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Der Abschied von alten Technologien

Ich fühlte mich schon ziemlich cool, als ich in meiner Kindheit mit einem Walkman durch die Straßen gelaufen bin. Das Highlight des Tages waren – neben einer Disney-Videokassette – ein paar Stunden, die man am riesigen Computer-Monitor verbringen durfte. Aber nicht zu lange ins Internet, denn von Flatrate hatte damals noch keiner gehört. Zeiten ändern sich. Was früher noch als großer Trend gefeiert wurde, wird heute schon längst nicht mehr produziert. Und genau dieses Schicksal droht vielen weiteren Produkten, die wir aktuell noch tagtäglich im Gebrauch haben.

Wir leben im virtuellen Zeitalter, die Technologie entwickelt sich stetig. Manchmal so schnell, dass uns Unterschiede gar nicht mehr auffallen bzw. schnell in Vergessenheit geraten. Oder trauert noch irgend jemand der Handy-Tastatur nach, welche durch den Touchscreen ersetzt wurde? Das iPhone, mobile Zahlungen und Co. revolutionierten die technischen Entwicklungen. Neue Möglichkeiten, neue Chancen. Kein Stillstand in Sicht! Denn schon in den nächsten fünf Jahren zeigt die Prognose weitere Veränderungen – was auch mit Abschieden von bestimmten Dingen verbunden ist. Bye bye, Autos, hallo, fliegende Untersetzer? Na ja, vielleicht nicht so drastisch. Aber hier ein paar Beispiele von Dingen, die laut “Trendsderzukunft.de” in den nächsten Jahren vielleicht endgültig von der Bildfläche verschwinden werden…

  • Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal einen handgeschrieben Brief an die beste Freundin aus Schulzeiten verschickt? Das liegt wahrscheinlich schon Jahre her. Die Zeiten, in denen man einen Liebesbrief in die Taschen gesteckt bekommen hat, sind wohl vorbei. Und somit auch die Romantik. Keine kleinen geheimen Nachrichten ohne Namen mehr. Stattdessen plumpe Kommentare bei WhatsApp und Facebook. Weniger gefühlvoll, aber genau so wichtig ist Papier im Geschäftsverkehr. Dazu zählen u.a. Arbeits- und Mietverträge, Arztrechnungen usw. Und die sollen der Geschichte angehören? Fast unvorstellbar – aber zukünftig soll immer mehr auf den elektronischen Verkehr gesetzt werden. Was aber nicht von heute auf morgen klappt. Optimiert werden soll das Ganze mit persönlichen Mail-Adressen, welche der entsprechenden Person zugeordnet werden können. Auch virtuelle Unterschriften sind ein großes Thema.
  • Okay, mal Hand aufs Herz, wer sucht eigentlich nicht ständig nach seiner Fernbedienung? Manchmal macht es den Eindruck, als hätte sie Beine bekommen und sich mit Absicht irgendwo in der Ferne versteckt. Ein Phänomen. der Technologie sei Dank, soll das Problem zukünftig kein Thema mehr sein. Sprachkommandos, wie Siri, gibt es ja jetzt schon. Doch in den nächsten Jahren sollen diese Kommandos noch mehr optimiert werden. Dann heißt es vielleicht nur noch: “Mach mal den ‘Tatort’ an”…
  • “Hallo 123” und “Haus456” – Passwörter sind heutzutage längst nicht mehr sicher. Und deswegen sollten die Nutzer hierbei immer mehr Fantasie beweisen. Groß- und Kleinschreibung, Zahlen, Sonderzeichen. Ein großes No-Go: die gleichen Passwörter bei unterschiedlichen Diensten zu nutzen. Zu unsicher, zu hoch die Wahrscheinlichkeit, gehackt zu werden. Das Ablaufdatum der Passwörter könnte deswegen immer näher rücken. Die Zukunft heißt biometrische Erkennung. Das bedeutet: Fingerabdrücke, Sprach- und Gesichtserkennung. Und somit droht vielleicht unserem Wohnungsschlüssel das ähnliche Schicksal, wie Passwörtern. Irgendwie komisch, oder?
  • Online-Banking – schon längst kein Fremdwort mehr: ob Dienste, wie PayPal, oder Apps von Banken, die es zulassen, Bankgeschäfte auf mobilen Geräten durchzuführen. Bedeutet das etwa langfristig, den Untergang von Checks, Kredit- und Ec-Karten sowie Bargeld? Schon jetzt wird über die Abschaffung vom handfesten Geld diskutiert, welche für die Verbraucher außer der Vorstellungskraft liegt. Beim Kiosk mal eben Kaugummis kaufen – ohne Münzen, dafür mit mobilen Geräten? Da gefällt mir die Oldschool-Variante doch irgendwie besser.

Ob wir das alles wirklich brauchen? Diese Einschätzung bleibt jedem selbst überlassen. Aber es scheint, als würden wir irgendwann durch die virtuellen Technologien der Wirklichkeit entfliehen. Alles wird uns abgenommen, dabei sollten wir Menschen nicht verlernen, Dinge auch selbst und vor allem “Oldschool” zu erledigen. Neu ist gut, aber nicht immer unbedingt brauchbar. Bei einer so schnellen Entwicklung, frage ich mich doch: Wo soll das alles noch hinführen?

Foto: Thomas Lefebvre