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Share the Meal – Teilt Euer Essen

Es ist manchmal schon erschreckend – wenn man sich über bestimmte Dinge bewusst wird. Zum Beispiel, wenn es ums Essen geht. Was schlagen wir uns manchmal die Bäuche voll. An Cheat-Days sind es Pizza und Kuchen, an disziplinierten Tagen sind es irgendwelche fancy Fitness-Superfoods. Für einen Durchschnittsbürger ist es schwer vorstellbar, was es wirklich bedeutet, Hunger zu haben. Ich meine, wirklichen Hunger. Nicht, wenn der Magen mal zwischendurch knurrt. Ich meine den Hunger, wenn man tagelang nichts zwischen die Zähne bekommen hat, die Energie schwindet, der Körper schwach wird, wenn es immer schwerer wird, zu funktionieren. Ja, es ist unvorstellbar, dass Menschen immer noch unter diesen Umständen leben müssen bzw. versuchen zu leben, obwohl vor unseren Augen täglich Tonnen von Essen weggeschmissen werden. Weltweit haben geschätzt 815 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Viele davon sterben an Hunger. Es sind insgesamt sogar mehr Menschen die an Hunger sterben als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Mir ist bewusst, dass wir schon lange von diesem Problem wissen. Wir alle. Und ich weiß auch, dass dieses Problem für viele Menschen nicht greifbar, eben unvorstellbar ist. Aber das heißt nicht, dass es nicht existiert. Deshalb sollten wir unsere Augen auch nicht davor verschließen.

Eine Welt ohne Hunger

Vielleicht braucht es einfach nur den richtigen Impuls. Den gibt nun die Organisation „UN World Food Programme“ (WFP). Ganz einfach. Mit einer App. Diese nennt sich „Share The Meal“ und soll beim Kampf gegen die Hungersnot helfen. Es kostet gerade einmal 40 Cent, ein Kind für einen Tag zu ernähren. Und diese kann man in der App per Klick ganz leicht spenden und somit sein Essen „teilen“. Das Ziel: eine Welt ohne Hunger. Die App unterstützt dabei vor allem Kinder in Kamerun, Lesotho, Jordanien, Jemen, im Südsudan, Nigeria, Haiti, aber auch in Syrien, im Libanon und Malawi.

Share the Meal

Je nach (Entwicklungs-)Land variieren die Kosten für Ernährungshilfe. Die Organisation WFP erhält die App-Spenden und verteilt diese dann. Die konkrete Hilfe hängt von der jeweiligen Situation ab. In manchen Fällen bekommen die Bedürftigen für das Essen Bargeld oder Gutscheine. In Notsituationen werden aber auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Bulgur, Linsen, Zucker, Salz, Öl und Mehl verteilt. Besonders Kinder, die von Mangel- und Unterernährung betroffen sind, benötigen nährstoffreiche Spezialnahrung, wie zum Beispiel spezielle Mischungen aus Getreide, Soja, Hülsenfrüchten, Ölsamen und Trockenmilch, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden.

Ein glückliches und gesundes Kind ist nur einen Klick entfernt.

Fast 20-Millionen Mahlzeiten wurden bereits geteilt. Grund zu feiern. Und es werden immer mehr Nutzer. Die App unterliegt den internationalen strengen Datenschutzbestimmungen. Für die Nutzung von Share the Meal bedarf es, abgesehen von den Appstore-Informationen um die App herunterzuladen, lediglich einer Kreditkartennummer oder alternativ einem PayPal Login. Hier ist es nicht notwendig, ein Benutzerprofil anzulegen. Wer möchte, kann die App aber mit Facebook verknüpfen und so die Spenden der Freunde sehen und die eigenen vernetzen. Ein glückliches und gesundes Kind ist nur einen Klick entfernt. Also, los!

 

Fotos: Share The Meal Press, Tom Saater

 

FILMTIPP: noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt

Vom besten Restaurant der Welt, kulinarischen Experimenten und der Liebe zum Wesentlichen

Bereits vier Mal erhielt das noma in Kopenhagen den Titel „Bestes Restaurant der Welt“, erkochte sich bis heute außerdem zwei Michelin-Sterne und wurde plötzlich zum Ziel für Feinschmecker aus aller Welt. Doch was ist das Erfolgsrezept?

Das noma – eine Kombination aus den nordischen Wörtern „nordisk“ (nordisch) und „mad“ (Essen) – hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich nur auf heimische Zutaten zu beschränken und ausschließlich Produkte zu verwenden, die in der unmittelbaren Umgebung wachsen. In einem inspirierenden, emotionalen Dokumentarfilm begleitet Regisseur Pierre Deschamps noma-Gründer und Chefkoch René Redzepi, wie er sich aus dem Nichts heraus an die Weltspitze kochte, obwohl das Konzept zu Beginn auf große Kritik stieß. „Kollegen haben sich über mich lustig gemacht. Sie spotteten, dass das nicht funktionieren kann und dass es eine absurde Idee sei, sich auf diese wenigen Zutaten zu beschränken. Natürlich frustrierte mich das – ich habe mich nicht mehr als Koch gesehen“, erklärt Redzepi. Eine Einladung nach Grönland brachte Redzepi dann schlussendlich die Idee von Zeit und Ort: „Serviere jeden Tag eine Mahlzeit, die den Gästen zeigt, wo sie gerade sind und welche Jahreszeit wir haben! Das neue noma entstand und damit ein neues Ich!“

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Drei Jahre lang hat Pierre Deschamps Redzepi auf seinem Weg begleitet, Höhen und Tiefen des nomas mit der Kamera verfolgt und bekannte Spitzenköche, das noma-Team sowie Zulieferer zu Wort kommen lassen. Die Symbiose aus hochsensibler Küche, experimentellen Kreationen, emotionalen Kommentaren und eindrucksvollen Bildwelten gibt einen intimen Einblick in das kulinarische Universum von René Redzepi.

“Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen.”

„Wenn man neugierig darauf ist, was es hier vor Ort alles gibt, entdeckt man Geschmacksrichtungen, die man sich nicht erträumen lassen kann. Der Geschmack eines Gerichts ist mit dem Ort verbunden, daher gibt es bei uns keine Kartoffeln aus den Niederladen oder Erdbeeren aus Frankreich. Natürlich wäre es viel einfacher, all diese Sachen zu importieren. Allerdings würden genau solche Zutaten die Gerichte um 10–15 Prozent schlechter machen. Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen“, erklärt Redzepi seinen Entschluss. Diese hohen An- und Herausforderungen sind es, die das Konzept so kompliziert, aber auch einzigartig machen. Fünf Monate im Jahr ist das Land mit Schnee bedeckt, was die Suche nach geeigneten Zutaten erschwert. Nur mit der Hilfe von vielen engagierten und kreativen Köpfen ist es möglich, tägliche Aufgaben zu meistern. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Zulieferer wie der schwedische Pilzexperte Roland Rittman, die es ermöglichen, dass das noma sein Konzept dauerhaft verfolgen kann. Und genau das ist es, was die Gerichte des noma von anderen unterscheidet.

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Der Film zeigt, wie das gesamte Team selbstständig neue Rezepte kreiert, mit Kulturen, Konsistenzen und Temperaturen experimentiert, scheitert und zu neuer Größe wächst. René Redzepi erscheint darin als Genie, Vater, Poet und Komponist, der Harmonien schafft, wo Disharmonien erwartet werden. Er ist mutig, wahnsinnig, naiv – und damit erfolgreich. Er selbst sagt, dass Frust, Fehlschläge und Scheitern helfen können, über sich hinaus zu wachsen. „Samstagnacht-Projekte sind da, um Sachen zu probieren, so oft zu versagen, wie es nötig ist, aber immer zu einhundert Prozent dabei zu sein. Genau dann lernen wir.“

Der Film lockt in eine tiefinspirierende Welt und lässt wieder auf das Natürliche besinnen. Gespannt verfolgt man die Erfolgsgeschichte des nomas; Gefühle der Überraschung bis hin zum tiefen Mitgefühl und unendlicher Faszination sind beständiger Begleiter. Man erlebt die ‚Künstler’ des nomas dabei, wie sie mit viel Fingerspitzengefühl, großer Liebe zum Detail und unendlicher Perfektion mehr als nur Essen auf Teller bringen, erlebt Höhen, Tiefen, Rückschläge und folgt ihnen auf der Reise und der Suche nach dem Ziel.

Ein faszinierender Film nicht nur für Liebhaber der außergewöhnlichen Küche, detailverliebter Aufnahmen und emotionaler Musikkonzepte, sondern besonders für alle, die dem Alltag entschwinden und sich zum Ursprung des Wesentlichen mitnehmen lassen wollen.

noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt, 13,99 €
Gibt es zum Beispiel hier.

Mehr zum Film unter: www.noma-derfilm.de

(Bilder: Facebookpage noma)

Essen ist zu gut, um es wegzuschmeissen

Der virtuelle Wahnsinn ist nicht zu stoppen. Es gibt Apps, mit denen man den Traumpartner finden kann, mit denen man kurze Videos hochlädt, mit denen man sich auf Bildern schlanker schummeln kann. Und irgendwo zwischen den Kram, den wir wahrscheinlich gar nicht bräuchten, gibt es dann doch noch ein paar Hoffnungsschimmer. Apps, die entwickelt wurden, um Gutes zu tun. Um nachhaltig zu sein…

Dass wir in einer so genannten Wegwerf-Gesellschaft leben, ist ja bekannt. Bewusster wird das, wenn man sich die Zahlen dazu anschaut. Laut einer Studie der Universität Stuttgart werden in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr einfach weggeschmissen. Und somit landen auch wichtige Ressourcen wie Wasser, Boden und Dünger in der Tonne, die hinter den Lebensmitteln stehen. Allein bei Großverbrauchern wie Restaurants, Hotels und Schulen fallen zwischen 1,5 und 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Der Hauptteil davon – ca. 837 000 bis 1 015 000 Tonnen pro Jahr – entsteht in der Gastronomie.

Und genau hier setzt ein Start-up-Unternehmen namens “Too Good To Go” an, welches gegen die Wegwerf-Kultur kämpfen und die Lebensmittelverschwendung reduzieren will. Wie das klappen soll? Mit einer App! Durch wenige Klicks zum bewussteren Leben. All die Lebensmittel, welche nach Geschäftsschluss übrig bleiben, werden über die App verkauft. Frische Ware zum kleinen Preis. Und das Ganze funktioniert auch ganz einfach. Bezahlt wird online, dann flattert eine Bestätigung ein und der Kunde kann daraufhin das Essen beim Betrieb abholen. Eine Win-Win-Situation. Obwohl die teilnehmenden Restaurants nicht das große Geld damit machen.

Laut dem Magazin “Wirtschafts Woche” arbeiten bereits 25 Leute für das deutsche Team der neuen Internet-Plattform. In dem Heimatland Dänemark war die App ein großer Erfolg: 120 000 Downloads! Ableger gibt es bereits in Norwegen, Frankreich sowie Italien und Großbritannien. Zwar ist die Tendenz steigend, das Problem aber noch nicht unbedingt sinkend. Denn viele und vor allem große Betriebe, die bei dem Projekt mitmachen, gibt es bisher nicht. Auch der rechtliche Aspekt ist nicht ganz eindeutig geklärt. Doch wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg. Und nicht vergessen, sich auch an die eigenen Nase zu fassen! Denn nicht nur Restaurants und Co. werfen wertvolles Essen weg – auch die Privatperson an sich ist damit sehr verschwenderisch. Also, immer schön achtsam sein! Auch im Umgang mit Essen und Mülleimer…

Foto: Too Good To Go

 

Superfood ist nicht immer supergut

Der Fitness-Wahn macht seine Kreise. Ob Work-out-Videos in sozialen Netzwerken oder Personal Trainer, die Werbung im Fernsehen machen – der gesunde Lifestyle boomt. Und die Kasse klingelt. Wer bewusst lebt, liegt im Trend. Und der Trend zeigt sich besonders bei Facebook, Instagram und Co. Kein Tag ohne Fotos vom Joghurt mit Früchten, die angeordnet sind, als würden sie für ein Essens-Magazin posieren. Als weitere Verzierung dienen kleine dunkle Kügelchen. Es sind Chia-Samen. Ein natürliches Wundermittel, das nicht nur gesund ist, sondern auch für mehrere Stunden sättigt. Ein Superfood eben…

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Superfood – eine neue Ära der Lebensmittel. Aber sind die Ergänzungsmittel, wie Chia, Acai und Goji wirklich supergut? So wird es uns jedenfalls vorgemacht. Aus einem fernen Land kommt das exotische Wunder-Essen meistens, entdeckt von Naturvölkern, die dadurch keine Krankheiten und kein Übergewicht bekommen. Und nicht zu vergessen, der hohe Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen. Fit und gesund ging noch nie so einfach. Die Geschichte ist meist ähnlich, der Protagonist immer ein anderes Superfood. Hört sich gut an, passt zum aktuellen Fitness-Wahn und sieht schön im Bio-Markt aus – wird gekauft!

Leider hat nicht jedes Märchen ein Happy End. Die böse Hexe heißt an dieser Stelle “Öko-Test”. Oder ist sie doch die gute Fee? Die Zeitschrift veröffentlichte nämlich nun einen Test, der zeigt, dass zwei Drittel der 22 getesteten Superfood-Produkte stark mit Schadstoffen belastet waren. Und hierbei handelt es sich nicht einfach nur um harmlose Verunreinigungen. Hört ihr auch die Träume zerplatzen? Träume, dass man nur diese eine Wunder-Zutat zu sich nehmen muss und für immer fit, schlank, schön und gesund bleibt… Ohne Bewegung und ohne auf den Rest der Ernährung zu achten. Das lassen nämlich viele Konsumenten einfach außen vor. Diesen geht es nur darum, dass es wohl cool ist, das Müsli mit Chia aufzupeppen.

Aber zurück zum Wesentlichen. Aus dem Artikel der “Öko-Test”-Zeitschrift ging zum Beispiel hervor, dass eine Packung Bio-Chia-Samen unerlaubte Mengen an Pestizid-Rückständen beinhaltete. Das Produkt ist mittlerweile nicht mehr im Handel zu kaufen. Außerdem fanden die Tester auch einen Rohkakao, welcher mit dem Insektenschutzmittel Diethyltoluamid verunreinigt war. Letztendlich sind die Superfoods super durchgefallen. Von 22 getesteten Produkten konnten die Tester gerade mal zwei empfehlen. Außerdem gab es von den Testern noch einen kleinen Hinweis zum Super-Trend. Dass man sich nämlich mit Superfood noch gesünder als gesund ernähren kann, sei reiner Unsinn.

Das heißt natürlich nicht, dass man komplett auf Superfood verzichten muss. Wenn es nicht gerade mit Pestiziden verseucht ist. Ja, auch ich habe Chia-Samen Zuhause. Schließlich beinhalten sie zehn Mal mehr Omega-3-Fettsäuren als Lachs. Aber ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Im Gegensatz zum leckeren Fisch sollten sie auch nur in einer sehr geringen Menge (wenige Gramm) zu sich genommen werden, da sie extrem aufquellen. Wer auf Acai nicht verzichten möchte, sollte nicht unbedingt zu teuren Kapseln oder Pulver greifen. Ein leckerer Saft oder Smoothie aus den Beeren tut es auch. Grundsätzlich gilt die Devise: Nicht einfach drauf los kaufen und konsumieren, nur weil eine Instagram-Bloggerin gesagt hat, es sei cool. Erst erkundigen, dann essen. Erst dann ist Superfood wirklich supergut.

Foto: Sambazon