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Depression ist kein Tabu-Thema

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„Es fühlt sich an, wie eine dunkle Wolke, die ständig über mir schwebt. Sie ist immer da, geht einfach nicht weg“, sagte mir ein Bekannter, als wir über das Thema Depression sprachen. Er leidet seit seiner Kindheit darunter. Schon in jungen Jahren war er traurig, während andere Kinder glücklich am Spielplatz spielten. Warum, konnte er sich nicht erklären. Einen bestimmten Grund oder Auslöser gab es nicht. Es war einfach da und er musste lernen, damit zu leben. Er erklärte mir, dass viele Menschen die Bedeutung einer Depression nicht verstehen. Sie diagnostizieren sich selbst als depressiv. Und sind dabei vielleicht einfach nur traurig und bedrückt. Nur eine Phase. Aber keine Krankheit.

Was es wirklich bedeutet, dieses Laster tagtäglich mit sich zu tragen, veranschaulichte der australischer Autor und Illustrator Matthew Johnstone in dem Video „Ich hatte einen schwarzen Hund“. Ernstes Thema, ungewöhnliche Veranschaulichung. Auf dem ersten Blick sieht das nämlich eher nach einem Kinderfilm, statt nach einem Aufklärungsvideo für Erwachsene aus. Der Protagonist: Ein Mann mit einem ständigen Begleiter. Ein schwarzer Hund. Seine Depression. Irgendwie ironisch. Wer hat schon was gegen Hunde? Die wenigsten! Sie gelten als der beste Freund des Menschen, als treu. Wie der Hund, bleibt auch die Depression ihrem Herrchen treu, folgt ihm auf Schritt und Tritt.

Nach einem klassischen Happy End sucht man hier vergebens. Die Depression lässt sich nicht einfach verscheuchen und kehrt dann nie wieder zurück. Sie bleibt. Doch der Mensch sollte lernen, mit ihr zu leben – viel mehr, sie unter Kontrolle zu haben. Nicht der Hund, sondern der Mensch ist das Herrchen. Er hat die Zügel, bzw. die Leine in der Hand.

Das Video in Comic-Charakteristik ist mehr als nur ein Aufklärungs-filmchen. Es gibt den Betroffenen eine Stimme. Denn immer noch gilt die Depression als Tabu-Thema. Depressive Menschen stoßen in ihrem Umfeld oft auf Unverständnis. „Jetzt reiß dich mal zusammen“, läuft wahrscheinlich auf Dauerschleife. Viele wissen nicht, wo sie sich Hilfe holen können. Und auch in der Berufswelt hat das Laster keinen Platz. In einer Krisenzeit, in der man um jeden Arbeitsplatz bangen muss, wirft diese Krankheit kein gutes Licht auf den Betroffenen. Schließlich wirken sie so als weniger belastbar, nicht stressresistent, als weniger leistungsfähig. Wer möchte schon in diese Schublade gesteckt werden?

Ein Teufelskreis. Die Hilfslosigkeit treibt viele depressive Menschen noch tiefer in das schwarze Loch, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Innere Leere. „Ich bin depressiv“, ein Satz, den sie sich nicht mal selbst eingestehen wollen. Über einen Hund lässt es sich da leichter reden. Der schwarze Hund, von dem man mal wieder über den Haufen gelaufen wurde. Doch auch wenn der zur Realität wird, wenn er von der Comic-Figur zum echten Laster wird, sollte er kein Grund zum Schweigen sein. Die Depression ist ein Thema, ja. Aber kein Tabu-Thema mehr!

Wer sich Hilfe holen möchte, kann das u.a. hier tun: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/

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