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Dann essen wir jetzt auch mal den Kern!

Schon mein Fitnesstrainer hat mir empfohlen morgens immer eine Avocado zu essen. Die Fette sind nämlich mehr als gesund, das Fruchtfleisch an sich ist reich an Vitaminen sowie Mineralstoffen. Und dann schmeckt die Avocado auch noch! Fast zu schön um wahr zu sein, oder? Dabei war uns die ganze Zeit nicht klar, dass die Frucht noch mehr kann. Nur schmeissen wir Menschen einen wichtigen Teil einfach weg. Oder landet euer Avocado-Kern nicht meistens auch im Müll? Ab sofort nicht mehr! Denn der Kern ist mindestens genau so gesund wie das Fleisch. Eine Liebeserklärung an die Avocado!

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Ob auf dem Brot, im Salat oder einfach pur – die Avocado ist ein echtes Superfood! Gesund und köstlich. Doch vor allem der Kern der beliebten Frucht ist wahrlich ein Wundermittel. Er enthält nämlich zahlreiche gesunde Nährstoffe und natürliche Fette. Und diese sind bei der Allgemeingesundheit sowie bei der Vorsorge gegen Krankheiten behilflich. Was für uns eine ganze neue Erkenntnis zu sein scheint, ist alten mittelamerikanischen Volksstämmen schon lange bekannt. Die nutzen nämlich den Kern der Avocado als Naturheilmittel. Vor allem in Mexiko, das Ursprungsland der leckeren Frucht, ist das Wissen zur Linderung von Erkrankungen noch traditionell verankert.

Zum Beispiel kann der Kern bei Entzündungen wie Arthritis eingesetzt werden. So können weitere Krankheiten, die durch die Entzündung entstehen können, gestoppt werden. Aber auch bei Magen-Darm-Erkrankungen und Durchfall kann der Kern helfen. Hier kommen nämlich die reichlichen darin enthaltenen Antioxidantien zum Einsatz. Zerkleinert einfach einen halben Avocado-Kern und überbrüht diesen mit einer Tasse warmen Wasser. 15 Minuten ziehen lass und dann heiß trinken! Außerdem profitiert auch der Cholesterinspiegel vom Avocado-Kern. Der kann nämlich durch die Aminosäuren gesenkt werden. Plus: Das Immunsystem wird gestärkt!

Nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Schönheit findet Nutzen am harten Inneren der Avocado. Die Aminosäuren wirken sich nämlich auch auf den Kollagen-Gehalt der Haut aus. Die Antioxidantien beugen eine vorzeitige Alterung sowie Faltenbildung vor. Und das ist nicht alles! Wenn man den Kern pulverisiert und mit Wasser mischt, kommt letztlich eine Paste heraus. Mit dieser kann man Akne den Kampf ansagen. Natürlich bekommen auch die Haare etwas von den Nährstoffen des Avocado-Kerns ab. Denn das natürliche Öl des Kernes ist dem Olivenöl sehr ähnlich. Es bringt die Haare zum glänzen und kann zur Vorbeugung vom Schuppen verwendet werden.

Und letztlich ist der Alles-Könner auch noch ein Abnahm-Helfer. Der geraspelte Kern verfügt über thermogenetische Eigenschaften. Das bedeutet, dass die Aminosäuren die Stoffwechselaktivität im Körper anregen. Verzehrt als Tee hilft der Kern also auch beim Fettabbau.

Wow, Avocado, was bist du nur für eine Frucht? Das war’s auf jeden Fall erst mal mit der Theorie. Ob das alles wirklich so wirkt, muss man selbst herausfinden. Dafür gibt es von uns noch einen Tipp: Im Kern sind Nährstoffe wie Bitterstoffe und Vitamine enthalten. Diese lassen sich am leichtesten in Mahlzeiten vermischen, wenn der Kern zerkleinert wird. So eignet sich dieser in gerösteter oder pulverisierter Form unter anderem als Zusatzstoff für Salate, Müslis oder Smoothies. Na, dann essen wir jetzt auch mal den Kern!

Foto: Nur Afni Setiyaningrum, Instagram

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Superfood ist nicht immer supergut

Der Fitness-Wahn macht seine Kreise. Ob Work-out-Videos in sozialen Netzwerken oder Personal Trainer, die Werbung im Fernsehen machen – der gesunde Lifestyle boomt. Und die Kasse klingelt. Wer bewusst lebt, liegt im Trend. Und der Trend zeigt sich besonders bei Facebook, Instagram und Co. Kein Tag ohne Fotos vom Joghurt mit Früchten, die angeordnet sind, als würden sie für ein Essens-Magazin posieren. Als weitere Verzierung dienen kleine dunkle Kügelchen. Es sind Chia-Samen. Ein natürliches Wundermittel, das nicht nur gesund ist, sondern auch für mehrere Stunden sättigt. Ein Superfood eben…

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Superfood – eine neue Ära der Lebensmittel. Aber sind die Ergänzungsmittel, wie Chia, Acai und Goji wirklich supergut? So wird es uns jedenfalls vorgemacht. Aus einem fernen Land kommt das exotische Wunder-Essen meistens, entdeckt von Naturvölkern, die dadurch keine Krankheiten und kein Übergewicht bekommen. Und nicht zu vergessen, der hohe Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen. Fit und gesund ging noch nie so einfach. Die Geschichte ist meist ähnlich, der Protagonist immer ein anderes Superfood. Hört sich gut an, passt zum aktuellen Fitness-Wahn und sieht schön im Bio-Markt aus – wird gekauft!

Leider hat nicht jedes Märchen ein Happy End. Die böse Hexe heißt an dieser Stelle “Öko-Test”. Oder ist sie doch die gute Fee? Die Zeitschrift veröffentlichte nämlich nun einen Test, der zeigt, dass zwei Drittel der 22 getesteten Superfood-Produkte stark mit Schadstoffen belastet waren. Und hierbei handelt es sich nicht einfach nur um harmlose Verunreinigungen. Hört ihr auch die Träume zerplatzen? Träume, dass man nur diese eine Wunder-Zutat zu sich nehmen muss und für immer fit, schlank, schön und gesund bleibt… Ohne Bewegung und ohne auf den Rest der Ernährung zu achten. Das lassen nämlich viele Konsumenten einfach außen vor. Diesen geht es nur darum, dass es wohl cool ist, das Müsli mit Chia aufzupeppen.

Aber zurück zum Wesentlichen. Aus dem Artikel der “Öko-Test”-Zeitschrift ging zum Beispiel hervor, dass eine Packung Bio-Chia-Samen unerlaubte Mengen an Pestizid-Rückständen beinhaltete. Das Produkt ist mittlerweile nicht mehr im Handel zu kaufen. Außerdem fanden die Tester auch einen Rohkakao, welcher mit dem Insektenschutzmittel Diethyltoluamid verunreinigt war. Letztendlich sind die Superfoods super durchgefallen. Von 22 getesteten Produkten konnten die Tester gerade mal zwei empfehlen. Außerdem gab es von den Testern noch einen kleinen Hinweis zum Super-Trend. Dass man sich nämlich mit Superfood noch gesünder als gesund ernähren kann, sei reiner Unsinn.

Das heißt natürlich nicht, dass man komplett auf Superfood verzichten muss. Wenn es nicht gerade mit Pestiziden verseucht ist. Ja, auch ich habe Chia-Samen Zuhause. Schließlich beinhalten sie zehn Mal mehr Omega-3-Fettsäuren als Lachs. Aber ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Im Gegensatz zum leckeren Fisch sollten sie auch nur in einer sehr geringen Menge (wenige Gramm) zu sich genommen werden, da sie extrem aufquellen. Wer auf Acai nicht verzichten möchte, sollte nicht unbedingt zu teuren Kapseln oder Pulver greifen. Ein leckerer Saft oder Smoothie aus den Beeren tut es auch. Grundsätzlich gilt die Devise: Nicht einfach drauf los kaufen und konsumieren, nur weil eine Instagram-Bloggerin gesagt hat, es sei cool. Erst erkundigen, dann essen. Erst dann ist Superfood wirklich supergut.

Foto: Sambazon