Anbau stammen und am besten Bio-dynamisch sein. Denn das ist naturnah. Abgesehen davon, schmeckt der Bio-Wein auch einfach besser.”

Auf vielen Weinbergen wird immer noch mit Pestiziden gearbeitet. Es finden sich kahle Stellen, an denen nichts mehr wächst. Der Grund ist nicht Mutter Natur – sondern das Gift, verursacht durch den Menschen. Carine: “Grundsätzlich ist alles in Balance. Das Gleichgewicht, welches die Natur haben kann, muss respektiert werden.” Auch beim Weinanbau. Aber auch der Prozess bis hin zum fertigen Wein sollte welchem mehr Beachtung geschenkt werden.

Ein Rückblick: Schon im antiken Griechenland wurde Schwefel als Konservierungsmittel verwendet. Ohne die geheime Zutat könnte der Wein nämlich schnell oxydieren und zu Essig werden. Dieses Wissen hat sich bis in die heutige Zeit ausgebreitet. Mittlerweile werden die meisten Weine geschwefelt. “Wenn die Trauben maschinell geerntet werden, ballern sie die mit Schwefel ohne Ende zu – bevor überhaupt gepresst wird”, so Carine. “Ich finde es schade: Auf jeder Wurstpackung steht aufgelistet, was drin ist. Bei Wein ist das nicht so. Hier wird nur aufgeführt, dass er Sulfite enthält, weil das von der Natur gegeben ist. Schwefel findest du in den Bergen. Natürlich enthält jeder Wein Schwefel, auch wenn der Winzer nicht schwefelt. Das ist eben von der Natur vorgegeben. Aber es stehen ja auch keine Infos von Gelatine usw. geschrieben. Man kann so viel in Wein reintun, um ihn zu kleben.”

 

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Carines Konsequenz ist eine strenge Auswahl. “Ich habe nur Weine von Winzern auf der Karte, die ich kenne. Oder von Orten, an denen ich selbst war oder gearbeitet habe. Ich will wirklich wissen, woher die Weine kommen – ein Händler kann mir schließlich viel erzählen. Ich würde meinen Gästen einfach nichts anbieten, was ich selber nicht trinken würde. Und zwar mit gutem Gefühl.” Schließlich ist Wein letztendlich nicht nur ein Genuss-, sondern auch ein Nahrungsmittel.

Trotzdem findet sie, dass sich nicht nur in der Wein-Branche langsam etwas tut. “Früher war Bio immer gleich öko. Es hatte einen abwertenden Charakter.  Es ist nicht uncool, öko zu sein. Es ist verdammt cool, verdammt selbstbewusst und verdammt respektvoll gegenüber diesem wunderschönen Planeten, der das Schlechte nicht verdient hat. Wir sind alle Attentäter, wenn uns mal bewusst wird, was wir diesem Planeten antun.”

Deswegen setzt sich Carine weiterhin für ein bewussteres Leben ein, will sich aber auch selbst weiterentwickeln. “Ich würde gerne meinen Sommelier-Master machen. Davon gibt es weltweit nur 200. Es gibt vier Stufen und ich bereite mich gerade auf die dritte Stufe vor.” Und das bedeutet viel Theorie, aber auch: “Probieren, ausspucken, probieren, ausspucken,…”

 

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Fotocredits: susannedittrich.de, Angelina Litvin, Jassy Onyae, Serge Esteve