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So grün kann Strom Sein

Habt ihr schon mal gehört, dass Strom aus Pflanzen erzeugt werden kann? Manche haben es vielleicht mal im Physik-Leistungskurs aufgeschnappt, manche haben davon gelesen, andere haben wahrscheinlich noch nie davon gehört. Und ja, das funktioniert wirklich. Eine absolut revolutionäre Erfindung, könnte man sagen. Aber warum geht so eine Nachricht nicht um die Welt? Sie könnte diese doch verändern – zum Positiven…
Wie ich darauf komme? Vor zwei Jahren berichtete die „Welt“-Zeitung bereits von dem grünen Strom. Erstmals wurde ein Kaktus zum Watt-Lieferanten. Nach einer kleinen Recherche-Runde bei Google fällt auf, dass das Thema drei Jahre späte wieder den Weg in die Öffentlichkeit fand, und auch 2015 wurde hier und da wieder darüber geschrieben. Hätte diese Thematik nicht eine viel größere mediale Welle schlagen sollen? Als die grüne Revolution, Energie aus der Natur. Oder wäre dies einfach nur kontraproduktiv gewesen – für große Konzerne, die Konkurrenz in der natürlichen Energiequelle sehen könnten?
Und warum zapfen wir eigentlich noch keinen grünen Strom, wenn es ihn doch gibt? Weil die Ausbeute aus Pflanzen noch viel zu gering ist. Aber die Technik rund um die Naturenergie befindet sich in stetiger Entwicklung. Und wer weiß, vielleicht wird sie irgendwann zur Zukunft…
Während sich weltweit Forscherteams mit der Entwicklung des Themas beschäftigen, schafften es laut „Welt“, Französische Wissenschaftler vor fünf Jahren einen Kaktus in ein kleines Kraftwerk zu verwandeln. Im „Centre National de la Recherche Scienttifique“, dem nationalen wissenschaftlichen Forschungszentrum in Paris, wurde der Kaktus, bestückt mit Apparaturen und dank zweier implantierter, mit Enzymen präparierte Elektroden, zum Stromlieferanten. Angezapft wurde er an dem Grün der Pflanze, denn diese Stelle ist zur Fotosynthese fähig. Und diese wiederum verwandelt Sonnenlicht in chemische Energie. Wie wir es damals auch im Physik-Unterricht gelernt haben. Im letzten Schritt entsteht Glucose und Sauerstoff. Und genau daraus haben die Forscher Strom gewonnen – mithilfe von Elektroden, die mit zwei unterschiedlichen Enzymen präpariert wurden. Der Kaktus blieb dabei komplett unbeschadet. Je stärker das Licht, desto mehr Strom konnte das Kaktusblatt liefern. Doch letztendlich war die Ausbeute nicht groß genug, um für den Alltag nützlich zu sein. Das Kaktusblatt kann höchstens bis zu zehn Mikrowatt erzeugen. Im Vergleich benötigt alleine eine Energiesparlampe sieben Watt, damit ein Licht aufgeht. Weiterer Nachteil: Die Energie aus der Fotosynthese brauchen die Pflanzen, um zu überleben. Wenn man ihr also die Glucose nimmt, wird sie irgendwann welken. Also hätte ein grünes Pflanzenkraftwerk keine lange Überlebensdauer.
Und doch handelt es sich hierbei um den ersten ökologischen Strom, welcher hundertprozentig rein ist. Eine Energie, die sauberer nicht sein könnte. Deswegen haben die Forscher das Interesse längst nicht verloren und arbeiten stetig an neuen Innovationen rund um den Strom aus Pflanzen. U.a. beschäftigt sich auch das Projekt „Plant-e“ mit der Thematik, welches sich auf Energie durch pflanzlich-mikrobielle Brennstoffzellen fokussiert.
Und vielleicht gelingt es den Forschern ja irgendwann, genug Strom zu erzeugen, ohne den Pflanzen zu schaden, und aus der Revolution eine Revolution zu machen. Und bis dahin, solltet Ihr alle den grünen Strom zum Thema und Diskussionsstoff machen – damit er solange nicht in Vergessenheit gerät.

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Foto: Lukas Köller

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