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Wenn aus Zigaretten Ziegelsteine werden

Zigaretten sind ungesund. Das wissen wir. Aber nicht nur für den Menschen. Die Stummel der beliebten Glühstängel enthalten unter anderem Chrom, Nickel, Arsen und Cadnium. Wem das jetzt nichts sagen sollte – das ist eine ganze Reihe an umweltschädlichen Schwermetallen. Also tun sie sowohl dem Mensch als auch unsere Erde nichts Gutes. Und trotzdem können viele nicht die Finger von dem rauchigen Genuss lassen. Immer noch werden in Deutschland im Schnitt 223 Millionen Zigaretten jeden einzelnen Tag konsumiert. Diese Zahlen basieren auf einer Auswertung der Tabaksteuerstatistik im Jahr 2015. Pro Kopf wurden demnach 1000 Zigaretten im Jahr verbraucht. Doch eigentlich wären die Werte pro Person noch höher, da der Raucheranteil des Gesamtbevölkerung bei ca. 20 Prozent liegt. Was schließen wir daraus? Viele konsumierte Zigaretten ergeben viele Zigarettenstummel und das wiederum bedeutet einen hohen Anteil an umweltschädlichen Schadstoffen. Eine Tragödie. Denn bisher gibt es immer noch keine effektive Methode, um die kleinen Filter zu recyceln. Und das wiederum bedeutet, dass Zigarettenüberreste überwiegend in Gewässern oder der Landschaften laden.

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Doch am Ende des Tunnels ist meistens doch immer ein Licht. Und so finden sich auf der Welt immer mal wieder ein paar kluge Köpfe, die sich um die Nachhaltigkeit bemühen. So auch der in Australien tätige Wissenschaftler Dr. Abbas Mohajerani. Der machte sich nämlich zur Aufgabe, eine Lösung für die Stummel-Problematik zu finden. Und hierbei stoß er auf eine überraschende Herangehensweise. Mohajerani versuchte, die Zigarettenstummel in den Prozess der Ziegelsteinproduktion zu integrieren. Und hierbei werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einem verbrauchten die Steine durch diese Art der Produktion bis zu 58 Prozent weniger Energie. Zum anderen war das fertige Produkt leichter und besaß bessere Isolierungseigenschaften, als herkömmliche Ziegelsteine.

Und so funktioniert’s: Die Schwermetalle werden in die Struktur der Steine integriert. Dadurch ist es ihnen nicht möglich, unkontrolliert auszutreten. Und das hat mehrere Vorteile für die Umwelt. Logischerweise profiliert sie daraus, weil die Verschmutzung durch Zigarettenstummel reduziert wird. Schließlich sind nicht mehr so viele im Umlauf, wenn sie anderweitig verwertet werden. Und zugleich wird bei der Herstellung weniger Energie verbraucht. Eine Win-Win-Situation, könnte man sagen. Ende gut, alles gut? Nicht ganz! Denn um die jährliche Zigarettenproduktion aufzufangen, müssten laut dem australischen Wissenschaftler etwa 2,5 Prozent der weltweit produzierten Ziegelsteine zu mindestens einem Prozent aus Zigarettenstummeln bestehen.

Also müsste jeder mit auf das Pferd springen. Wenn man sich aber die Zahlen weltweit anschaut, könnte einem glatt das Rauchen, ehm Lachen vergehen. Denn das Problem hat eine weitaus größere Dimension, als man es sich vielleicht vorstellen würde. Hier ein Überblick: Auf der Welt werden ungefähr sechs Billionen Zigaretten im Jahr produziert. Wie viel ist eigentlich eine Billion? Unvorstellbar! Was daraus entsteht? Ca. 1,2 Millionen Tonnen an Zigarettenstummeln. Wenn all diese tatsächlich zu einem wertvollen Wertstoff verwertet werden würden, wäre dies offensichtlich ein enormer Gewinn für die Umwelt. Doch bis dahin ist es, wie so oft, ein weiter Weg. Einen anderen gibt es übrigens auch. Wenn der Zigarettenkonsum reduziert oder ganz eingestellt werden würde. Weniger Nachfrage schafft schließlich weniger Produktion. Und weniger Stummel bedeutet weniger Verschmutzung. Also, das nächste Mal zweimal überlegen, bevor man an den Glimmstängeln zieht.

Foto: Andrew Pons