Organic Lifestyle

«Magazin»

Menu
Alles an den Haaren herbei gezogen?

Rund ums Haar wachsen so viele Gerüchte, dass man einen Rapunzelzopf daraus flechten könnte. Aber was ist dran am Mythos, dass Blondinen länger auf eine XL-Mähne warten müssen? Oder Spliss zu kitten ist? Petra Brockmann und Thomas Brockmann-Knödler verraten, was man in Punkto Pflege beachten muss und was wir ganz schnell wieder vergessen können…

 

Blonde Haare wachsen langsamer als braune.

Wie kann eine vermeintliche Realität einen solchen Schwachsinn hervorbringen? Am schlimmsten sind die, die sagen „Schauen Sie mal, wie stark mein Ansatz rausgewachsen ist!“ und im gleichen Atemzug behaupten „Aber meine Haare wachsen nicht.“ Diese Kunden sind so auf ihre Haarfarbe fokussiert, dass sie Haarwachstum nicht wahrnehmen.
 

Viel hilft viel: Nach dem Waschen soll man Spülung, Leave-in-Spray, Öl und
Spitzenfluid verwenden.

Alles auf einmal – dann wären wir schon beim halbplastifizierten Haar. Pro: Kinderleicht kämmbar und erdölglänzend. Contra: Ein Haar besteht zu 90% aus Protein und 10% Feuchtigkeit. Also wozu braucht es Silikone und Öle?
 

Stylingprodukte trocknen das Haar aus.

Ein Stylingprodukt trocknet das Haar grundsätzlich nicht aus, höchstens seine Ingredients. Alkohol ist die Nummer 1 der Austrocknungsmittel. Je mehr Alkohol, umso trockener das Haar. Denkt an einen Kater nach einer durchzechten Nacht. Habt Ihr da nicht auch den Wunsch dem Körper einen Liter Wasser zuzuführen?
 

Ohne Haarwäsche wird das Haar gesünder.

Es kommt auf die Haarwäsche an! Prinzipiell ist das Haar gesund, wenn es nicht von menschlicher Hand mechanisch oder chemisch kaputt gemacht wird. Eine Haarwäsche macht das Haar nicht kaputt. Wichtig ist nur, welche Produkte man zum Haare waschen verwendet und was mit dem Haar vor dem Waschen passiert ist.

Bei gesundem Haar reicht spülen mit warmem Wasser (Körpertemperatur) völlig aus. Da wir aber nie genug bekommen können und uns sauber oft nicht sauber genug ist, nutzen wir waschaktive Substanzen, die den Schmutz und die Ablagerungen entfernen.

Wollt Ihr ohne Haarwäsche auskommen? Dann lebt gesund und vollständig in der freien Natur und benutzt keine Pflege-und Stylingprodukte!
 

Häufiges Haarewaschen regt das Nachfetten an.

Ja, das stimmt. Das liegt auch an der Verwendung der Produkte und der Intensität der Tenside. Die Schärfe dieser Tenside, ein zu basisch eingestelltes Produkt oder nicht gebrauchte Pflegepartikel, die sich auf der Kopfhaut ablagern, führen zum Nachfetten. Denn die Kopfhaut wehrt sich dagegen und es kommt zu einer Überproduktion der Talgdrüse. Das führt zu stark fettigem oder schuppigem Haar. Auch Schuppen sind eine Mischung aus freien Radikalen, die zu Ablagerungen am Haar und auf der Kopfhaut führen, Talg und abgestorbenen Hautschüppchen. Beide Extreme bezeichnet man auch als trockene oder fettige Seborrhö.
 

Spliss kann man mit Pflegeprodukten wieder reparieren.

Nein, wirklich nicht! Das ist eine Binsenweisheit. Die als solch bezeichnete Reparatur ist ausschließlich die Verkabelung des Haares mit Ölen und Silikonen. Dadurch sieht das Haar scheinbar gesund aus. Es ist Oberflächlich gesund, aber kaputt ist es trotzdem noch.
 

Trockenshampoo schenkt Volumen.

Ja! Das ist so. Warum benutzt man es? Weil man fettiges Haar hat. Trockenshampoo besteht aus fettaufsaugenden Ingredients. Es ist eine puderähnliche Substanz, die aufsaugt wie ein Schwamm und sich molekular vergrößert. Dadurch entsteht Volumen im Haar.
 

Es ist empfehlenswert feuchtes Haar zu kämmen anstatt zu bürsten.

Prinzipiell sollte man nasses Haar ab einer bestimmten Länge überhaupt nicht kämmen, sondern leicht antrocknen, um einen natürlichen Entwirrungs-Prozess auszulösen. Danach kann man mit einer Naturhaarbürste an den Spitzen beginnend das Haar ausbürsten.
 

Hundert Bürstenstriche am Tag lassen das Haar glänzen.

Das sind die letzten Überbleibsel von Rapunzel. Insofern man ein 100%-iges Naturhaar hat, ohne chemische und mechanische Einwirkungen, glänzt ein Haar von Natur aus seidenmatt – immer! Ansonsten kann ich bei einem matten Haar, das nicht mehr seiner selbst ist, bürsten wie ich will. Es wird nicht glänzen.
 

Haare wachsen schneller/dicker nach, wenn man sie regelmäßig schneidet.

Das ist ein Mythos. Das einzelne Haar wird dadurch nicht dicker. Wenn man Haare schneidet, bringt man ausschließlich verschiedene Wachstumsphasen des Haares einander näher. Längere und ältere Haare bringt man den kürzeren jüngeren Haaren näher. Dadurch erhält man ein fühlbar voluminöseres Haar, weil alle Haare auf eine ähnliche Länge gebracht werden. Und damit wird auch das Wachstum der Haare wieder einfach wahrnehmbar.
 

Nach dem Mondkalender schneiden verleiht dem Haar Glanz und Stärke.

Ja, sofern man an den Mond glaubt!
 

Ein seidenes Kissen sorgt für schönes Haar.

Ja, wenn es vorher auch schon schön war, kann ein echtes Seidenkissen, durch geringere mechanische Reibung, dafür sorgen, dass das Haar auch schön bleibt.
 

Stress kann zu Haarausfall führen.

Ja, das ist so! Stress kann Akne oder Darmbeschwerden verursachen oder eben auch Haarausfall. Die Stressbewältigung führt zu einer Veränderung des Stoffwechsels. Dadurch kann es zu einer Unterversorgung des Haares kommen und dadurch zu Haarausfall. Deswegen: Haare gut, alles gut!
 

Wenn man ein graues Haar auszupft, wachsen zwei nach.

Das ist ein Mythos. Eine Haarwurzel ist angelegt. Zupft man ein Haar raus, wächst dort ein Haar wieder nach! Die Wurzel sagt nicht: „Heute ärgere ich Dich einmal und verdoppel mich!“ Es gibt aber das Phänomen, dass Kunden sagen: „Ich bin über Nacht grau geworden.“ Aber oft gibt es dann ein Ereignis durch das sie sich nach längerer Zeit wieder einmal bewusst wahrnehmen.
 

Rauchen verursacht graue Haare.

Rauchen verursacht gelbe, grünliche oder aschige Haut, aber keine grauen Haare! Jahrelanger Nikotinkonsum beschleunigt durch Stoffwechselveränderungen den Zellalterungsprozess. Dieser beschleunigte Alterungsprozess aktiviert eine schon in der DNA angelegte Entwicklung zu Grau. Das heißt, man ergraut vielleicht schon jetzt und nicht erst 15 Jahre später. Gibt es diese in der DNA angelegte Entwicklung zu Grau nicht, wird man aber auch durch Rauchen nicht grauer. Und umgekehrt: Habe ich eine in der DNA angelegte Entwicklung zu Grau, kann ich nicht verhindern, vielleicht auch schon mit 20 grau zu werden, auch wenn ich auf das Rauchen verzichte.
 

Tägliche Haarwäsche verursacht schnellen Haarausfall.

Nein, nie und nimmer! Haare die ausfallen wollen, fallen aus, auch ohne Haarwäsche!
 

Chlorwasser macht die Haare grün.

Ja, aber nur heller gebleichtes und stark poröses Haar. Chlor reagiert dabei mit den Metallablagerungen im Haar. Diese chemische Reaktion lässt das Haar grün werden.
 

Ein Kopfstand fördert den Haarwuchs?

Ja, solange das Eigengewicht auf die „ursprüngliche“ Fontanelle drückt und für neue Geistesblitze sorgt. (mythische Antworten auf mythische Fragen)
 

Während der Schwangerschaft darf man die Haare nicht färben?

Das Haar ist kapillarisch. Kapillarisch ist das Verhalten von Flüssigkeiten, das sie bei Kontakt mit Kapillaren z.B. engen Röhren, Spalten oder Hohlräumen zeigen. Zum Beispiel wird in Bäumen und anderen Pflanzen das Wasser von den Wurzeln aufgenommen und dann bis in die Krone transportiert. Also wie soll jetzt die Haarfarbe in den Körper gelangen? Maximal durch kleine Wunden auf der Kopfhaut könnte Haarfarbe in den Blutkreislauf gelangen. Haarfarbe enthält zu einem großen Teil Wasserstoff und dieser wirkt bekanntlich desinfizierend und tut Eurer Wunde sehr gut.
 

Dauerwelle ist in der Schwangerschaft verboten.

Dauerwelle gehört grundsätzlich verboten. Das ist die Chemotherapie für gesundes Haar.
 

Das Glätteisen schädigt das Haar.

Ein Glätteisen niemals, höchstens die Hand, die es führt!
 

Kopfmassagen fördern das Haarwachstum.

Ja, definitiv. Wenn ich meiner Tochter den Bauch massiere, verschwinden die Bauchschmerzen (durch Blähungen verursacht) und ich unterstütze damit ihre Darmtätigkeit. So funktioniert es auch bei der Kopfmassage.
 

Eine Spülung mit Bier lässt die Haare glänzen.

Niemals. Bier kann, durch die im Bier vorhandenen Stärke, das Haar maximal festigen. Die Stärke/der Zucker hilft das Haar zu verkleben, aber verleiht niemals Glanz. Wenn Sie Kartoffelstärke in der Küche verschütten und verreiben, wird der Untergrund auch niemals glänzend, sondern immer stumpf und matt. Dazu kommt noch der Alkohol, der das Haar zusätzlich austrocknet. Bier ist also absolut nicht geeignet.
 

Das häufige Tragen von Haargummis lässt die Haare brechen.

Ja, durch andauernde mechanische Reibung! Stellt Euch vor, Ihr tragt dauerhaft eine Leggings, die zu eng ist und der Gummizug schneidet ein. So ist es auch beim Haar. Die mechanische Reibung beschädigt die Haarschuppen und man erhält quasi einen Gummi-Haarschnitt!
 

Haare kann ich mir mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Eiern, Avocado,
Brokkoli, Banane und Spinat schön essen.

Man kann es sich maximal schön erhalten, wenn es bereits schön ist. Kaputt bleibt kaputt – auch mit Brokkoli und Co.
 

Kaltes Föhnen beansprucht die Haare nicht so sehr.

Kalt, lau oder warm ist egal. Wichtig ist, wie man föhnt! Den Luftstrom mit einer schmalen Düse fokussieren und immer mit der Schuppenschicht föhnen.
 

Tönung, Färbung, Blondierung – alle chemischen Vorgänge beschädigen
das Haar.

Ja, weil es immer die natürliche Haarstruktur verändert, es sei denn Du kannst organisch Haare färben.
 

Haare müssen gegen schädliche UV-Strahlung mit einem speziellen Produkt
geschützt werden.

War das im Mittelalter auch schon so?
 

Wer zu oft Hüte trägt, bekommt Haarausfall.

Täglich mehrere Stunden? Dann ja. So lange einen Hut zu tragen, ist wie eine Plastikfolie auf einer Wiese zu spannen: Es kommt zum Hitzestau. Kein Sauerstoff kommt mehr ans Haar und es gibt keinen natürlichen Stoffwechselaustausch mehr. Das passiert auch beim Tragen von Perücken.
 
 
 
Danke an Edith Löhle für die Ideen und die Zusammenarbeit bei diesem Beitrag.

Lovely Books: Unsere Buchempfehlungen für die ersten Frühlingstage

Unsere Organic Lifestyle® Redaktion hat in den BrockmannundKnoedler Salons und Büros einmal nachgefragt, welche Bücher besonders lesenswert sind. Dabei geht es nicht um aktuelle Bestseller, sondern um die Lieblingsbücher der Mitarbeiter, um vielleicht längst vergessene Schätze oder Bücher, die auch nach dem zehnten Mal lesen nicht an Wert verlieren! Vielleicht ist ja auch eins für Dich dabei!

 

„Das ist das Leben“ von Francoise Héritier (2013)

empfohlen von Angie Kinast
BrockmannundKnoedlerFriends Chemnitz
Top-Stylistin, Salonmanagement

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch?
Es ist ein Buch, das das Leben feiert und das Glück der kleinen Dingen in den Vordergrund rückt. Für mich ein kleines, feines und unvergessliches Buch.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Kannst Du Dich daran erfreuen, wie frischgemähtes Gras riecht? Oder wie es sich anfühlt, Deine Hand in einen Sack voller Kaffeebohnen zu stecken? Diese Bilder zeichnet Francoise Héritier mit viel Hingabe. Das Buch ist also für jeden, der die Feinheiten des Lebens zu schätzen weiß oder sie gern wieder mehr schätzen lernen möchte, um sich über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Wenn Du es liest, wirst Du weinen vor Glück und schreien vor Freude und erkennst Dich in all diesen Kleinigkeiten wieder.

Wann hast Du es gelesen und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
2013. Ich habe es durch Zufall entdeckt, das Cover gesehen, mir den Klappentext durchgelesen und wollte es sofort haben!

Gibt es einen Lieblingssatz aus diesem Buch, der Dir im Kopf geblieben ist?
Der Einstieg in die Erzählung hat mich sehr berührt: „Ein Arbeitskollege schreibt ihr. Wir waren im Urlaub, aber es war total blöd, denn wir hatten die ganze Zeit schlechtes Wetter.“ Darauf sagt die Erzählerin: „Lass Dir doch von diesen Äußerlichkeiten nicht so das Schöne verderben. Freu Dich doch über die Zeit, die Du hattest, in der Du Neues kennenlernen und sehen konntest.“ Das hat mir gefallen. Wir lassen uns im Leben viel zu oft von solchen Äußerlichkeiten ablenken, anstatt uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und es einfach zu genießen.

 


 

„Saltatempo“ oder „Der Zeitenspringer“ von Stefano Benni (2001)

empfohlen von Francesca Barbero
BrockmannundKnoedlerAcademy
Internationales Management & Kundenbetreuung

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch?
Es ist ein sehr witziges und leichtes Buch, das sich aber gleichzeitig mit tiefen und anspruchsvollen Themen wie Politik, Zeit und gesellschaftlichem Wandel in Italien auseinandersetzt. Es ist die Geschichte von SALTATEMPO, dem Zeitenspringer, der in die Zukunft schauen kann. Seine verrückten Abenteuer werden mit kindlicher Naivität und herzlichem Humor erzählt. Er nimmt uns mit auf eine Erkundungsreise ins schöne Italien und erfreut uns mit Erlebnissen aus den 60er und 70er Jahren. Ein Buch voll versteckter, humoristischer und doch sentimentaler und liebevoller Kritik für die Eigenheiten Italiens. Einfach phantastisch.

Wann hast Du es gelesen und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Ich habe es zum ersten Mal gelesen als ich 17 war. Es hat mir damals ein guter Freund geschenkt für eine Reise nach Deutschland. Da es mein absolutes Lieblingsbuch ist, habe ich es inzwischen aber schon tausend Mal gelesen und entdecke immer wieder Neues.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Jeder kann dieses Buch lesen. Jugendliche genauso wie Erwachsene. Es ist einfach zu lesen, ist lehrreich und unterhaltsam und bringt Dich immer wieder zum Lachen. Aber genauso gut macht es auch nachdenklich und birgt Stoff für Unterhaltungen und Diskussionen. Ich liebe es einfach.

Wo sollte man dieses Buch lesen?
Überall, aber vor allem, wenn man auf Reisen geht. Dieses Buch ist ein besonderer Freund und Begleiter, denn seine Charaktere werden lebendig und Deine Welt bekommt italienisches Leben eingehaucht.

Gibt es einen Lieblingscharakter oder eine Lieblingsszene in diesem Buch, die Dich besonders berührt hat?
Es ist selten, dass ich den Protagonisten eines Buches so mag, aber dieser hier hat es mir sofort angetan. Am liebsten mag ich die Beschreibung seiner Beziehung zu seiner besten Freundin. Er liebt sie. Das ist wirklich süß. Denn es ist eine echte, wahre und pure Liebe, wie nur Kinder sie haben!

 


 

„Im Wilden Westen. Die Abenteuerreiter unterwegs in den Rocky Mountains“ von Günter Wamser und Sonja Endlweber (2009)

empfohlen von Tabea Gojowczyk
BrockmannundKnoedler Marketing
Online Marketing Management

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Ich habe dieses Buch bei einem Vortrag gekauft, bei dem die beiden Autoren anhand eines Diavortrages von ihrer gemeinsam Reise berichtet haben. Günter Wamser war bereits 11 Jahre zuvor mit seinen Pferden durch Südamerika gereist, hatte im Anschluss daran, durch einem Vortrag seine Frau kennengelernt und ist mit ihr dann gemeinsam von Mexiko bis in den hohen Norden Alaskas gereist. Und davon handelt dieses Buch. Das fand ich sehr beeindruckend. In diesem Buch geht es um weit mehr als nur Pferde, es geht darum, mit der Natur im Einklang zu leben, eine ungewöhnliche Reise zu organisieren, aus der Sicherheit und Annehmlichkeit eines normalen Lebens auszubrechen und als Paar zu funktionieren. Es ist durch und durch spannend, unterhaltsam und authentisch und enthält wunderschöne Aufnahmen der Reise, die die Geschichte für einen noch lebendiger machen.

Wann hast Du es selbst gelesen?
Zum Vortrag war ich ungefähr vor 5 Jahren, aber das Buch lese ich jetzt gerade ganz aktuell.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Ich würde es Lesern empfehlen, die Reiseabenteuer lieben oder selbst gerne reisen, aber auch denen, die das einfache Leben lieben, einen Rückzug suchen oder einfach einmal abschalten und in eine andere Welt eintauchen wollen. Es ist eine Inspiration für alle die, die auf der Suche sind, die aus dem Alltag entfliehen wollen oder einfach Lust auf etwas Neues haben, so wie die beiden Autoren. Mit diesem Buch kann man ein kleines bisschen vom Leben der anderen kosten und die Freiheit und Möglichkeit spüren, dass zu tun, was einem im Leben wichtig ist.

Wo sollte man dieses Buch lesen?
Es ist ein leichtes Buch, dass man auch zwischendurch lesen kann, wenn man in der Bahn sitz, aber natürlich auch im Urlaub oder einfach abends auf der Couch bei einer Tasse Tee. Man liest es einfach so nebenbei und es ist wirklich amüsant. Und es ist es auch wert, es laut vorzulesen. Es gibt so viele witzige Momente, die man einfach mit anderen teilen muss.

Gibt es einen Lieblingscharakter in diesem Buch, der Dich besonders berührt hat?
Ich mag alle Charaktere dieses Buches als Einheit, weil sie so schön miteinander harmonieren. Nicht nur die beiden Autoren, sondern auch ihr Hund und die vier Pferde haben ganz individuelle Eigenschaften. Dadurch entsteht ein ganz eigener Charme und Humor, der dieses Buch so besonders für mich macht.

 


 

„Wiedersehen im Café am Rande der Welt: Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst.“ von John Strelecky (2015)

empfohlen von Tina Korinth
Organic Lifestyle®

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Es ist wie der Titel schon sagt eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst. Aber es ist kein klassischer Manager- oder Lebensratgeber, wie es sie so viele auf dem Büchermarkt gibt, sondern eine Geschichte, in der sich jeder wiederfindet. Es ist eine Geschichte voller Bilder und persönlicher Lebensanekdoten, die Impulse setzen, über uns und die Welt nachzudenken. Es macht Freude, das Buch zu lesen und man denkt mit Leichtigkeit über sein eigenes Leben nach und hat das Gefühl immer mitten drin zu sein.

Wann hast Du es selbst gelesen und wie hast Du es entdeckt?
Nun, da muss ich vorweg nehmen, dass es zu diesem Buch auch einen ersten Teil gibt: „ Das Café am Rande der Welt.“ Das habe ich damals empfohlen bekommen. Und da mich dieses Buch so begeistert hat, war der zweite Teil für mich fast ein Pflichtkauf. Ich habe es jetzt schon zweimal gelesen. Letzten Sommer das letzte Mal.

Warum empfiehlst Du nicht den ersten, sondern den zweiten Teil?
Tatsächlich kann ich nur empfehlen beide Bücher zu lesen, aber der zweite Teil ist noch beeindruckender, tiefgründiger und persönlicher als der erste. Ich hatte so viele wunderbare Aha-Momente in Bezug auf den ersten Teil und auch auf mich.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Jeder. Es ist einfach ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Gibt es eine Lieblingsszene in diesem Buch, die Dich besonders beeindruckt hat?
Das ist tatsächlich eine Beschreibung aus dem ersten Buch: das Verhalten einer grünen Meeresschildkröte. Casey erzählt John, dass sie einmal mit einer grünen Meeresschildkröte geschwommen ist und sich gewundert hat, warum diese schneller war als sie. Ganz einfach: Sie ist mit den Wellen und nicht gegen sie geschwommen. Kurz gesagt: „Wenn du gegen die Wellen kämpfst, verlierst du kostbare Energie. Aber wenn du die Kraft der Wellen nutzt, erreichst du Ziele, die dir Kraft und Energie verleihen.“ Das ist doch ein schönes Bild dafür, dass es im Leben manchmal nur einen anderen Blickwinkel braucht, um vermeintliche Wellen nicht als widrige Umstände zu sehen, sondern als Herausforderungen, an denen man wachsen kann.

 

Bücher sind nicht so Deins? Dann haben wir hier einen tollen Filmtipp für Dich!

©Fotocredit: Pixabay

Künstliche Intelligenz in unserem Alltag

„Künstliche Intelligenz“ – dabei denkt man spontan an humanoide Roboter oder Maschinen deren Aussehen und Fähigkeiten uns durch bekannte Filme wie “Matrix“, „I, Robot“ oder „ExMachina“ bereits gut bekannt sind. Auch von intelligenten Autos, die autonom fahren sollen, hat man schon gehört – jedoch scheinen diese Dinge noch fernab der Realität zu liegen und eine Verwendung im Alltag scheint kaum denkbar. Dabei vergessen wir oft, wie nah wir bereits mit künstlicher Intelligenz zusammenleben: es sind die kleinen Helferlein des Alltags – Apps und Programme unseres Smartphones oder Computers, die bereits zu unseren täglichen Begleitern geworden sind. Sie organisieren unseren Tag, überwachen unsere Ernährung und Fitness oder stellen uns auf Zuruf schnell die wichtigsten Informationen aus ihrer Websuche zusammen.

Wir surfen täglich im Netz – ohne zu hinterfragen, was da genau passiert.

Sie gehören zu unserem Alltag und die Frage, wie diese Dinge funktionieren, stellen wir uns kaum noch. Dabei sammeln diese kleinen unsichtbaren Programme und Algorithmen fleißig Daten über unser Verhalten und leiten daraus mitunter unsere Vorlieben für Informationen und Produkte ab, die es Unternehmen ermöglichen, neue Produkte daran anzupassen oder diese passenden Zielgruppen anzubieten. Einige dieser Programme sind sogar bereits fähig selbständig Probleme zu lösen und sich eigenständig weiter zu entwickeln. Das beginnt bereits bei einer vermeintlich einfachen Websuche auf Google.

Es entsteht Deine persönliche Filterbubble

Die Suchmaschine verwendet eine Vielzahl an Programmen, die im Hintergrund ablaufen und u.a. auswerten, welches Ergebnis unserer Suche am besten entsprochen hat. Sie leiten aus der Verweildauer auf der Seite ein entsprechendes Ranking für die nächste Suche ab – sie sind selbstlernend. So kann eine Seite, die zwar die notwendigen Keywords enthält, jedoch nicht den gewünschten Präferenzen der Suchenden entspricht, als weniger relevant eingestuft werden. Dass die persönlichen Präferenzen verfolgt werden, merkt man am ehesten an den Werbeanzeigen: Erst vor eine Woche habe ich nach einem neuen Wintermantel im Netz gestöbert und seit dem verfolgen mich Anzeigen mit Wintermänteln von Esprit, Zalando und anderen Portalen – ohne, dass ich je dort gewesen bin.

 

Künstliche Intelligenz: Jeder Nutzer hat seine ganz eigene Filterblase

 

Da nicht alle Sucher ausreichend umfassend Begriffe zur Präzision ihrer Suche eingeben, versuchen die Programme über andere Möglichkeiten zu einem bestmöglichen Suchergebnis zu gelangen. Zukünftig werden z.B. vermehrt Bewertungen von Kunden und Gästen in das Ranking der Seiten einfließen: Sucht man nach einem „guten Restaurant in Berlin“ können die Programme auf entsprechende Bewertungen (z.B. bei Nutzung der Suche auf Facebook) zurückgreifen. Neben den eingegeben Begriffen können dabei außerdem frühere Seitenbesuche und Suchergebnisse des Nutzers für das Suchergebnis ausschlaggebend sein. In einem vereinfachten Beispiel dargestellt: Unter dem Suchbegriff „pony“ können Informationen zum Tier oder zur Frisur auftauchen – je nachdem welche persönlichen Präferenzen die Programme „gelernt“ haben. Dieses Phänomen wird auch FilterBubble genannt, da es dem Nutzer nicht möglich ist über die Ergebnisse der eigenen Suchen hinaus zu blicken.

Fatale Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung und kreative Prozesse

Für unseren Alltag kann das weitreichende Konsequenzen haben, die bisher noch im Verborgenen liegen: Laut dem Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Schweiger bevorzugen Menschen überwiegend Medienangebote, die ihrer eigenen Meinung entsprechen (die sog. Echokammer-Effekt). Durch die vermehrte Nutzung von Suchmaschinen wie Google und Portalen wie Facebook und Twitter zur Information, deren Programme personalisierte Ergebnisse liefern, gehe der breite Überblick über das aktuelle Tagesgeschehen verloren und damit auch die Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Themen (aus Psychologie Heute 08/2017). Dieses Phänomen hat nicht nur Auswirkungen auf die allgemeine Entscheidungsfindung, sondern auch auf kreative Prozesse: Durch eine vermehrte Nutzung der Suchmaschinen und Portale bewegt man sich schnell im immer gleichen Angebot von Themen und Ideen.

Gerade die Konfrontation mit Neuem und Unbekanntem kann jedoch für die Inspiration und die Entdeckung von Trends ausschlaggebend sein. Damit scheint der unbewusste Einfluss der künstlichen Intelligenz auf unseren Alltag bisher doch umfangreicher als gedacht: Wir wandeln in der Welt einer rosaroten Blubberblase, in der es nur Dinge gibt, die unserem Geschmack entsprechen, Menschen die unsere Meinung teilen und Programme, die unsere Wünsche kennen, bevor wir sie ausgesprochen haben… Das ist für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Watte, in die wir da gepackt werden – und die verhindert wichtige Lern- und Erfahrungsprozesse.

 

Künstliche Intelligenz: Gedruckte Medien sind nach wie vor eine gute Ergänzung zur Inspiration.

 

Um die eigene Entscheidungsfreiheit weiterhin beizubehalten, kommt es auf die richtige Nutzung der Angebote an: Weiß man um die Funktionsweise der Programme, kann man unter Umständen auf Alternativen ausweichen, die andere Suchmöglichkeiten bieten. So gibt es verschiedene Meta-Suchmaschinen, welche indirekt auf verschiedene Suchmaschinen zugreifen und damit eine Personalisierung weitestgehend vermeiden können. Speziell Google bietet zudem einen Dienst an, der es ermöglicht, den personalisierten Sucher auszuschalten. Weiterhin, wird ein Suchergebnis umso treffsicherer, je mehr Zeit man in die korrekte Umschreibung des Gesuchten investiert. Die Suche kann so zu umfassenderen Ergebnissen führen, die nicht zwingend personalisiert sind.

Wichtig ist, sich den Einfluss vorhandener Angebote bewusst zu machen und entsprechend darauf zu reagieren. Im richtigen Zusammenspiel, können intelligente Programme weiterhin unseren Alltag erleichtern, ohne dass wir ein Stück von unserer Entscheidungsfreiheit unbewusst aufgeben müssen. Also schaut euch genau an, was euch vorgesetzt wird! Schaut über den Tellerrand, lest andere Meinungen, seid offen für Diskussionen und wenn gar nichts mehr hilft: Nutzt Bücher oder Zeitschriften zum suchen – die geben Zeit zum Nachdenken und man kann selbst entscheiden, was man sieht und wann man es sieht.

(Bilder: pixabay)

FILMTIPP: noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt

Vom besten Restaurant der Welt, kulinarischen Experimenten und der Liebe zum Wesentlichen

Bereits vier Mal erhielt das noma in Kopenhagen den Titel „Bestes Restaurant der Welt“, erkochte sich bis heute außerdem zwei Michelin-Sterne und wurde plötzlich zum Ziel für Feinschmecker aus aller Welt. Doch was ist das Erfolgsrezept?

Das noma – eine Kombination aus den nordischen Wörtern „nordisk“ (nordisch) und „mad“ (Essen) – hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich nur auf heimische Zutaten zu beschränken und ausschließlich Produkte zu verwenden, die in der unmittelbaren Umgebung wachsen. In einem inspirierenden, emotionalen Dokumentarfilm begleitet Regisseur Pierre Deschamps noma-Gründer und Chefkoch René Redzepi, wie er sich aus dem Nichts heraus an die Weltspitze kochte, obwohl das Konzept zu Beginn auf große Kritik stieß. „Kollegen haben sich über mich lustig gemacht. Sie spotteten, dass das nicht funktionieren kann und dass es eine absurde Idee sei, sich auf diese wenigen Zutaten zu beschränken. Natürlich frustrierte mich das – ich habe mich nicht mehr als Koch gesehen“, erklärt Redzepi. Eine Einladung nach Grönland brachte Redzepi dann schlussendlich die Idee von Zeit und Ort: „Serviere jeden Tag eine Mahlzeit, die den Gästen zeigt, wo sie gerade sind und welche Jahreszeit wir haben! Das neue noma entstand und damit ein neues Ich!“

noma bestes Restaurant der Welt Essen Küche Film Kulinarisch Dänemark Kopenhagen

Drei Jahre lang hat Pierre Deschamps Redzepi auf seinem Weg begleitet, Höhen und Tiefen des nomas mit der Kamera verfolgt und bekannte Spitzenköche, das noma-Team sowie Zulieferer zu Wort kommen lassen. Die Symbiose aus hochsensibler Küche, experimentellen Kreationen, emotionalen Kommentaren und eindrucksvollen Bildwelten gibt einen intimen Einblick in das kulinarische Universum von René Redzepi.

“Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen.”

„Wenn man neugierig darauf ist, was es hier vor Ort alles gibt, entdeckt man Geschmacksrichtungen, die man sich nicht erträumen lassen kann. Der Geschmack eines Gerichts ist mit dem Ort verbunden, daher gibt es bei uns keine Kartoffeln aus den Niederladen oder Erdbeeren aus Frankreich. Natürlich wäre es viel einfacher, all diese Sachen zu importieren. Allerdings würden genau solche Zutaten die Gerichte um 10–15 Prozent schlechter machen. Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen“, erklärt Redzepi seinen Entschluss. Diese hohen An- und Herausforderungen sind es, die das Konzept so kompliziert, aber auch einzigartig machen. Fünf Monate im Jahr ist das Land mit Schnee bedeckt, was die Suche nach geeigneten Zutaten erschwert. Nur mit der Hilfe von vielen engagierten und kreativen Köpfen ist es möglich, tägliche Aufgaben zu meistern. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Zulieferer wie der schwedische Pilzexperte Roland Rittman, die es ermöglichen, dass das noma sein Konzept dauerhaft verfolgen kann. Und genau das ist es, was die Gerichte des noma von anderen unterscheidet.

noma bestes Restaurant der Welt Essen Küche Film Kulinarisch Dänemark Kopenhagen

Der Film zeigt, wie das gesamte Team selbstständig neue Rezepte kreiert, mit Kulturen, Konsistenzen und Temperaturen experimentiert, scheitert und zu neuer Größe wächst. René Redzepi erscheint darin als Genie, Vater, Poet und Komponist, der Harmonien schafft, wo Disharmonien erwartet werden. Er ist mutig, wahnsinnig, naiv – und damit erfolgreich. Er selbst sagt, dass Frust, Fehlschläge und Scheitern helfen können, über sich hinaus zu wachsen. „Samstagnacht-Projekte sind da, um Sachen zu probieren, so oft zu versagen, wie es nötig ist, aber immer zu einhundert Prozent dabei zu sein. Genau dann lernen wir.“

Der Film lockt in eine tiefinspirierende Welt und lässt wieder auf das Natürliche besinnen. Gespannt verfolgt man die Erfolgsgeschichte des nomas; Gefühle der Überraschung bis hin zum tiefen Mitgefühl und unendlicher Faszination sind beständiger Begleiter. Man erlebt die ‚Künstler’ des nomas dabei, wie sie mit viel Fingerspitzengefühl, großer Liebe zum Detail und unendlicher Perfektion mehr als nur Essen auf Teller bringen, erlebt Höhen, Tiefen, Rückschläge und folgt ihnen auf der Reise und der Suche nach dem Ziel.

Ein faszinierender Film nicht nur für Liebhaber der außergewöhnlichen Küche, detailverliebter Aufnahmen und emotionaler Musikkonzepte, sondern besonders für alle, die dem Alltag entschwinden und sich zum Ursprung des Wesentlichen mitnehmen lassen wollen.

noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt, 13,99 €
Gibt es zum Beispiel hier.

Mehr zum Film unter: www.noma-derfilm.de

(Bilder: Facebookpage noma)

Worauf sollten Konsumenten achten, wenn sie sich richtig informieren wollen?

Manche Shampoos garantieren geschmeidiges Haar oder Volumen, andere schwören auf natürliche Inhaltsstoffe. Die Versprechen der verschiedenen Marken sind so vielfältig wie die Ansprüche der Konsumenten – nicht nur, wenn es um Haarpflegeprodukte geht. Doch immer mehr Verbraucher fragen sich, ob die Unternehmen wirklich das einhalten, was sie vorgeben.

Das Interesse nach der Vorabinformation steigt. Dieses bestätigte bereits die TNS-Studie Connected Life (60.500 Internetnutzer aus 50 Ländern wurden befragt) aus dem Jahr 2015. Tatsächlich sollen weltweit 84 Prozent der Shopper vor dem Einkauf recherchieren, in Deutschland sind es 59 Prozent, die online Hilfe suchen, und 49 Prozent, die es offline tun. Hierbei geht es nicht nur um besonders kostspielige Anschaffungen wie Flüge, Autos oder Finanzdienstleistungen. Nein, viele wollen auch bei kleinen Einkäufen vorab wissen, was später an der Kasse landet – bei Körperpflegeprodukten sind es fast die Hälfte der Konsumenten, bei Babyprodukten sogar 76 Prozent.

Warum diese Zahlen so wichtig sind? Endkonsumenten bestimmen als zentrale Rolle im Wirtschaftssystem mit ihrer Nachfrage das Angebot. Wenn sie sich vor dem Einkauf über Inhaltsstoffe, Wirkung, Stärken und Schwächen eines Produktes informieren, schließen sie automatisch bestimmte Angebote aus – was natürlich dann Einfluss auf den Markt, auf den Preis und auf die Ausstattung von Geschäften hat. Längst sind dadurch Bio-Produkte und natürliche Inhaltsstoffe zum absoluten Trend geworden.

Diesen Wissensdurst und den neuen Qualitätsanspruch haben nicht zuletzt auch Prüforganisationen, Verbraucherzentralen, Vergleichsportale und jegliche Lifestyle-Magazine erkannt. Auf jedes Siegel und jeden bunten Artikel schlichtweg zu vertrauen, wäre allerdings der falsche Weg. Sich „nur“ zu informieren bedeutet nämlich nicht, dass man auch die richtigen Antworten findet.

Da wären zum Beispiel Fashion-, Beauty- und Lifstyle-Magazine, online und Print, die sich mit der Prüfung einzelner Produkte beschäftigen. Auf die Artikel ist nur Verlass, wenn sie sich tatsächlich auf anerkannte Quellen beziehen und diese neutral wiedergeben. Oftmals fehlt es aber an renommierten Expertenmeinungen, vielmehr stehen lustige Headlines und schöne Bilder im Vordergrund. Schließlich geht es hierbei weniger um Aufklärung, sondern um Unterhaltung und Leserzahlen.

Weitere beliebte Informationstools sind kreative Apps – der Interessierte scannt einen Barcode ein und erhält somit Informationen über Inhaltsstoffe. Produktbewertungen gibt es noch dazu, zum Beispiel unterstützt durch ein Ampelsystem. „ToxFox“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) stürmte bereits die App-Charts. Damit „können Verbraucher*innen Schadstoffe aufspüren, ihre Gesundheit schützen und Herstellern klar machen: Wir wollen Produkte ohne Gift“, heißt es auf der eigenen Website. Der Vorteil: Sollte ein Produkt nicht in der Datenbank gelistet sein, können Verbraucher über die App eine Anfrage an den Hersteller stellen. Laut der EU-Chemikalienverordnung ist dieser dazu verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen Auskunft zu geben. Allerdings geht die App bei Kosmetika nur auf hormonell wirksame Stoffe ein – andere Informationen bleiben verwehrt.

Auch bei „Codecheck“ gibt es den Produkt-Check via Barcode. Nur Sekunden später sollen die App-Nutzer Näheres über Inhaltsstoffe, Nährstoffe, Hersteller und Labels erfahren. Einzelne Produkte werden dann als „empfehlenswert“, „nicht empfehlenswert“ und „unbedingt meiden“ eingestuft. Doch einige Quellen, auf die sich das Portal bezieht, sind alt, manche liegen sogar schon 16 Jahre zurück. In der Zwischenzeit gab es bereits Änderungen in der Kosmetikverordnung. Außerdem werden manche Produkte aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe als gesundheitsschädlich eingestuft, obwohl sie es zum Beispiel nur für Allergiker wären. Die Einzelstoffbewertung ist zudem sehr einseitig und unzureichend – manchmal kommt es tatsächlich nicht auf den Stoff an sich, sondern auf die Dosis an.

Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Teil solcher Apps von Endkonsumenten gefüttert werden. Diese teilen ihre persönlichen Meinungen und Erfahrungen. Doch der Überfluss an Produkten und Informationen verhindert, dass der Verbraucher den Überblick behalten kann. Er bildet sich die eigene Meinung aus verschiedenen Quellen und kann diese oftmals gar nicht neutral einordnen. Auf seine individuellen Bewertungen, besonders was Inhaltsstoffe angeht, kann dementsprechend nicht unbedingt Verlass sein. Vielmehr sollte man sein Vertrauen wissenschaftlichen und fachlich fundierten Portalen schenken.

Angesehen ist beispielsweise die Publikation „Öko Test“. Doch auch hier gibt es Mängel – unter anderem schaltete die Zeitschrift Anzeigen und Werbungen, macht sich somit abhängig von Marken, und verkauft ihre Dienstleistung als Gesamtbewertung, obwohl einzelne Bereiche außer Acht gelassen werden. Sich sicher sein, dass die geprüften Produkte rundum empfehlenswert oder nicht empfehlenswert sind, kann man nicht. Im Gegensatz dazu ist „Stiftung Warentest“ eine unabhängige und werbefreie Verbraucherorganisation, die bereits 1964 gegründet wurde und als eine der bekanntesten gilt. Der Fokus bei den Tests, die auf verlässlichen wissenschaftlichen Methoden basieren, liegt allerdings auf der Wirksamkeit: Hält das Produkt, was es verspricht? Inhaltsstoffe, die den Verbraucher mindestens genau so interessieren, geraten in den Hintergrund. Auch auf gewisse Trendwellen, zu denen heutzutage Natur- und Bioprodukte gehören, wird nicht unbedingt aufgesprungen.

Und womit liegt der Konsument nun richtig? Mit neutralen fundierten Quellen! Wenn es um Kosmetikprodukte geht, ist haut.de ein solches. Man findet sowohl alle Inhaltsstoffe als auch Angaben zur Produktion und Wirkweise. Neben fachlichen Bewertungen kann der Konsument mehr über den Aufbau von Haut, Haaren und Zähnen erfahren, um demnach bestimmte Produkte nach dem eigenen Bedürfnis auszuwählen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Scientific Committee On Consumer Safety (auf EU-Ebene) sowie der Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen sind gute Quellen, um sich umfassend und neutral zu informieren.

Grundsätzlich sollten Verbraucher vor dem Kauf klar definieren, was sie konkret wollen und was sie von einem Produkt erwarten. Legt man Wert auf ein zertifiziertes Produkt, sollte man sich gezielt belesen und die Quellen bzw. die Siegel vorab checken. Ist es ein anerkanntes Prüfsiegel, kann man sich darauf verlassen. Auch wenn das Informationsprozedere auf den ersten Blick ziemlich aufwendig erscheint, ist es doch von Vorteil. Große und bekannte Marken weisen nicht zwingend eine hohe Qualität aus, ebenso wenig müssen unbekannte Labels als schlecht eingeschätzt werden. Die Neugierde der Verbraucher ist ein wichtiges Tool in der heutigen Gesellschaft und Wirtschaft – nur so können sie sich selbst schützen und das bekommen, was sie wirklich wollen und brauchen. Und vor allem haben sie somit Einfluss auf das, was langfristig in den Regalen steht.


Bild: Jiri Wagner (Unsplash)

Zelle gut, Haut gut

Hautprodukte gibt es mittlerweile viele – ob günstigere in den Drogerien oder etwas kostspieligere in den Parfümerien. Das Geschäft mit der Schönheit boomt! Aber welche helfen wirklich? Versprechen tun sie ja alle das Gleiche. Eine schöne, glatte Haut, Reduzierung der Fältchen, ein perfektes Hautbild also. Und trotzdem klagen vor allem Frauen immer noch über Unreinheiten, tiefe Poren und Co. Deswegen stellen wir Euch jetzt eine Marke vor, die das Problem nicht nur oberflächlich angeht, sondern die Erneuerung von Zellen ankurbeln soll.

Heutzutage haben viele verschiedene Dinge einen Einfluss auf unsere Haut und diese muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Auswirkungen auf unseren Körper können zum Beispiel der Stress aus dem Alltag oder dem Job, unser Lebensstil, die Ernährung oder sogar Umweltverschmutzungen sein. All das kann kann letztendlich zu einer schnelleren Hautalterung führen, da die Gesundheit der Haut leidet. Und genau hier setzt die australische Beautymarke „Grown Alchemist“ an. Durch ihre Produkte soll der Zellerneuerungsprozess optimiert und dem Hautalterungsprozess effektiv entgegengewirkt werden.

Wie das funktioniert? Indem die Schäden direkt an der Molekularstruktur behoben werden. Denn alle äußeren Einflüsse führen letztendlich zu einem Verlust der Elastizität und des Kollagens. Eine Folge sind Falten, Augenringe und weniger Strahlkraft. Und genau deswegen will Grown Alchemist, dass Problem von innen angehen, um das Äußere zu verbessern. Die Rezepturen der Produkte beeinflussen den Selbstheilungsprozess und die Regeneration der Haut.

Um dies zu erreichen hat die Marke eine Pflegeroutine aufgestellt. In drei Schritten zu einer gesunden Haut!

  • An erster Stelle steht die Reinigung, denn sie bietet die Grundlage für eine strahlende Haut. Und sie bringt die Erneuerung der Zellstruktur ins Kurbeln. Das so genannte „Double Clearing System“ lässt die Haut atmen und versorgt sie außerdem mit Feuchtigkeit.
  • Unter dem Begriff „Detox“ steht hier die Entgiftung der Hautzellen an. Das bedeutet, die Haut muss auf allen Ebenen regeneriert werden. Schäden sollen hier nicht nur repariert, sondern auch vorgebeugt werden. Das Ziel dieses Schrittes ist eine Erneuerungsfunktion zu schaffen und eine gewisse Gesundheit und Vitalität der Haut zu erreichen.
  • Die Phase „Activate“ bedeutet, dass die Inhaltsstoffe der Produkte auf höchster Wirksamkeit und vorderster Front der Wissenschaft aufbauen. Kein Hokuspokus, also.

Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Keston und Jeremy Mujis aus Melbourne. Beide kommen eigentlich aus der Design- und Produktentwicklungsbranche. Als die beiden nach Miami gingen, um dort zu arbeiten, wurde ihre Anschauung vom Leben auf den Kopf gestellt. Sie trafen auf einige Menschen, durch die sie ihren Lifestyle und Konsum hinterfragen ließen. „Es war ins unseren Köpfen eingetrichtert, dass das, was wir essen und trinken, genau so wichtig ist, wie das, was wir auf unsere Haut tun“, so Keston. Also trommelten die Brüder erfolgreiche Wissenschafter zusammen, um etwas Effektives und Nachhaltiges zu entwickeln. Sie wollten eine Balance aus Natur und Wissenschaft schaffen.

Microscop

Merken

Merken

Fotograf Volker Kreidler im Gespräch

Seine Bilder wirken still, statisch. Und trotzdem haben sie eine ungewöhnliche Wirkung auf den Betrachter. Man verharrt, ist wie in den Bann gezogen. Ich erwische mich dabei, wie ich minutenlang auf ein Bild starre. Später im Interview erzählt mit Fotograf Volker Kreidler, dass ein gutes Bild im Idealfall Emotionen bei dem Betrachter auslösen soll. Seine tun das.

Diazepam is a benzodiazepine (ben-zoe-Farbstoff-AZE-eh-peens). Es betrifft Chemikalien im Gehirn, unausgewogen, in die Menschen mit Angst. Diazepam wird zur Behandlung Angststörungen, Alkohol-Entzugserscheinungen, oder Muskelkrämpfe diazepam rezeptfrei Deutschland. Diazepam wird manchmal mit anderen Medikamenten zur Behandlung von Anfällen. Sie sollten nicht dieses Medikament, wenn Sie allergisch auf diazepam oder ähnliche Medikamente (Ativan, Klonopin, Restoril, Xanax, und andere), oder wenn Sie myasthenia gravis, schwere Lebererkrankung, Engwinkelglaukom, eine schwere Atmung problem, oder Schlaf Apnoe. Bevor Sie diazepam, informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Glaukom, asthma oder andere Atemprobleme. Source: antiangstrezeptfrei.net

leporello_volkerkreidler_1

 

Sie kommen aus einer Fotografen-Familie. Inwiefern hat sie das geprägt und für ihre Arbeit inspiriert?

Ich bin in der vierten Generation Fotograf, meine Familie hatte, ganz klassisch, ein Fotogeschäft, Portraitstudio und Fotolabor, ich bin quasi im Fotoladen und der Dunkelkammer aufgewachsen. Als ich mich mit ca. 15 Jahren intensiver mit der Fotografie beschäftigt habe, wusste ich, daß ich das machen wollte. Nach der Lehre außerhalb des elterlichen Geschäftes und diversen Assistenzen in Werbestudios habe ich mit 1988 mein Foto- und Filmdesign Studium in Dortmund begonnen.

Was macht Ihren Beruf aus?

Ich denke schon immer in Bildern, das hat wohl mit der Fotografenhaushalt zu tun, vielleicht ist es auch ein bisschen Begabung, 90% sind aber Arbeit und ständiges Verbessern und Hinterfragen der eigenen Position.

Was macht für Sie ein gutes Bild aus?

Es gibt nur gute und schlechte Bilder. Was das ausmacht, sieht man – da braucht man kein Kunstgeschichtsstudium absolviert zu haben. Ich arbeite intuitiv, natürlich weiß ich, wie die Tageszeit, das Licht usw. sein müssen, je nachdem welche Aussage man erreichen möchte. Das „gute Bild“ lässt sich nicht verallgemeinern, im Idealfall löst es starke Emotionen beim Betrachter aus.

Warum arbeiten Sie ausschließlich mit der Großbildkamera?

Ich mag die Konzentration auf das eine Bild, normalerweise brauche pro Sujet nur eine Aufnahme zu machen. Es kann aber sein, dass ich zwei bis drei Stunden das Motiv suche, manchmal zweimal zum gleichen Ort gehe, bis ich es habe. Das Fotografieren ist dann ein rein mechanischer Prozess, der läuft automatisch ab. Das eigentliche Bild ist schon vorher im Kopf entstanden. Großformat ist immer noch das Maximale, was an Qualität erreichbar ist.

Inwiefern spielen Reisen bei Ihrer Arbeit eine große Rolle?

Reisen ist das der größte Spaß für mich, ich sitze gerade in Chisinau in der Republik Moldau, morgen fahre ich in die ukrainischen Transkarpaten und dann nach Rumänien. Die Vielfalt der Kulturen, Landschaften in Europa ist für meine Arbeit existenziell – und reisen mit meinem alten BMW auch.

Was inspiriert Sie für Ihre Arbeit?

Zuerst die Literatur, welche die Orte oder Länder beschreibt in die ich reise, dies sind Bücher zur Geschichte, den momentanen Zuständen, Romane, wissenschaftliche Abhandlungen zur Sozialtopographie und Ähnliches. Mit diesem Wissen fahre ich los und schaue, was vor Ort los ist. Der Kontakt mit den Menschen ist wichtig, wenn auch eingeschränkt, da ich die meisten der einheimischen Sprachen nicht beherrsche. Es ein bisschen so, als würde man auf einem fremden Planeten landen.

Welche Projekte stehen bei Ihnen momentan an?

Momentan arbeite ich an einem Projekt in der Republik Moldau und dem dazugehörigen, abtrünnigen gebiet Transnistrien. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Sperrzone von Tschernobyl, dort war ich vor über 20 Jahren zum ersten Mal, vor zwei Jahren bin ich wieder in die Zone gefahren, um ein neues Projekt zu beginnen.

Ab 30. September ist eine Auswahl an Volker Kreidlers Bildern im “Brockmann & Knoedler”-Salon in Dresden zu sehen.

 

Bildschirmfoto 2016-08-30 um 12.47.11

Bildschirmfoto 2016-08-30 um 12.46.22

 

Fotos: Volker Kreidler

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Zwei Surfer im Kampf gegen die Wasserverschmutzung

Sie sind braun gebrannt, werfen ihre blonde Mähne im Wind hin und her und machen einfach immer eine gute Figur. Vorstellungen, die sofort in den Kopf springen, wenn man an Surfer denkt. Zwei Wellenreiter aus Australien sprengen diese Vorstellungen und legen ihren Fokus auf eine ganz andere Thematik. Nämlich die Rettung der Umwelt. Und damit wollen die beiden zu den Helden des Ozeans werden.

Weg mit dem Surfbrett, her mit dem Mülleimer. Was, das ganze soll so einfach sein? Wenn es nach Andrew Turton und Pete Ceglinsk, ja. Das Duo entwickelte einen Mülleimer namens “Seabin”, welcher das Meer mit einer einfachen Technik säubern soll. Denn die Gefährdung durch Verschmutzung in den Meeren ist groß. Flaschen und Tüten treiben im Gewässer umher. Die Meeresbewohner verletzen sich, bleiben im Plastik hängen. Die Zahlen beschreiben das unglaubliche Ausmaß. Alleine in einem Jahr landen mehr als zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren. Ein Großteil davon wird von Menschen verursacht, die sich nahe der Küste befinden. Laut “Spiegel” wird dieser weder deponiert noch recycelt. Er bleibt im Wasser. Drastisch, wenn man sich vor Augen führt, dass die Erde über 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist und eigentlich den Spitznamen “Blauer Planet” trägt.

Die Surfer Pete und Andrew wollten nicht länger zuschauen, sich aus der Verantwortung ziehen. Also wurde “Seabin” ins Leben gerufen. Dort, wo sich große Abfallmengen zusammen tragen – zum Beispiel an den Häfen, Buchten oder in der Nähe von Wind- und Strömungsanlagen, kommt der Mülleimer zum Einsatz. Er wird direkt an der Meeresoberfläche angebracht, um so den Müll aus dem Wasser zu filtern. Und dann kann die Säuberung beginnen. Der Eimer saugt das Wasser mit dem ganzen darin schwimmenden Abfall ein. Der Müll sammelt sich dann in einem Netz, welches sich im Inneren des Eimers befindet. Das Wasser selbst kommt aber letztendlich wieder zurück in den Ozean – denn der Seabin ist mit einer Pumpe verbunden, die sich am Land befindet. Der Meeres-Mülleimer ist übrigens nicht nur ein Fänger von Dosen, Tüten und Co. Er kann auch flüssige Rückstände wie Öl filtern. Über die Pumpe ist es nämlich möglich, Wasser und Öl voneinander zu trennen. Was am Ende zurück ins Meer fließt, ist also ganz sauberes Wasser. Und keine Sorge – auch an das Wohlbefinden der Fische und der anderen Meeresbewohner ist gedacht. Die schwimmen nämlich nicht in ihr Unglück und werden mit abgesaugt, sondern bleiben dem Ganzen aufgrund des Sogs um den Mülleimern fern. Ein weiterer Vorteil: es können Kosten eingespart und andere teure Methoden, die nicht so effizient sind, ersetzt werden. Außerdem arbeitet der Seabin non-stop, braucht keine Pause. Sobald das Innere voll ist, wird er von Menschenhand geleert – und weiter geht’s!

Ende gut, alles gut? Leider nicht ganz. Denn der Seabin sollte noch etwas optimiert werden. Zum Beispiel wird die Pumpe momentan noch mit Benzin angetrieben. Um der Umwelt nachhaltig etwas Gutes zu tun, wäre es praktischer auf einen Solarantrieb umzubauen. Zudem ist der Eimer laut “Trends der Zukunft” eher in überschaubaren Bereichen sinnvoll. Aber es ist doch ein Anfang, oder?

 

x5ijc0szqlhfynj95ls3

Fotos: Mathew Walters, Seabin

Merken

Nobody is perfect – auch Gemüse nicht

Nicht nur in Hollywood und der Beauty-Branche ist Aussehen ganz hoch im Kurs. Auch bei Lebensmitteln isst das Auge mit. Und das hat drastische Folgen…

Auf der Welt herrscht eine große Verschwendung von Nahrungsmitteln. Das ist nichts Neues. Eine Studie der Umweltstiftung WWF ergab im letzten Jahr, dass alleine in Deutschland rund 18,4 Millionen Tonnen Nahrung im Müll landen. Wenn man das Ganze runter rechnet, wird das Ausmaß erst klar. Die Deutschen würden demnach pro Sekunde 313 Kilo genießbare Lebensmittel unnötig wegwerfen. Das Essen ist somit nicht einfach nur verschwendet, sondern hat noch schwerwiegendere Auswirkungen. das Wegwerf-Gemüse und -Obst befeuert auch den Klimawandel. Nicht zu vergessen, dass wir Tonnen von Lebensmittel wegwerfen, wenn von denn sieben Milliarden Menschen auf der Welt täglich rund eine Milliarde hungern. Eine Tragödie. Schließlich ist genug da. Würde man die ganze globale Lebensmittelproduktion wirklich nutzen, könnte diese neun bis zwölf Milliarden Menschen satt machen. Mehr, als nötig wäre.

Ein großer Teil des Essens findet z.B. nach Ablaufdatum den Weg in den Müll. Es gibt aber auch einen erheblichen Teil, der es gar nicht in den Supermarkt schafft. Ernte bleibt auf dem Feld liegen, wird vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet – nur aufgrund seines Aussehens. Wenn der Look nicht passt, haben Gemüse und Obst also keine Chance. Nicht gut genug für den eitlen Konsumenten. Und genau hier setzt das Unternehmen ETEPETETE an. Zusammen mit einem Netzwerk an Biobauern wollen sie ein Sammelbecken von extravagant aussehendem Gemüse schaffen. Und das findet durch einen Lieferservice seinen Weg direkt zur Haustier der Liebhaber von Gemüse, welches nicht der Norm entspricht. Rein optisch, versteht sich. Und in der Gemüseretterbox kann man dann gegen den Strom der Verschwendung schwimmen.

Krumm und schief macht doch schließlich nichts! Wenn wir Menschen nicht aufgrund unseres Aussehens beurteilt wollen, warum hat das dann köstliches Gemüse verdient? ETEPETETE findet, dass auch schräge Karotten und Gurken eine Chance verdient haben, auf dem Teller zu landen. Damit will das Unternehmen nicht nur die nachhaltige Esskultur prägen, sondern auch Gemüsebauern unterstützen, welche die ökologische Landwirtschaft mit gutem Gewissen betreiben. Noch nie war hässlich so lecker!

Foto: Sven Scheuermeier

Natur ist gesund!

Ach, diese Stadtkinder! Verloren im Großstadtdschungel. Immer gestresst, die Augenlieder schwer, die Leichtigkeit verschwunden. Und dagegen helfen auch keine Kopfschmerztabletten und Energy-Drinks. Nein, das Zaubermittel gegen den Alltagsstress lässt sich nicht kaufen – aber ganz leicht finden. Draußen. In der Natur.

Michael Grothaus ist einer dieser Stadtmenschen. Der Journalist und Autor lebt in London. Dort, wo er nur selten Grün sieht und sich an die Sicht von Beton, Asphalt und Ziegelsteinen gewöhnt hat. Doch Mama Grothaus machte das, was alle Mamas tun würden. Sie plädierte an seine Abenteuerlust: “Junge, geh raus in die Natur!” Und wenn Mama was sagt, sollte man schließlich darauf hören. So machte sich der Journalist aus der Großstadt raus in unbekannte Welten. Voller Gras, Blätter und frischer Luft. Und das schlug natürlich direkt auf das Gemüt. Im positiven Sinne, versteht sich.

Der Londoner nahm sich also ab sofort vor, sich täglich eine Stunde in den weitläufigen Stadtparks aufzuhalten. Am Wochenende standen sogar auf Rad- und Wandertouren an. Es sollte eine Selbststudie sein. Keine wissenschaftliche, aber eine, die in enger Verbindung und Zusammenarbeit mit Sara L. Warber, einer Professorin für Familienmedizin an der University of Michigan, stand. In dem Projekt sollte sie die Funktion haben, die Erlebnisse von Grothaus mit Fakten aus ihren Forschungsarbeiten zu untermauern.

Schon nach wenigen Tagen merkte der Journalist eine Veränderung. Er bemerkte, wie das Verlassen der üblichen Innenräume und das Betreten der Landschaft seinen Alltagsstress wegzauberte. Wie vom Winde verweht. Er fühlte sich entspannter, die üblichen bedrückenden Gedanken, die stressige Stimme im Kopf, waren weg, als er die frische Luft atmen und die Umgebung genießen konnte. Die Natur bietet also nachweislich eine Entspannung, wie man sie mit der Mediation vergleichen kann. So erklärt die Professorin den relaxten Zustand.

In der zweiten Woche kam dann die dauerhafte Verbesserung der Laune dazu. Und dafür musste er sich nicht mal in der Natur befinden. Er konnte auch mitten in der Stadt stehen, wo weit und breit kein Grün zu sehen war. Grothaus war begeistert. Und die Wissenschaftlerin nicht überrascht. Sie erklärte, dass sich die Auswirkungen, die man erreicht, wenn man viel Zeit in der Natur verbringt, immer effektiver werden, wenn der Natur-Kontakt  regelmäßig wird. Und in der dritten Woche nahm dann auch die Kreativität zu, seine Romane erhielten neue Plot-Ideen, der Kopf wurde immer klarer. Nach einigen Wochen verbesserten sich dann auch noch die Gedächtnisleistungen, er war nicht mehr vergesslich. Für den Journalisten wurden seine Ausflüge in die Natur zum Alltag, gehörten zur Routine. Auch nach Beendigung des Projektes.

In Finnland zum Beispiel herrscht eine hohe Depressions-, Alkoholismus- sowie Selbstmordrate. Deswegen wird in diesem Land die Förderung von Naturerlebnissen sehr groß geschrieben, gehört mit zur Gesundheitspolitik. Bei einer staatlich geförderten Studie sollten tausende Teilnehmer ihre Stressniveau bewerten. Dieses sollte einmal nach einem Aufenthalt in einer städtischen und einmal nach einem Aufenthalt in einer natürlichen Umgebung beschrieben werden. Nach der Auswertung der Studie empfohlen die Mediziner eine Mindestdosis Natur – als Vorbeugung gegen Trübsinn sein. Demnach sollten die Menschen mindestens fünf Stunden im Monat in der Natur verbringen. Verteilt auf mehrere Wochen.

Keine Kosten, keine Anstrengungen, keine Qual – einfach nur ein bisschen Zeit benötigt man, um sich langfristig besser zu fühlen. Also, raus mit euch, liebe Leser. Und genießt das, was uns Mutter Erde gegeben hat. Es wird sich bestimmt auszahlen…

Foto: Lacey Raper