Organic Lifestyle

«Magazin»

Menu
Plastikfolie adé

Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist heute wichtiger denn je. Für Christina Sauer, Gründerin von beeskin, ist es schon immer Teil ihres Lebens gewesen. Doch vor 10 Jahren begann die gelernte Grafikdesignerin, Ehefrau und Mama von zwei Kindern ihr Leben umzustellen. Seitdem beschäftigt sie sich sehr genau mit dem, was bei ihr im Haus ein- und ausgeht. Ob Nahrungsmittel, Kosmetika oder Verpackungen, Christina möchte ihren Kindern Vorbild sein und ihnen beibringen, mit der Natur verantwortungsvoll umzugehen. Dazu gehört auch der Umgang mit Plastik.

Milch aus der Flasche schmeckt einfach viel besser!

Obst und Gemüse gibt es nicht in der Plastiktüte, sondern in selbstgehäkelten Netzen, das Duschgel wurde durch harte Seifen ersetzt und die Milch gibt es aus der Glasflasche: „So schmeckt sie auch einfach viel besser.“ Damals hätte sie nicht gedacht, dass sich aus dem Wunsch nach Nachhaltigkeit und Verantwortung einmal ein Unternehmen entwickelt.

Ideen brauchen Zeit, aber wenn man sie festhält, kann daraus etwas wachsen!

Als Christina in den USA Grafikdesign studierte und dort 6 Jahre lebte, kam sie das erste Mal mit Bienenwachstüchern in Verbindung. Die Idee, die Frischhaltefolie zu ersetzen, gefiel ihr sofort. Jahre später, längst zurück in Deutschland, kam der Gedanke wieder auf. Der Import aus den USA mit dem Flugzeug war für die Umweltbewusste aber ein absolutes Tabu. Sie wollte die Bienenwachstücher deshalb selbst regional herstellen und damit auch dem deutschen Markt zugänglich machen.

beeskin hält Lebensmittel auf natürliche Weise frisch

Von der Idee bis zur Umsetzung brauchte es nur ein paar Monate. „Ich bin sehr zielstrebig und gut fokussiert. Ich habe den geeigneten Stoff recherchiert, das Design selbst entworfen, mit dem der Stoff bedruckt werden sollte und alles in der eigenen Küche ausgetestet.“ beeskin Bienenwachstücher bestehen aus GOTS zertifizierter Baumwolle, aus Bio-Bienenwachs, Bio-Jojobaöl und natürlichem Baumharz, welches Tina aus der letzten traditionellen Pecherei Österreichs bezieht. Die Farben von beeskin sollen an den Duft von Lavendel, den Geschmack von süßem Bienenhonig, den Geruch und das Gefühl von saftigem, grünen Gras erinnern. Und wie eine Orangenhaut schützt beeskin (bee: Biene / skin: Haut) Lebensmittel und hält sie auf natürliche Weise frisch.

Manchmal muss man einfach abwägen

Vegan sind die Tücher nicht. „Ich hatte erst darüber nachgedacht, aber die Alternativen mit dem importierten Carnaubawachs aus Brasilien oder dem doch fast zu 100% pestizidbelasteten Rapswachs waren für mich keine Alternative.“ Jeder Bestandteil wurde genauestens durchdacht. „Auch Bienenwachs ist nicht immer bio.“ Durch Holzschutzmittel, Mottenmittel oder Ähnliches kann das Bienenwachs mit Paraffinen und Chemikalien belastet werden. „Mir war es wichtig einen Partner zu finden, der unbelastetes und rückstandfreies Bienenwachs liefert.“

Funktional und wiederverwendbar

Jeder Schritt wurde ausgetestet by trial and error, aber es hat sich gelohnt. Die beeskin Bienenwachstücher können bei richtiger Pflege bis zu einem Jahr wiederverwendet werden und ersetzen 1:1 die Plastikfolie. Durch das Harz kleben sie und durch das Wachs werden sie mit Hilfe von Körperwärme wieder weich und geschmeidig. So kann man das Frühstück der Kinder darin einschlagen, Käse und Wurst darin frischhalten und auch Schalen und Schüsseln oder die Weinflasche damit verschließen. Legt man sie nämlich in den Kühlschrank, werden sie fast so hart wie Plastikdeckel.

100 % kindererprobt, 100 % kompostierbar

Dass die Tücher herrlich nach Bienen und Wald duften und die Verwendung auch noch Spaß macht, ist ein absolutes Plus. Geruch und Farbe entstehen durch das Baumharz und den Bienenwachs und sind immer ganz individuell – wie Wald und Wiesen, von denen sie gewonnen werden. Natürlich geht der Geruch nicht auf das Essen über! „Ich packe meinen Kindern täglich die Schulbrote damit ein und sie nehmen die Tücher immer ganz stolz mit. Manchmal falte ich das Tuch noch in einen kleinen Umschlag und so können sie Nüsse und Rosinen einpacken. Nachmittags waschen wir das Tuch dann ab und am nächsten Tag wird es wieder verwendet.“

Ja, diese Tücher sind 100% kindererprobt. Sie werden geknüllt, gefaltet, im Kühlschrank gekühlt und in der Raumluft wieder erwärmt. Und sie funktionieren einwandfrei. Und wenn sie dann nach einem Jahr Dauergebrauch, nicht mehr zu verwenden sind, dann sind sie aber 100 % kompostierbar.

Lange Nächte für ein super Ergebnis

Christina macht alles selbst, vom Design über den Druck bis hin zur Verpackung und Webseitenpflege. Da sind Augenringe vorprogrammiert. Und hin und wieder fragt sie sich auch, was sie da eigentlich tut. „Aber das Produkt ist so toll, dann nehme ich auch lange Nächte in Kauf.“ Irgendwann soll es auch finanziell eine Alternative sein, aber das braucht Zeit und viele bewusste Käufer und Käuferinnen. Das kleinste Tuch kostet 4,90 Euro, 19,90 Euro für das größte in XXL und für das Starterpaket zahlt man 22,50 Euro mit 3 Tüchern in den Größen S,M,L. Erhältlich sind die beeskin-Produkte über den Onlineshop oder über Retailer. Auch in Dresden werden wir beeskin bald im Unverpackt-Laden kaufen können.

Jetzt mitmachen!

Mit so einem kleinen Schritt, können wir bereits einen Beitrag für unsere Umwelt leisten. Und mal ehrlich, das Kuddelmuddel mit der Plastikfolie habt ihr doch auch satt oder? Der Anfang der Folie ist nicht zu finden, meist reißt es schief ab und wenn man Pech hat wickelt sich die Folie um sich selbst und landet als Folienknoten ungenutzt im Müll. Also probiert es einfach aus, kauft es für Euch oder als Geschenk und erzählt es weiter. Uns hat es überzeugt und wir sind gespannt, wie es mit beeskin in den nächsten Jahren weitergeht.

Bestellt HIER Eure eigenen beeskin Bienenwachstücher!

Bildcredits: beeskin

Ein Dorf aus Plastikflaschen

Es war einmal eine Plastikflasche. Welche Auswirkungen sie in der Zukunft haben könnte, hätte sich damals keiner gedacht…

In den späten 1960er Jahren schritt die Entwicklung der PET-Flasche immer weiter voran. Aufgrund des Forschers Nathaniel Eyth konnte ein formbares Material bei den Flaschen eingesetzt werden. Zeitgleich arbeiteten verschiedene Maschinenhersteller an Hochleistungsmaschinen, welche der Herstellung von Kunststoffflaschen dienen sollten. Im Jahr 1978 rollte sie dann erstmals über das Band – die 2-Liter-Flasche einer bis heute bekannten Getränkemarke. Die Karriere der PET-Flasche war geboren.
Der Vorteil: Sie soll nicht nur den Durst der Verbraucher stillen, sondern auch danach sinnvoll genutzt werden. Nachdem Einwegflaschen eingesammelt werden, soll ihnen nämlich eines der folgenden Schicksale bevorstehen. Die einen werden recycelt. Der Weg führt in Aufbereitungsanlagen, wo sie in kleine Teile zerhackt, von Fremdstoffen gereinigt, nach Farben sortiert und zu Granulat aufbereitet werden. Das daraus entstandene Material kann dann Neumaterial beigemischt werden. Gebrauchtes PET spielt aber auch in der Textilindustrie eine große Rolle und kann bei der Herstellung von Polyester-Textilfasern verwendet werden. Die anderen PETs werden thermisch weiterverwendet. Heißt: Sie landen in Müllverbrennungsanlagen oder Heizkraftwerken, um dort als Feuerungsmittel eingesetzt zu werden.
So die Theorie. Doch die Realität sieht manchmal anders aus. Klar finden viele Flaschen den Weg ins Recycling – aber viele andere machen einen großen Teil unserer Haushaltsabfälle aus. Allein in Europa werden nicht mal 50 Prozent der PET-Flaschen eingesammelt. Sie landen hingegen im Eimer. Doch da bleiben sie nicht. Nächste Station: Mülldeponie. Besonders in Entwicklungsländern stellt dies ein großes Problem dar. Die Müllentsorgung der Plastikflaschen und auch anderer Materialen erfolgt nicht selten über Flüsse und Meere. Dort schwimmen sie als Treibgut, verunstalten die Küsten und Strände.
Der kanadische Unternehmer Robert Bezeau hat der Umweltverschmutzung den Kampf angesagt. Seine Devise: „Die Welt verändern, ohne die Erde zu verändern.“ Mitten im panamaischen Dschungel, in Bocas del Toro, will er einen Meilenstein setzen. Hier soll auf 33,5 Hektar ein ganzes Dorf aus Plastikflaschen entstehen. 90 – 120 Häuser soll dieses umfassen. Mittlerweile steht dort schon ein einstöckiges Haus aus  10 000 Cola-, Limonade- und Wasserflaschen. Und auch ein weiteres im Stil eines Schlosses ist kurz vor der Beendigung. Doch wer so öko leben möchte, sollte auch etwas Erspartes in der Tasche haben. Denn billig ist das Recycling-Wohnen nicht! Die fertigen Häuser im „Plastic Bottle Village“ sollen zwischen 149 000 und 300 000 Euro kosten. Für den Preis gibt es aber auch Leistung. Laut dem Team des Projektes soll die Flaschen-Technik kosteneffizienter und zeitsparender als lokalübliche Baumaterialien sein. Die Häuser bestehen außerdem aus einer sehr guten Isolierung, welche den Verzicht von Klimaanlagen erlaubt. Und erdbebensicher sind die Plastik-Häuschen auch noch.
Bezeau verwendet hierbei eine raffinierte Technik. Ein Metallgerüst gibt zunächst die Grundstruktur vor. Diese wird mit den Flaschen gefüllt. Zwischen ihnen läuft die Verkabelung. Den Abschluss bildet eine sehr dünne Beton-Schicht, welche die Wände schließt. Mit Plastik in eine bessere Zukunft – wer hätte das gedacht…
HIER könnt Ihr für das Projekt spenden!

Fotos: Plastic Bottle Village