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Komm, wir gehen wandern!

Als Kind konnte ich nicht nachvollziehen, was meine Eltern dazu bewegt, wandern zu gehen. Den ganzen Tag kämpft man sich bergauf, ächzt, schwitzt, bei Wind und Wetter, und das nur, um am Ende des Tages wieder bergab zu laufen. Der Sinn des Ganzen entschloss sich mir in keinem der unzähligen Wander-Urlaube, so gut meine Eltern auch versuchten, es mir schmackhaft zu machen. Es mussten erst 15 Jahre vergehen, um zu begreifen, dass Wandern mehr ist, als das anstrengende Erklimmen von Gipfeln.

Für mich ist das „In-der-Natur-sein“ eine Wohltat, um Körper und Geist wieder auf Null zurückzusetzen und dem Alltagsstress zu entfliehen. Ich liebe die Berge, die endlosen grünen Wiesen und die faszinierende Tierwelt. Daher habe ich mich im vergangenen Jahr auch wieder mit dem Thema „Wandern“ befasst und ausprobiert, ob ich daran inzwischen genau so viel Gefallen finden würde, wie meine Eltern. Ich habe mir passende Kleidung gekauft sowie ein neues paar Wanderschuhe. Und eine große Packung Blasenpflaster. Der Wanderurlaub war gebucht, also hieß es: Schuhe einlaufen und die Kondition trainieren! Praktisch, wenn sich um die Ecke die unendlichen Weiten der Sächsischen Schweiz erstrecken und man sich selbst schon einmal testen kann!

An einem Samstag im August war es dann endlich so weit: Über die App Outdooractive haben sich mein Freund und ich für den Anfang eine mittelschwere Route von circa zwölf Kilometern ausgesucht, die entlang vieler bekannter Aussichtspunkte führt und als beliebter Klassiker bekannt ist. Auch wenn das Wetter an diesem Tag eher nass-kalt und sehr nebelig war,  starteten wir nach kurzer Autofahrt an der Schrammsteinbaude unsere Tour. Der dicke Nebel hüllte den Wald, durch den wir liefen, in ein märchenhaftes Licht. Unser Wanderweg führte weiter durch kantige Felsformationen. Über Metalltreppen, Leitern und Holzbohlen kraxelelten wir durch eine feuchtkühle Schlucht immer weiter bergauf. Notiz am Rande: Unsere Kondition lässt doch noch sehr zu wünschen übrig… Jedoch werden wir nach diesem anstrengenden Aufstieg  belohnt und können – auf den Schrammsteinen angekommen – verschnaufen und erleben einen unglaublichen Rundumblick auf die Felsen der Sächsischen Schweiz.


Nebel und Regen nehmen uns zwar etwas die Sicht, sorgen aber gleichzeitig für eine mystische Kulisse. Unterhalb der Schrammsteine schlängelt sich im Tal die Elbe entlang. Es ist beeindruckend, was die Natur hier geschaffen hat. Nach kurzer Pause führt der Weg ein Stück zurück und dann über viele Leitern und Treppen weiter in Richtung Breite Kluft. Auf dem Weg beginnt es leider fürchterlich an zu regnen, so dass die vielen Treppen und Leitern sehr rutschig werden. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Augen zu und durch!“, denke ich mir. Also Jacke zu, Kapuze um und weiter geht’s! Uns begegnen immer wieder viele Touristen mit Sandalen an den Füßen, die mit der Witterung deutliche Probleme haben und sich nur mit Mühe die Wege entlang hangeln. Ein Glück, dass wir unsere Wanderschuhe haben. An der Breiten Kluft angekommen, machen wir eine kurze Pause und genießen einen einmaligen Blick in die Ferne. Auch hier erstrecken sich die typischen Felsformationen und die dicht bewachsenen Wälder neben tiefen Kluften, in denen die dicken Regenwolken festhängen.

Unsere letzte große Aussichtsplattform ist der berühmte Carolafelsen. Dort angekommen machen wir eine ausgiebige Pause und essen unsere Brote, Äpfel und Kekse, die wir uns Zuhause eingepackt haben. So sitzen wir auf dem Boden, essen und betrachten das vor uns liegende Tal, während der Regen langsam nachlässt. Neben uns sitzen viele andere Wanderer, die die gleiche Idee hatten. Auch sie sind sichtlich vom Regen  in Mitleidenschaft gezogen worden. Wann kommt endlich die Sonne wieder? Man sieht ihnen an, dass sie sich genau diese Frage stellen… Nach einer dreiviertel Stunde machen wir uns langsam auf den Weg bergab. Ich verfolge die Wegbeschreibung unserer Route und lese, dass wir jetzt die Wilde Hölle hinab gehen müssen. Diese Wilde Hölle ist so wild, dass ich sie gar nicht wirklich registriere und meinen Freund erst einmal daran vorbeilotse: „Das ist doch kein Weg! Guck doch mal, da sind nur Büsche und Felsen. Hier rechts ist ein Pfad. Das wird die Wilde Hölle sein!“ Also bogen wir rechts ab in der festen Annahme, richtig zu sein. Unser GPS Tracker zeigte uns aber schnell, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen hatten… Also ging es zurück und die, für mich nicht als Weg erkennbare Schlucht in Richtung Kirnitzschtal hinab. Kurz darauf war mir klar, warum dieser Weg Wilde Hölle hieß und warum auf dem Schild „Schwierig!“ stand…  Es war tatsächlich kein normaler Weg. Wir mussten über riesigen Felsen  klettern, welche mit feuchtem Moos bewachsen waren. Das erschwerte natürlich das Festhalten ungemein. Hier und da gab es gar keinen direkten Weg mehr – man musste an der Felswand mittels kleinen Metalltritten entlang klettern. Nichts für schwache Nerven und schicke Turnschuhe! Wir überholten einige „Wanderer“, die die ganze Wilde Hölle nur so herab schlitterten. Ich hoffe bis heute, dass sie ohne Beinbrüche Zuhause angekommen sind… Die letzte Hürde war eine leicht in den Fels eingeschliffene Treppe, die ich nur hinab rutschen konnte, da der Abstand der letzten Stufe zum Boden einfach viel zu groß war. An dieser Stelle war ich sehr froh, dass wir den Weg bergab und nicht bergauf gehen mussten.

Kaum sind wir der Wilden Hölle entkommen, bricht die Sonne plötzlich durch die Wolken und der Himmel reißt auf. Nach all den Strapazen am Vormittag war das die größte Belohnung. Der Weg geht sanft bergab durch einen Wald hindurch. Die Luft ist angenehm frisch und riecht nach Sommerregen. Durch die Baumwipfel piksen immer wieder Sonnenstrahlen hindurch und trocknen unsere nassen Regenjacken. Tief einatmen, die Ruhe genießen. Mehr braucht es nicht. Inzwischen sind wir schon fünf Stunden unterwegs. Die Route ist eigentlich ausgeschrieben auf eine Laufdauer von vier Stunden. Irgendwas machen wir wohl falsch. Entweder sind wir zu langsam oder wir haben zu viele Pausen gemacht. Aber das hier ist ja auch kein Wettrennen – ich bin dankbar über jede Minute hier draußen. An einer großen Wiese angekommen, haben wir noch einmal einen wunderbaren Blick auf die nördliche Seite der Schrammsteinkette, die wir zu Beginn unserer Tour erklommen haben. Schon verrückt, wie hoch sie von hier unten sind!

Auf dem Elbleitenweg angekommen, geht rechterhand ein Pfad ab, der zurück zum Schießgrund führt. Hier erwartete uns eine große Überraschung! Der Falkenstein, welcher am Morgen noch in dicke Wolken gepackt und damit für uns vollkommen unsichtbar war, erstreckte sich vor uns im Glanz der Nachmittagssonne. Mit diesem letzten Highlight unserer Tour kehrten wir nach insgesamt fünfeinhalb Stunden zum Auto zurück. Die Beine schmerzten, die Füße qualmten – aber der Kopf war frei.

Mein Fazit: Ich bin immer wieder begeistert, welch unterschiedlichen Formen die Natur mit sich bringt und dankbar dafür, diese erkunden zu können. Nach so einem Tag ist man natürlich k.o., aber im Inneren spürt man eine wohlige Wärme und ein riesiges Glücksgefühl, verbunden mit einer großen Portion Stolz. Schließlich haben wir zwölf Kilometer und 477 Höhenmeter überwunden, uns Herausforderungen gestellt und dem Wetter getrotzt. In diesen Momenten wirkt alles andere nichtig und irrelevant. Und genau das ist vermutlich, was meine Eltern am Wandern auch schon fasziniert hat. Wandern ist wirklich mehr als das Erklimmen von Gipfeln. Wer aus dem Alltag ausbrechen, den Kopf frei bekommen und gleichzeitig etwas für die Fitness tun möchte, sollte es unbedingt ausprobieren! Jeder noch so schwere Anstieg lohnt mit einer atemberaubenden Aussicht. Also nichts wie raus mit Euch. Der Frühling steht vor der Tür und tolle Landschaften, die entdeckt werden möchten.

Du hast Lust, diese Tour selbst zu gehen? Hier findest du die Route.

Lovely Books: Unsere Buchempfehlungen für die ersten Frühlingstage

Unsere Organic Lifestyle® Redaktion hat in den BrockmannundKnoedler Salons und Büros einmal nachgefragt, welche Bücher besonders lesenswert sind. Dabei geht es nicht um aktuelle Bestseller, sondern um die Lieblingsbücher der Mitarbeiter, um vielleicht längst vergessene Schätze oder Bücher, die auch nach dem zehnten Mal lesen nicht an Wert verlieren! Vielleicht ist ja auch eins für Dich dabei!

 

„Das ist das Leben“ von Francoise Héritier (2013)

empfohlen von Angie Kinast
BrockmannundKnoedlerFriends Chemnitz
Top-Stylistin, Salonmanagement

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch?
Es ist ein Buch, das das Leben feiert und das Glück der kleinen Dingen in den Vordergrund rückt. Für mich ein kleines, feines und unvergessliches Buch.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Kannst Du Dich daran erfreuen, wie frischgemähtes Gras riecht? Oder wie es sich anfühlt, Deine Hand in einen Sack voller Kaffeebohnen zu stecken? Diese Bilder zeichnet Francoise Héritier mit viel Hingabe. Das Buch ist also für jeden, der die Feinheiten des Lebens zu schätzen weiß oder sie gern wieder mehr schätzen lernen möchte, um sich über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Wenn Du es liest, wirst Du weinen vor Glück und schreien vor Freude und erkennst Dich in all diesen Kleinigkeiten wieder.

Wann hast Du es gelesen und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
2013. Ich habe es durch Zufall entdeckt, das Cover gesehen, mir den Klappentext durchgelesen und wollte es sofort haben!

Gibt es einen Lieblingssatz aus diesem Buch, der Dir im Kopf geblieben ist?
Der Einstieg in die Erzählung hat mich sehr berührt: „Ein Arbeitskollege schreibt ihr. Wir waren im Urlaub, aber es war total blöd, denn wir hatten die ganze Zeit schlechtes Wetter.“ Darauf sagt die Erzählerin: „Lass Dir doch von diesen Äußerlichkeiten nicht so das Schöne verderben. Freu Dich doch über die Zeit, die Du hattest, in der Du Neues kennenlernen und sehen konntest.“ Das hat mir gefallen. Wir lassen uns im Leben viel zu oft von solchen Äußerlichkeiten ablenken, anstatt uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und es einfach zu genießen.

 


 

„Saltatempo“ oder „Der Zeitenspringer“ von Stefano Benni (2001)

empfohlen von Francesca Barbero
BrockmannundKnoedlerAcademy
Internationales Management & Kundenbetreuung

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch?
Es ist ein sehr witziges und leichtes Buch, das sich aber gleichzeitig mit tiefen und anspruchsvollen Themen wie Politik, Zeit und gesellschaftlichem Wandel in Italien auseinandersetzt. Es ist die Geschichte von SALTATEMPO, dem Zeitenspringer, der in die Zukunft schauen kann. Seine verrückten Abenteuer werden mit kindlicher Naivität und herzlichem Humor erzählt. Er nimmt uns mit auf eine Erkundungsreise ins schöne Italien und erfreut uns mit Erlebnissen aus den 60er und 70er Jahren. Ein Buch voll versteckter, humoristischer und doch sentimentaler und liebevoller Kritik für die Eigenheiten Italiens. Einfach phantastisch.

Wann hast Du es gelesen und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Ich habe es zum ersten Mal gelesen als ich 17 war. Es hat mir damals ein guter Freund geschenkt für eine Reise nach Deutschland. Da es mein absolutes Lieblingsbuch ist, habe ich es inzwischen aber schon tausend Mal gelesen und entdecke immer wieder Neues.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Jeder kann dieses Buch lesen. Jugendliche genauso wie Erwachsene. Es ist einfach zu lesen, ist lehrreich und unterhaltsam und bringt Dich immer wieder zum Lachen. Aber genauso gut macht es auch nachdenklich und birgt Stoff für Unterhaltungen und Diskussionen. Ich liebe es einfach.

Wo sollte man dieses Buch lesen?
Überall, aber vor allem, wenn man auf Reisen geht. Dieses Buch ist ein besonderer Freund und Begleiter, denn seine Charaktere werden lebendig und Deine Welt bekommt italienisches Leben eingehaucht.

Gibt es einen Lieblingscharakter oder eine Lieblingsszene in diesem Buch, die Dich besonders berührt hat?
Es ist selten, dass ich den Protagonisten eines Buches so mag, aber dieser hier hat es mir sofort angetan. Am liebsten mag ich die Beschreibung seiner Beziehung zu seiner besten Freundin. Er liebt sie. Das ist wirklich süß. Denn es ist eine echte, wahre und pure Liebe, wie nur Kinder sie haben!

 


 

„Im Wilden Westen. Die Abenteuerreiter unterwegs in den Rocky Mountains“ von Günter Wamser und Sonja Endlweber (2009)

empfohlen von Tabea Gojowczyk
BrockmannundKnoedler Marketing
Online Marketing Management

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Ich habe dieses Buch bei einem Vortrag gekauft, bei dem die beiden Autoren anhand eines Diavortrages von ihrer gemeinsam Reise berichtet haben. Günter Wamser war bereits 11 Jahre zuvor mit seinen Pferden durch Südamerika gereist, hatte im Anschluss daran, durch einem Vortrag seine Frau kennengelernt und ist mit ihr dann gemeinsam von Mexiko bis in den hohen Norden Alaskas gereist. Und davon handelt dieses Buch. Das fand ich sehr beeindruckend. In diesem Buch geht es um weit mehr als nur Pferde, es geht darum, mit der Natur im Einklang zu leben, eine ungewöhnliche Reise zu organisieren, aus der Sicherheit und Annehmlichkeit eines normalen Lebens auszubrechen und als Paar zu funktionieren. Es ist durch und durch spannend, unterhaltsam und authentisch und enthält wunderschöne Aufnahmen der Reise, die die Geschichte für einen noch lebendiger machen.

Wann hast Du es selbst gelesen?
Zum Vortrag war ich ungefähr vor 5 Jahren, aber das Buch lese ich jetzt gerade ganz aktuell.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Ich würde es Lesern empfehlen, die Reiseabenteuer lieben oder selbst gerne reisen, aber auch denen, die das einfache Leben lieben, einen Rückzug suchen oder einfach einmal abschalten und in eine andere Welt eintauchen wollen. Es ist eine Inspiration für alle die, die auf der Suche sind, die aus dem Alltag entfliehen wollen oder einfach Lust auf etwas Neues haben, so wie die beiden Autoren. Mit diesem Buch kann man ein kleines bisschen vom Leben der anderen kosten und die Freiheit und Möglichkeit spüren, dass zu tun, was einem im Leben wichtig ist.

Wo sollte man dieses Buch lesen?
Es ist ein leichtes Buch, dass man auch zwischendurch lesen kann, wenn man in der Bahn sitz, aber natürlich auch im Urlaub oder einfach abends auf der Couch bei einer Tasse Tee. Man liest es einfach so nebenbei und es ist wirklich amüsant. Und es ist es auch wert, es laut vorzulesen. Es gibt so viele witzige Momente, die man einfach mit anderen teilen muss.

Gibt es einen Lieblingscharakter in diesem Buch, der Dich besonders berührt hat?
Ich mag alle Charaktere dieses Buches als Einheit, weil sie so schön miteinander harmonieren. Nicht nur die beiden Autoren, sondern auch ihr Hund und die vier Pferde haben ganz individuelle Eigenschaften. Dadurch entsteht ein ganz eigener Charme und Humor, der dieses Buch so besonders für mich macht.

 


 

„Wiedersehen im Café am Rande der Welt: Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst.“ von John Strelecky (2015)

empfohlen von Tina Korinth
Organic Lifestyle®

 

Warum empfiehlst Du gerade dieses Buch und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Es ist wie der Titel schon sagt eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst. Aber es ist kein klassischer Manager- oder Lebensratgeber, wie es sie so viele auf dem Büchermarkt gibt, sondern eine Geschichte, in der sich jeder wiederfindet. Es ist eine Geschichte voller Bilder und persönlicher Lebensanekdoten, die Impulse setzen, über uns und die Welt nachzudenken. Es macht Freude, das Buch zu lesen und man denkt mit Leichtigkeit über sein eigenes Leben nach und hat das Gefühl immer mitten drin zu sein.

Wann hast Du es selbst gelesen und wie hast Du es entdeckt?
Nun, da muss ich vorweg nehmen, dass es zu diesem Buch auch einen ersten Teil gibt: „ Das Café am Rande der Welt.“ Das habe ich damals empfohlen bekommen. Und da mich dieses Buch so begeistert hat, war der zweite Teil für mich fast ein Pflichtkauf. Ich habe es jetzt schon zweimal gelesen. Letzten Sommer das letzte Mal.

Warum empfiehlst Du nicht den ersten, sondern den zweiten Teil?
Tatsächlich kann ich nur empfehlen beide Bücher zu lesen, aber der zweite Teil ist noch beeindruckender, tiefgründiger und persönlicher als der erste. Ich hatte so viele wunderbare Aha-Momente in Bezug auf den ersten Teil und auch auf mich.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Jeder. Es ist einfach ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Gibt es eine Lieblingsszene in diesem Buch, die Dich besonders beeindruckt hat?
Das ist tatsächlich eine Beschreibung aus dem ersten Buch: das Verhalten einer grünen Meeresschildkröte. Casey erzählt John, dass sie einmal mit einer grünen Meeresschildkröte geschwommen ist und sich gewundert hat, warum diese schneller war als sie. Ganz einfach: Sie ist mit den Wellen und nicht gegen sie geschwommen. Kurz gesagt: „Wenn du gegen die Wellen kämpfst, verlierst du kostbare Energie. Aber wenn du die Kraft der Wellen nutzt, erreichst du Ziele, die dir Kraft und Energie verleihen.“ Das ist doch ein schönes Bild dafür, dass es im Leben manchmal nur einen anderen Blickwinkel braucht, um vermeintliche Wellen nicht als widrige Umstände zu sehen, sondern als Herausforderungen, an denen man wachsen kann.

 

Bücher sind nicht so Deins? Dann haben wir hier einen tollen Filmtipp für Dich!

©Fotocredit: Pixabay

FILMTIPP: noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt

Vom besten Restaurant der Welt, kulinarischen Experimenten und der Liebe zum Wesentlichen

Bereits vier Mal erhielt das noma in Kopenhagen den Titel „Bestes Restaurant der Welt“, erkochte sich bis heute außerdem zwei Michelin-Sterne und wurde plötzlich zum Ziel für Feinschmecker aus aller Welt. Doch was ist das Erfolgsrezept?

Das noma – eine Kombination aus den nordischen Wörtern „nordisk“ (nordisch) und „mad“ (Essen) – hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich nur auf heimische Zutaten zu beschränken und ausschließlich Produkte zu verwenden, die in der unmittelbaren Umgebung wachsen. In einem inspirierenden, emotionalen Dokumentarfilm begleitet Regisseur Pierre Deschamps noma-Gründer und Chefkoch René Redzepi, wie er sich aus dem Nichts heraus an die Weltspitze kochte, obwohl das Konzept zu Beginn auf große Kritik stieß. „Kollegen haben sich über mich lustig gemacht. Sie spotteten, dass das nicht funktionieren kann und dass es eine absurde Idee sei, sich auf diese wenigen Zutaten zu beschränken. Natürlich frustrierte mich das – ich habe mich nicht mehr als Koch gesehen“, erklärt Redzepi. Eine Einladung nach Grönland brachte Redzepi dann schlussendlich die Idee von Zeit und Ort: „Serviere jeden Tag eine Mahlzeit, die den Gästen zeigt, wo sie gerade sind und welche Jahreszeit wir haben! Das neue noma entstand und damit ein neues Ich!“

noma bestes Restaurant der Welt Essen Küche Film Kulinarisch Dänemark Kopenhagen

Drei Jahre lang hat Pierre Deschamps Redzepi auf seinem Weg begleitet, Höhen und Tiefen des nomas mit der Kamera verfolgt und bekannte Spitzenköche, das noma-Team sowie Zulieferer zu Wort kommen lassen. Die Symbiose aus hochsensibler Küche, experimentellen Kreationen, emotionalen Kommentaren und eindrucksvollen Bildwelten gibt einen intimen Einblick in das kulinarische Universum von René Redzepi.

“Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen.”

„Wenn man neugierig darauf ist, was es hier vor Ort alles gibt, entdeckt man Geschmacksrichtungen, die man sich nicht erträumen lassen kann. Der Geschmack eines Gerichts ist mit dem Ort verbunden, daher gibt es bei uns keine Kartoffeln aus den Niederladen oder Erdbeeren aus Frankreich. Natürlich wäre es viel einfacher, all diese Sachen zu importieren. Allerdings würden genau solche Zutaten die Gerichte um 10–15 Prozent schlechter machen. Wenn man die frischesten Zutaten will, müssen sie auch aus der unmittelbaren Umgebung kommen“, erklärt Redzepi seinen Entschluss. Diese hohen An- und Herausforderungen sind es, die das Konzept so kompliziert, aber auch einzigartig machen. Fünf Monate im Jahr ist das Land mit Schnee bedeckt, was die Suche nach geeigneten Zutaten erschwert. Nur mit der Hilfe von vielen engagierten und kreativen Köpfen ist es möglich, tägliche Aufgaben zu meistern. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Zulieferer wie der schwedische Pilzexperte Roland Rittman, die es ermöglichen, dass das noma sein Konzept dauerhaft verfolgen kann. Und genau das ist es, was die Gerichte des noma von anderen unterscheidet.

noma bestes Restaurant der Welt Essen Küche Film Kulinarisch Dänemark Kopenhagen

Der Film zeigt, wie das gesamte Team selbstständig neue Rezepte kreiert, mit Kulturen, Konsistenzen und Temperaturen experimentiert, scheitert und zu neuer Größe wächst. René Redzepi erscheint darin als Genie, Vater, Poet und Komponist, der Harmonien schafft, wo Disharmonien erwartet werden. Er ist mutig, wahnsinnig, naiv – und damit erfolgreich. Er selbst sagt, dass Frust, Fehlschläge und Scheitern helfen können, über sich hinaus zu wachsen. „Samstagnacht-Projekte sind da, um Sachen zu probieren, so oft zu versagen, wie es nötig ist, aber immer zu einhundert Prozent dabei zu sein. Genau dann lernen wir.“

Der Film lockt in eine tiefinspirierende Welt und lässt wieder auf das Natürliche besinnen. Gespannt verfolgt man die Erfolgsgeschichte des nomas; Gefühle der Überraschung bis hin zum tiefen Mitgefühl und unendlicher Faszination sind beständiger Begleiter. Man erlebt die ‚Künstler’ des nomas dabei, wie sie mit viel Fingerspitzengefühl, großer Liebe zum Detail und unendlicher Perfektion mehr als nur Essen auf Teller bringen, erlebt Höhen, Tiefen, Rückschläge und folgt ihnen auf der Reise und der Suche nach dem Ziel.

Ein faszinierender Film nicht nur für Liebhaber der außergewöhnlichen Küche, detailverliebter Aufnahmen und emotionaler Musikkonzepte, sondern besonders für alle, die dem Alltag entschwinden und sich zum Ursprung des Wesentlichen mitnehmen lassen wollen.

noma – Ein Blick hinter die Kulissen des besten Restaurants der Welt, 13,99 €
Gibt es zum Beispiel hier.

Mehr zum Film unter: www.noma-derfilm.de

(Bilder: Facebookpage noma)